Erziehung und Unterricht 2021 / 02, 171. Jg.

Bezeichnung Wert
Titel
Erziehung und Unterricht 2021 / 02, 171. Jg.
Untertitel
Theorie und gelungene Praxis im Umgang mit Heterogenität
Verfasserangabe
.
Medienart
Sprache
Auflage
2021 / 02, 171. Jg.
Verlag
Ort
Wien
Jahr
Band
171
Schlagwort
Annotation
Theorie und gelungene Praxis im Umgang mit Heterogenität

Der Begriff Heterogenität und die Bedeutung von Heterogenität in der Schule lassen einem unweigerlich die Karikatur von Hans Traxler (1975) mit den verschiedenen Tieren, die auf den Baum sollen, vor dem geistigen Auge entstehen: Zum Ziele einer gerechten Auslese lautet die Prüfungsaufgabe für Sie alle gleich – Klettern Sie auf den Baum!

Nach so vielen Jahren steht der Cartoon immer noch für den Begriff der Chancengleich-heit und so wenig, wie der Elefant den Wipfel erreicht hat, so wenig hat das Schul-, das Bildungssystem diesen Anspruch eingelöst.

Lieber sollten wir aber ein Bild von Schülerinnen und Schülern entstehen lassen, die unterschiedlich groß, unterschiedlich begabt, unterschiedlich erfahren, unterschiedlich unterstützt, unterschiedlich ... sind.

Der Vielfalt, der Verschiedenheit, dem Unterschied, dem Individuum, dem So-Sein, dem Anders-Sein entsprechen und gerecht werden, ist immer noch Herausforderung. Heraus-forderung für die Struktur eines Bildungssystems – „selektiv oder gesamt“ – und ebenso für die Zuordnung in Schularten, Klassen, Leistungsgruppen, Deutschförderklassen usw. und wesentlich für die Gestaltung von Unterricht.

Als Schülerin, als Schüler darf man sich freuen, wenn die Ansprüche und Erwartungen eingelöst werden und Schule zu einem Ort machen, an dem man seinen Platz finden kann und der der Person und dem Potential gerecht wird.

Oder setzen wir nach wie vor auf „schulische Sortiermaschinen“ und fragwürdige Vor-stellungen von Gerechtigkeit, die sich dann verwirklicht sehen, wenn es für alle gleich ist? Soziale Parameter, Milieufaktoren oder Status bestimmen oft, in welcher Schule, in welcher Schulart Schülerinnen und Schüler landen. Die Lehrkraft – vor allem in der Volksschule – kann zur Schicksalsfrage oder zum Glücksfall werden, je nachdem, wie der Individualität tatsächlich nachgekommen wird und werden kann. Die Ansprüche an die Professionalität von Lehrerinnen und Lehrern, an LehrerInnen-Kooperation, an gute Führung und Schul-kultur gehen einher mit den Ansprüchen an guten Unterricht, der dem Individuum Schülerin und Schüler möglichst viele Chancen und Gelegenheiten für Lernen bietet.

Dieses Heft nimmt sich also eines besonders anspruchsvollen pädagogischen Themas an, das wesentlich die Herausforderungen im Unterricht anspricht. Wissenschaft und Praxis kommen zu Wort und zeigen die Komplexität, die Möglichkeiten und auch die Grenzen im Umgang mit dem Unterschied auf.

Helga Braun (Herausgeberin) & Rudolf Beer (Herausgeber)
ISSN
00140325
Altersbeschränkung
0
Heft
02
Zählung
2021 / 02, 171. Jg.