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Schau genau hin!

Bezeichnung Wert
Titel
Schau genau hin!
Untertitel
das außergewöhnliche Handbuch der Beobachtologie
Verfasserangabe
Giselle Clarkson ; aus dem Englischen von Katharina Diestelmeier
Medienart
Sprache
Person
Verlag
Ort
Frankfurt am Main
Jahr
Umfang
119 Seiten
ISBN13
978-3-89565-470-1
Annotation
Quelle: 1000 und 1 Buch (http://www.1001buch.at/); #Autor: Andrea Kromoser; #Beobachtologie ist die »Kunst des genauen Hinschauens«. Beobachtolog:innen »unternehmen jeden Tag Naturexpeditionen, allerdings ganz kleine.«Wo auch immer sie unterwegs sind oder wohnen, sie »bemerken interessante Details in ihrer Umgebung«. Vier perfekt für beobachtologische Entdeckungen geeignete Orte schlägt die neuseeländische Illustratorin und Comiczeichnerin Giselle Clarkson ¬bereits im Inhaltsverzeichnis vor: eine feuchte Ecke, einen Gehweg, einen zugewucherten Fleck und hinter einem Vorhang. Entsprechend nahe dran am alltäglichen Umfeld sind auch all die kleinen bis winzigen Tiere, Pflanzen und Pilze, denen sie sich im Folgenden hingebungsvoll in Bildern und Texten widmet. Giselle Clarksons Illustrationskunst ist naturalistisch genau, gleichzeitig schwungvoll und zwischendurch mit humoristischen Szenen ausgestaltet.#Geduld, Langsamkeit, Genauigkeit und die Freude an Details werden großgeschrieben. Ebenso wie ein wertschätzender, vorsichtiger Umgang mit allen Lebewesen, auch oder gerade mit jenen, die weitgehend als eher unbeliebt gelten. Einige Beispiele: Die Fruchtfliege, lat. Drosophila melanogaster zeigt sie in Originalgröße als auch in Vergrößerung mitsamt gut sicht- und wiedererkennbaren Merkmalen. Dem Erkunden von Geräuschen widmet sie eine ganze Doppelseite, das Sirren von Mücken klingt schließlich anderes als das Summen der Stubenfliege oder der Honigbiene (der sie sich übrigens an anderer Stelle ebenso ausführlich nähert, wie auch der Wespe). Die aus dem Blickwinkel von Menschen gedachten Kategorien nützlich vs. störend verlieren dabei an Bedeutung, denn Beobachtologie heißt Staunen, Sehen, Hören und Zeigen dessen, was da ist. Ebenso wie Verstehen und Wissen. Dabei unterstützt dieses Sachbuch, dazu regt es an. Versiert und komplex auf die gute Art, ernsthaft praktizierte Beobachtologie.## ---- #Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); #Autor: Josef Mitschan; #Reich bebilderte Anleitung, die oft unbeachteten Lebewesen und deren Spuren in unserer Umgebung einmal genau zu betrachten, egal wie klein sie sind. (ab 8) (JN)#Die neuseeländische Illustratorin, die dieses Buch in Text und Illustration geschaffen hat, möchte nichts weniger als Kinder dafür begeistern, neugierige Forschende zu werden. Mit der Wortschöpfung »Beobachtologie« (»observology« im Original) macht sie klar, dass genaues Beobachten schon Teil einer Wissenschaftsbiografie sein kann. Das Kind am Buchcover zeigt vor, wie es geht: sich in gebeugter Haltung staunend dem kleinen Krabbler vor den Füßen widmen. Die Forschungsgebiete, die Giselle Clarkson vorschlägt, liegen vor der Haustür oder sogar noch näher, wie das Kapitel »Hinter dem Vorhang« belegt. Dort oder auf dem Gehweg oder an einer zugewucherten Stelle im Garten finden sich krabbelnde, kriechende, fliegende Kleintiere, deren Körperbau, Verhalten und Lebenszyklen hochinteressant sein können. Die Autorin leitet nicht nur zum Aufspüren und Beobachten an, sondern regt auch an, ein beobachtologisches Tagebuch zu führen. Sie selbst hat ihre Forschungsexemplare in wunderschönen kolorierten Zeichnungen festgehalten, die bei aller Genauigkeit einen Funken Witz beinhalten. Ameisen bekommen z. B. Sprechblasen wie in einem Comic und unterhalten sich über die Kommunikationsfähigkeit der Menschen.#Das Buch ist überbordend detailreich, sodass es für jüngere Kinder schon nach einem Kapitel ermüdend sein kann. Andererseits lädt es auch dazu ein, es durchzublättern und nur häppchenweise zu genießen. Die genaue Einführung in das Thema Benennung nach Linné und das konsequente Anführen der lateinischen Bezeichnungen und vieler Fachbegriffe macht das Buch zu einem Grundlagenwerk für junge Menschen, die sich für Biologie begeistern können. »Schau genau hin« gehört in jeden MINT-Bestand!