Öffentliche Bücherei Michaelbeuern

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Blaupausenwelt

Bezeichnung Wert
Titel
Blaupausenwelt
Untertitel
Roman
Medienart
Person
Verlag
Jahr
ISBN13
978-3-99200-352-5
Annotation
Schöne neue Welt der Designerbabys. (DR) Seit den 1970ern gehört die künstliche Befruchtung ins Repertoire der Medizin. Durch die voranschreitende Forschung auf diesem Gebiet bietet sich nunmehr die Möglichkeit, die genetische Ausstattung eines Kindes zu manipulieren. Solche Eingriffe mittels »Genschere« mögen bei schweren Krankheiten infolge von Gendefekten ein Segen sein. Doch die parallele Entwicklung in Richtung »Designerbabys« ist mehr als fragwürdig. Hier setzt die gebürtige Grazerin Astrid Ebner in ihrem Debütroman an: Wir befinden uns in einer in naher Zukunft angesiedelten Gesellschaft, in der finanziell Potente die genetische Ausstattung des Nachwuchses im Baukastenprinzip beliebig zusammenstellen können. In Ebners Welt sind optimierte Kinder an ihren schillernden Regenbogenaugen oder ihrem hohen Wuchs erkennbar. Nur mittellose Menschen bekommen noch auf natürliche Weise Babys, die im Vergleich zu den »editierten« Kindern deutlich kleiner, unscheinbarer und somit Zielscheibe für Spott und Häme sind. So entsteht in der Blaupausenwelt eine über den Nachwuchs ausgetragene Einteilung der Gesellschaft in »Winner« und »Loser«, die aber im Grunde nach wie vor auf der Dichotomie »reich« und »arm« basiert. In diese düster gestaltete Geschichte fügt Ebner Kostproben von Auswüchsen jener Gesellschaft ein, die sie als konsequente Weiterführung der Gegenwart zeichnet: Elternschaft wird zum inszenierten Pathos, der oft in geschwätzige Selbstbespiegelung in den sozialen Medien ausartet oder sogar zu einem politischen Statement wird, wenn sich ein Paar beispielsweise einen Sohn mit mitteleuropäischen Gesichtszügen, aber schwarzer Hautfarbe editiert, um einen Beitrag zur Weltvereinigung zu leisten. Man kann nur hoffen, dass sich die reale Gesellschaft nicht ganz so dystopisch entwickelt!