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      <marc:subfield code="a">Angaben aus der Verlagsmeldung

Frauen um Karl Kraus / von Hilde Schmölzer

Die interessanten, begabten und gescheiten Frauen, mit denen sich Karl Kraus Zeit seines Lebens umgeben hat, stehen in einem seltsamen Widerspruch zu seinen frauenfeindlichen Aphorismen, in denen er in einem krassen Dualismus die Frau auf ihre Sinnlichkeit, auf ihr Geschlecht reduziert, den Mann jedoch zum Träger des Geistes macht. Die Halbweltdamen und Schauspielerinnen in seiner ersten Lebenshälfte konnten am ehesten seinem Wunschbild von der „potenzierten Frau“ entsprechen. Während er im Umgang mit den Aristokratinnen und Schriftstellerinnen in seinen späteren Jahren seine Ansicht von der geistlosen Frau wohl geändert hat. Eines allerdings hatten diese Frauen alle gemeinsam: sie durchbrachen mit ihrer Vorstellung von einem freien Liebesleben die gängigen bürgerlichen Moralvorstellungen und waren schon aus diesem Grund für Kraus interessant. Und sie waren keine Feministinnen im eigentlichen Sinn. Denn das waren für Kraus „Tugendmegären, bei denen sich verhinderte sexuelle Notwendigkeiten in Sozialpolitik umgesetzt haben“.
Er hat die Schauspielerin Annie Kalmar, die jung und schön bereits mit 24 Jahren an der Schwindsucht starb, kultisch verehrt, ihre Büste in seinem Arbeitszimmer aufgestellt, ihre Bilder an die Wand gehängt. Seine große Liebe war allerdings Sidonie von Nádherný, mit der ihn eine 23-jährige, wechselvolle Beziehung verband. Auch die Schriftstellerinnen Mechtilde Lichnowsky und Gina Kaus gehörten zu seinem engen Freundeskreis, und Else Lasker-Schüler, die ihm in zahlreichen Briefen ihr Herz ausgeschüttet hat, war für ihn die „stärkste und wirksamste lyrische Erscheinung des modernen Deutschland“.
Wie diese - und auch weitere Frauen - gelebt haben, wie sich ihre Beziehung zu Kraus gestaltet hat, ist Inhalt dieses Buches. Ihre Schicksale sind nicht nur spannend und interessant zu lesen, sie lassen auch die Zeit um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert bis zum Ende des zweiten Weltkrieges lebendig werden
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