## ---- #Quelle: STUBE (http://www.stube.at/); #Autor: Kathrin Wexberg; #MINT-Buch des Monats März 2025#Der Amazonas-Regenwald, die Berge Patagoniens oder gar die eisigen Welten der Antarktis das sind so die Orte, die normalerweise mit wissenschaftlichen Expeditionen assoziiert werden. Beobachtologie hingegen kann auch an leichter erreichbaren Orten wie einer feuchten Ecke im Hinterhof oder sogar hinter dem Vorhang des eigenen Wohnzimmers stattfinden. Denn es geht, wie der Begriff mit Potential zum Zungenbrecher schon andeutet, um ein genaues Hinschauen auf interessante Details der Natur. Wichtige Voraussetzung dafür: Neugier. So basal dieser Zugang klingt, so schnell geht es dann ans wissenschaftlich Eingemachte, und die interessierten Leser*innen werden mit der Logik der Fachterminologie für Flora und Fauna vertraut gemacht darunter so wunderbare Begriffe wie "Upupa epops" (der Wiedehopf) und zwei Gattungen klitzekleiner Meeresschnecken mit den schönen Namen "Bittium" und "Ittibittium". Beobachtologisches Werkzeug braucht es nicht viel, dazu gehören jedenfalls Lupe, Spiegel und (Handy-)Kamera. Um dann tiefer einzutauchen in die Welt der Natur und festzustellen, dass normal relativ ist: Wir wissen nicht, wie es ist, etwas anderes als ein Mensch zu sein. Deshalb denken wir oft, dass die Art, wie wir die Welt erleben, die normale ist. Wir sehen mit den Augen, riechen mit der Nase, hören mit den Ohren, schmecken mit der Zunge und fühlen mit den Nerven in unserer Haut. Aber andere Wesen besitzen Sinnesorgane an GANZ anderen Stellen. So haben Wirbellose noch nicht mal eine Nase. Wie das konkret ausschauen könnte, wenn man wie ein Schmetterling die Geschmacksorgane an den Füßen hat, zeigt die neuseeländische Illustratorin Giselle Clarkson mit viel Witz in einer ihrer comic-artigen Illustrationen. Dabei zeigt sie Details ebenso genau wie korrekt, auch wenig bekannte Dinge wie das Pneumoston (die Atemöffnung der Schnecke) oder das Nest der asiatischen Papierwespe. Und kann dabei auf viel Erfahrung zurückgreifen: in Neuseeland ist sie vor allem durch ihre Sach-Comics für Kinder bekannt. Bei allen Anleitungen, wie die Natur erforscht werden kann, wird immer Rücksicht auf die Bedürfnisse der jeweiligen Lebewesen genommen: während es spannend sein kann, ein totes Insekt genauer zu untersuchen, sollte dabei immer bedacht werden, dass sich z. B. Käfer auch totstellen, um einer Gefahr zu entgehen. Dementsprechend ist in einer Sprechblase zu lesen: Ich bin nicht tot. Ich tu nur so, bis du mich in Ruhe lässt. Gekrönt wird all das lustvolle Erforschen und Entdecken mit einer Abschlussprüfung und zu guter Letzt einer wohlverdienten Urkunde in Beobachtologie.#LESEN SPRECHEN TUN#LESEN Obwohl der Texte eine Vielzahl an teilweise recht komplexen wissenschaftlichen Fakten aufbereitet, ist er stets gut verständlich und wendet sich auch immer wieder direkt an die Leser*innen. Dabei kommen auch nachdenkliche, fast philosophische Zwischentöne nicht zu kurz: Es stimmt nämlich nicht, dass alle Schmetterlinge bunt sind und alle Nachtfalter eintönig. Wer sich gerne als Schmetterlingsprinzessin verkleidet, könnte nächstes Mal vielleicht als Nachtfalterprinzessin gehen.#SPRECHEN Die Fülle an Tieren und Pflanzen, die in diesem Buch ebenso launig wie präzise vorgestellt werden, regt auch dazu an, über sie ins Gespräch zu kommen. Welche davon habe ich selbst schon einmal beobachten können, und was war daran besonders spannend? Gibt es Lebewesen, die ich besonders interessant oder aber besonders eklig finde? Bevorzuge ich die faule Variante der Beobachtologie hinter dem Vorhang der eigenen Wohnung, oder zieht es mich hinaus zu den feuchten Ecken und zugewucherten Flecken?#TUN Das Buch liefert eine Vielzahl an konkreten Handlungsanleitungen im Tun mit der Natur, die sehr informativ sind. So soll etwa ein Wurm, der Gefahr läuft, zertreten zu werden, niemals mit den Fingern aufgehoben werden (Zerquetschungsgefahr!), stattdessen sollte er auf einem Blatt zu einem Fleckchen Erde im Schatten getragen werden. Eine erschöpfte Biene oder Hummel kann mit einem zuckerhaltigen Imbiss (kein Honig!) wieder auf die Beine bzw. Flügel gebracht werden. Und weniger nützlich, aber umso anregender für die Phantasie ist der Hinweis, dass sich Inneren der Immergrünblüte eine Feen-Zahnbürste befindet.
Antolin Antolin Klasse: 4 Zum Antolin Quiz