Stille Post

Bezeichnung Wert
Titel
Stille Post
Medienart
Person
Verlag
Jahr
ISBN13
978-3-95939-235-8
Schlagwort
Annotation
Annotation: Einfühlsame Erzählung zum Thema Gewaltprävention Rezension: Die magische Zahl 7 bestimmt die Erzählstruktur für ein wahrlich nicht märchenhaftes Thema: elterliche Gewalt an Kindern. Die Geschichte beginnt ganz harmlos mit der Vorstellung des geheimen Mädchenclubs "Tuschelrunde", in dem mit Leidenschaft "Stille Post" gespielt wird. Dann kommt die neue, schüchterne Mitschülerin Anna dazu und sie flüstert den Satz "Mein Papa schlägt mich", der am Schluss der Spielrunde zu "Peter trägt mich" wird. Die Mädchen lachen, nur die Ich-Erzählerin fühlt sich betroffen. Im Laufe der Erzählung wird immer deutlicher, dass Anna von ihrem ehrgeizigen, peniblen Vater aus nichtigen Gründen ständig geschlagen wird und sie vor ihm große Angst hat. Im "Stille Post-Spiel" wagt sie erstmals, indirekt um Hilfe zu rufen. Doch mit Tuscheln und Flüstern über Gewaltanwendung an Kindern - so die Botschaft - ist erst dann Schluss, wenn diese klar und unmissverständlich öffentlich angeprangert wird. So geschieht es auch: Im letzten, dem 7. Kapitel, wird Annas Satz "Papa ist ausgezogen" lustig umgeformt zu "Der Putzlappen ist aufgeflogen", das dem tieferen Sinn der Aussage entspricht und gleichsam ein märchenhaftes Ende des Bösen ankündigt. Eine berührende, aus zielgruppen-adäquater Perspektive auf das Wesentliche reduzierte Kindergeschichte, die biblioprophylaktisch die Wahrnehmung für Gewalthandlungen an Kindern schärft, wodurch Achtsamkeit, mutiges Engagement und soziales Verantwortungsgefühl von Kindern untereinander verstärkt angesprochen und damit Problemlösungen möglich werden.