Geraubt

Bezeichnung Wert
Titel
Geraubt
Untertitel
Zehn Jahre und ein Monat
Verfasserangabe
Johann Leopold Bogg
Medienart
Person
Verlag
Ort
Wien
Jahr
Schlagwort
Annotation
Hans Bogg hatte ursprünglich nicht die Absicht, über die Ereignisse nach der Kapitulation der deutschen Wehrmacht und die Gefangenschaft in Russland ein Buch zu schreiben. Die Notizen, die er sich in seinem Tagebuch, und später auf Papierfetzen und Zeitungsrändern gemacht hat, waren eigentlich für seinen, vor der Gefangenschaft geborenen Sohn gedacht. Es ist ein reiner "Tatsachenbericht". Dies war auch der Grund, warum wir, seine ehemaligen Leidensgenossen, ihm zur Veröffentlichung dieses Buches gedrängt haben. Es ist kein falsches Heldenepos und keine jämmerliche Leidensgeschichte, sondern ein Zeugnis einer Epoche. Der Mensch ist ein Schilfrohr im Winde, von Rattenfängern und Versuchern verführt, er ist aber nicht nur böser, liebloser Hasser. Es soll auch keine Emotionen wecken, sondern zum Nachdenken anregen. Als musischer und gefühlsbetonter Mensch ist Bogg in der Lage, Gefühle in Worten so wiederzugeben, dass der Leser sie nachempfinden kann. Er schildert den Leidensweg einer politisch zerrissenen, im freien Raum schwebenden Generation, die im Laufe des Krieges immer mehr das Gefühl hatte, nur zum Sterben geboren zu sein.Mit der Verurteilung zu mindestens 25 Jahre Arbeitsbesserungslager in Abänderung der Todesstrafe wurde den ehemaligen Soldaten der Status des Kriegsgefangenen entzogen, sodass Stalin erklären konnte, die Repatriierung sei abgeschlossen. Die große Sensation ist darin zu sehen, dass dieses Buch das erste Werk über die russische Kriegsgefangenschaft ist, das einen kompletten KGB-Akt des Autors enthält, und damit den Wahnwitz und die Willkür der bolschewistischen Rachejustiz offen legt. Dieses Buch soll der Nachkriegsgeneration und unserer Jugend vor Augen halten, was es heißt, in einem totalitären Staat zu leben.