Die Welt der Stadt.

Bezeichnung Wert
Titel
Die Welt der Stadt.
Medienart
Person
Verlag
Ort
München (u.a.)
Jahr
Umfang
259 S.
Schlagwort
Annotation
PZ 2/91*206 Die Stadt als Phänomen ist gleichermaßen für Soziologie, Geographie, Geschichts-, Literatur-, Politikwissenschaft und Architektur von Interesse, wie die hier versammelten Beiträge von insgesamt acht prominenten Autoren belegen. Der Geograph Peter Hall, Direktor des Instituts für Stadtentwicklung in Berkeley, eröffnet den Band mit Thesen, die den sonst weitverbreiteten pessimistischen Prognosen entgegenstehen: Er führt aus, daß der zumindest in der nördlichen Hemisphäre zu beobachtenden Abwanderung aus den Städten die Entwicklung gegenübersteht, daß die Metropolen vor allem zu Wirtschaftszentren werden, wobei die Veränderungen der Ökonomie selbst positive Effekte für die Stadtentwicklung hervorbrächten. Der amerikanische Architekturtheoretiker Joseph Rykwert kommt ebenfalls zu dem Schluß, daß die von der High-Technology ausgelöste gesellschaftliche Revolution eine grundlegende Wandlung der Gestalt der Städte mitsich bringen müsse. Gefragt sei Stadtbaukunst, die über hergebrachte architektonische Vorstellungen hinausgebe und vor allem auch durch politische Lösungen ergänzt werden. Dagegen betont der Soziologe Manuel Castells die Krise der zeitgenössische Großstadt. Am Beispiel der Metropolen Lateinamerikas, aber auch New Yorks entwirft er ein alamierendes Szenario: Die Stadt teilt sich immer mehr in einen reichen und in einen verarmten, überfüllten Teil, der von Drogen, Verbrechen und Hunger geprägt wird. Nur durch planvolles politisches Handeln könne ein Desaster abgewendet und die Entwicklung der Städte positiv gestaltet werden; Voraussetzung dafür sei ein gegenüber den internationalen Wirtschaftssystemen autonomes Regierungssystem der Gemeinden.Das Buch macht die subjektive Weiterfahrung gerade auch als eine Frage des Milieus bewußt; es ermutigt dazu, trotz vielfacher Bedrohungen quer-Stadt und durch die Stadt nicht einem anti-städtischen letztlich antimodernen Ressentiment zu verfallen, sondern die Vielfalt und den Reichtum, das schöpferische Potential der Städte für notwendige Alternativen in der urbanen Entwicklung zu nutzen und zu gestalten
Urheber
Schabert, Tilo