Milchblume

Bezeichnung Wert
Titel
Milchblume
Untertitel
Roman
Verfasserangabe
Thomas Sautner
Medienart
Person
Verlag
Ort
Wien
Jahr
Umfang
205 S.
ISBN10
3-85452-622-9
ISBN13
97838545262
Annotation
"Heimatroman" abseits von Klischee und Kitsch. (DR) Sonderlinge und Behinderte hatten es auf Bauernhöfen nie leicht. Um diesen Themenkomplex kreist die Handlung dieses Buches. Jakob lebt auf seinem elterlichen Hof und ist immer wieder mit Unverständnis über seine geistige Behinderung konfrontiert. Dennoch versucht er stets, alles zu verstehen und auch körperliche Misshandlungen gottergeben hinzunehmen. Einige Ereignisse, die bis zur Viehschändung und zum Inzest reichen, treiben die Handlung voran und immer wieder gerät Jakob in Verdacht, irgendwie daran beteiligt gewesen zu sein. Als das Leben auf dem Hof für ihn immer unerträglicher wird, willigt er ein, auf einem Nachbarbauernhof als Knecht zu arbeiten. Schließlich kommt noch eine zarte Liebesgeschichte dazu. Die Erzählperspektiven dieses Romans wechseln des Öfteren. So erzählt Jakob vielfach in der Ich-Form, andererseits gibt es einen auktorialen Erzähler. Dies macht vermutlich auch den Reiz dieses Textes aus, denn so sehr man mit Jakob "mitleidet", wenn er von sich erzählt, so sehr ist man immer wieder "erleichtert", einen weiteren Erzähler zur Hand zu haben, der gleichsam den Überblick hat. Das romantische Ende passt nicht so ganz zum sonst gut gegliederten Aufbau. Kein klassischer "Heimatroman", sondern eine Erzählung mit Tiefgang bis an die Abgründe einer bäuerlichen Welt. Keine leichte Lektüre, aber anspruchsvollen LeserInnen durchaus empfohlen. *bn* Heinrich Klingenberg