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Der Fall des verschwundenen Lords

Bezeichnung Wert
Titel
Der Fall des verschwundenen Lords
Untertitel
ein Enola Holmes Krimi
Verfasserangabe
Nancy Springer. Aus dem Amerikan. von Nadine Mannchen
Medienart
Sprache
Person
Reihe
Reihenvermerk
Bd 1
Verlag
Ort
München
Jahr
Umfang
189 S.
ISBN13
978-3-95728-260-6
Fußnote
ab 12
Annotation
Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); #Autor: Raven Adam; #Die kleine Schwester von Sherlock Holmes löst ihren ersten Fall - auf ihre ganz eigene Art. (ab 12) (JE)#Nachdem ihre Mutter plötzlich verschwindet, entscheidet die junge Enola diese aufzuspüren, ganz entgegen der Wünsche ihrer älteren Brüder Sherlock und Mycroft. Da diese vorhaben, ihre kleine Schwester in ein Internat zu stecken, flieht sie von zu Hause. Während ihrer Flucht stolpert sie über den namensgebenden Fall des verschwundenen Lords und gerät in eine lebensgefährliche Situation.#Da es sich bei Enolas Bruder Sherlock um keinen anderen als den berühmten Sherlock Holmes handelt, erwartet man auch von ihr ein Geschick für das Lösen von Rätseln und Mysterien. Ein Geschick, dass sie auch besitzt, jedoch auf eine andere Art als ihr Bruder. Während dieser auf eine deduktive und rationale Analyse setzt, verlässt sich Enola auf Bauchgefühl und Empathie und hat dazu noch eine ordentliche Portion Glück. Mit diesen Waffen wehrt sie sich gegen die vorherrschende Frauenfeindlichkeit im viktorianischen England.#Hier liegt allerdings auch das große Problem des Buches. Die Gebrüder Holmes werden zur unpassenden Personifikation dieser altmodischen Einstellung. So zieht Sherlock pausenlos über die Absurdität eines möglichen Frauenwahlrechts her, während ihm aber in den Originalwerken Doyles politisches Desinteresse zugeschrieben wird. Zwar war Doyle selbst ein Gegner des Frauenwahlrechts, doch diese Überzeugung seiner literarischen Figur anzuheften, ist fragwürdig. Weiters unterscheidet sich Mycrofts Charakter stark von Doyles Darstellung. Im vorliegenden Buch sind beispielsweise er und die Mutter zerstritten, da sie sich nicht über die Verfügung des Erbes nach dem Tod des Vaters einigen konnten. Dass dem apathischen und bequemen Mycroft die Position als Familienoberhaupt derart wichtig ist, ist ebenfalls nicht überzeugend. Durch diese und mehrere andere Unstimmigkeiten wirkt es, als hätte man sich aus Profitgründen für das Sherlock-Universum entschieden und nicht, um jungen Leser_innen die Fasznination rund um den berühmtesten Detektiv der Welt näherzubringen.#Das ist schade, denn Elona könnte ein gutes Vorbild für viele junge Leser_innen sein, so aber wirft der Titel ein falsches Licht auf eines der berühmtesten Werke der Literatur.
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