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      <marc:subfield code="a">Moderner Klassiker um eine vielschichtige Außenseiterin. (DR) Die Geschichte Janets (16) beginnt mit ihrem Ende: Ermordet aufgefunden, trauern die Schwestern und eine Dohle um sie. Was aber auf die ersten drei Seiten folgt, ist eine Art ideeller Entwicklungsroman, in dem die Autorin Herkunft, Erlebnisse, Erziehungsversuche und überbordende Lektüreerfahrungen aufrollt. Das Buch, das nach Barkers Tod auf Englisch erneut erschienen ist, verfremdet und verdichtet die erzählten Zeiten, Orte und Personen - betont mehrfach die Verwobenheit und relative Ohnmacht Einzelner - spielt aber wohl in der frühen Lebenszeit der Autorin (1940-2022) und schildert ein Aufwachsen in Schottland. Einige Inhalte, die realistisch unmöglich die der anfangs zu jungen Janet sein können, werden öfter genannt und mit zunehmendem Alter konzeptuell ausgeweitet und teils personifiziert: die Farbe Lila, Angst und Scham, mehr Empathie für Tiere als für Menschen, Eskapismus in Fantasien bis hin zu sozialem Rückzug und Lesesucht, sexuelle Missbräuche, Machismus, Abwendung vom Monotheismus und assoziierten Institutionen. Um es mit einer Metapher zusammenzufassen: Janet wird als bedrohtes und gefährdetes, aber widerständiges und ungenießbares Pflänzchen geschildert, das jung ausgerissen wird. Die dichte Abfolge von Szenen, (traditionellen) literarischen Erzählweisen, grotesken bis absurden Situationen und griechisch-lateinisch tradierten Konzepten wird erfrischend gallig-humorig, menschenkennerisch und lebenserfahren präsentiert. Verlag und Übersetzerin ist für das Risiko zu danken, das ins Deutsche zu übertragen. Ein »gefundenes Fressen« für die Literaturwissenschaft, auch allen Feinschmecker*innen und Bibliotheken mit ebensolchen zu empfehlen.</marc:subfield>
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