Jacaranda
| Bezeichnung | Wert |
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| Titel |
Jacaranda
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| Untertitel |
Roman
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| Medienart | |
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| ISBN13 |
978-3-492-07397-4
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| Annotation |
Das Trauma dreier Generationen und eines ganzen Landes in Form eines autobiografisch geprägten Romans. (DR) Auf den ersten Blick verbringt der zwölfjährige Milan, Sohn eines französischen Vaters und einer ruandischen Mutter, eine unspektakuläre Kindheit in Paris. Allerdings kann er nicht verstehen, dass die Vergangenheit seiner schweigsamen Mutter tabu ist, obwohl die Gewalt in deren Heimatland Ruanda monatelang im Fernsehen thematisiert wird. Statt der ersehnten Erklärungen wird die allabendliche »Verstörung wie ein Löffel voll Schweigen geschluckt« (S. 15) und führt bei Milan zu heftigen Bauchschmerzen. Eines Tages kommt Claude in die Familie, offenbar ein Verwandter der Mutter, mit einer schweren Kopfverletzung und traumatisiert vom Krieg in seiner Heimat. Milan freut sich unbändig über den Familienzuwachs und ist entsetzt, als seine Mutter eines Tages ohne den »kleinen Bruder« nach Hause kommt. Nach mehreren Aufenthalten in Ruanda reist Milan Jahre später wieder einmal dorthin, diesmal als Student, vordergründig um für seine juristische Abschlussarbeit zu recherchieren, aber in Wahrheit um endlich die Geschichte seiner Familie zu erfahren. Dabei trifft er neben Claude auch auf die uralte Rosalie und ihre Tochter Eusébie, eine Freundin seiner Mutter. Dass Traumata transgenerational weitergegeben werden, manifestiert sich in Rosalies jüngster Enkelin: Stella wird erst einige Jahre nach dem Völkermord geboren und setzt alles daran, die Lebensgeschichte ihrer geliebten Großmutter für die Nachwelt zu erhalten. Wie die meisten Europäer hat Milan keine Ahnung, was sich in Ruanda über Jahrzehnte abgespielt hat, durchaus bewusst gesteuert von mehreren - auch deutschen - Kolonialmächten. Der Genozid in Ruanda von 1994 nach gezielten rassistischen und entmenschlichenden Aufforderungen wurzelt im beginnenden 20. Jahrhundert, als belgische Rassentheoretiker die willkürliche Einteilung der Ethnien in Hutu und Tutsi vornehmen - inklusive Zuordnung charakterlicher Eigenschaften. Wiewohl durch seine familiären Wurzeln selbst betroffen, schafft der französisch-ruandische Autor eine differenzierende und versöhnliche Sichtweise ohne Schwarz-Weiß-Denken. Durch seine respektvolle und poetische Erzählweise gelingt es Gaël Faye, der sich auch als Rapper und Sänger einen Namen gemacht hat, unaussprechlichem Leid eine Stimme zu geben. Vorsichtig zuversichtlich, bleibt er dennoch realistisch und warnt: »Rache ist ein Teufelskreis [...], sie nimmt kein Ende.« (S. 244) - Ein wichtiges Buch, das 2024 mit dem renommierten Prix Renaudot ausgezeichnet wurde und in keiner Bibliothek fehlen sollte!
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Erhältlich in folgenden Bibliotheken
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Öffentliche Bücherei Michaelbeuern |
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