Der kleine Pirat
| Bezeichnung | Wert |
|---|---|
| Titel |
Der kleine Pirat
|
| Verfasserangabe |
Franzobel. Judith Loske [Ill.]
|
| Medienart | |
| Sprache | |
| Person | |
| Verlag | |
| Ort |
Wien
|
| Jahr | |
| Umfang |
45 S.
|
| ISBN13 |
978-3-85452-183-9
|
| Annotation |
Quelle: 1000 und 1 Buch (http://www.1001buch.at/); #Autor: Nicole Kalteis; #Elternferne ist eines der Hauptmotive in der Kinderliteratur. Wenn Eltern nicht existieren oder wie in diesem Fall nach einer heftigen Auseinandersetzung und der Weigerung des Jungen, in den Kindergarten zu gehen, wütend die Türe hinter sich zuschlagen und ihn alleinlassen, beginnen die wahren Abenteuer der Kinder.#In diesem Fall sind es Piratenabenteuer. Die gesamte Wohnung wird eine Abenteuerlandschaft, der kleine Pirat erobert mit Tosen und Geschrei Toilette und Küche, die Beute waren Bohnen und Pfirsiche in Dosen, zwanzig Eier und ein Öl aus Rosen. Der Junge hält sich in seiner omnipotenten kindlichen Spiellust an keine Regel, versucht sogar, sein Mittagessen am offenen Feuer zu braten. Gott sei Dank hielt er die Flammen an etwas Hartes, das nicht recht Feuer fing, sonst wäre der Ausgang der Geschichte schlimm. Je mehr die Verwüstung der Wohnung im kindlichen Piratenspiel ihren Lauf nimmt überall kleben Honig, Marmelade, Ketchup und Himbeersaft , desto größer wird seine Angst vor einem Überfall. Und tatsächlich: Nach dem ersten vermeintlichen Dieb, der sich schon in die Flucht geschlagen als Aufräumefrau entpuppt, rückt die Oma an. Nun spitzt sich die Handlung zu und wird zur Farce: Ein wahrer Dieb kommt und fesselt die Oma, die Funken haben sich nun doch zu einem Feuer entwickelt Selbstverständlich geht die Sache für den kindlichen Helden gut aus: Der Dieb wird gefasst, das Feuer gelöscht und der kleine Pirat sieht auch nach den eindringlichen Ratschlägen der Erwachsenen keinen Handlungsbedarf, quittiert sie mit den Worten: Ja, ja redet nur, Ja, redet nur.#Franzobel gestaltet seine Erzählung in gereimten Versen, wie sie in der Kinderliteratur oft für moralische Geschichten verwendet werden. Der kleine Pirat aber ist weit entfernt von einem kindlichen Benimmbuch, es fehlt vielmehr jede moralische Grundierung. Aus jeder Zeile atmet es kindliche Anarchie, die sich durch nichts brechen lässt. Lustvoll wird gemordet, verwüstet und ausgetrickst. Erwachsene sind und bleiben verständnislose Spießer, die in dieser Welt einfach ignoriert werden. Leider findet sich diese ungebändigte Anarchie nicht in den Illustrationen von Judith Loske. Ihre Bilder bleiben bieder und lieblich, geben keine zusätzlichen Impulse und stimmen mit dem Grundton des Textes nicht ansatzweise überein.## ---- #Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); #Autor: Barbara Tumfart; #Sprachspielerische Verse über das abenteuerliche Piratenleben eines Kindergartenkindes. (ab 4) (JE)#Der kleine Pirat soll in den Kindergarten? Wie passt denn das zusammen? Gar nicht, denkt sich der junge Mann, denn er findet es tausendmal cooler, vom wilden Piratenleben zu träumen, furchterregende Flüche von sich zu geben und den Staubsauger zu einer bedrohlichen Kanone umzufunktionieren. Was zur Folge hat, dass die Frau Mama, da sie in die Arbeit muss, ziemlich entnervt die Wohnung verlässt und den Abenteurer alleine seinem Schicksal überlässt. Am Anfang genießt der Bengel die neugewonnene Freiheit in vollen Zügen, spritzt mit Ketchup durch die Gegend und macht in der ganzen Wohnung eine Riesensauerei. In all dem Trubel taucht plötzlich ein gefährlicher Einbrecher auf und der kleine Pirat muss sich schnell verstecken. Doch dann kommt auch noch die ahnungslose Omi hinzu, die von dem Bösewicht sofort gefesselt und geknebelt wird. Aber da erwacht der ganze Heldenmut in dem Piraten, er schnappt sich seine Spielzeugwaffen und beginnt, den ungebetenen Gast damit auf das Heftigste zu attackieren. Mit einem Schuh trifft der kleine Kerl letztendlich den Kopf des Banditen so gut, dass dieser verletzt zu Boden geht. Dummerweise hat der Bengel aber in all dem Tohuwabohu auf den eingeschalteten Küchenherd vergessen und das halbe Wohnzimmer steht plötzlich in Flammen. Schnell wird die Omi befreit und kurz darauf kommen glücklicherweise schon die Feuerwehr und die Polizei, die den Bösewicht nach dem Löschen des Brandes in Handschellen abführen. Ein wahrlich turbulentes Abenteuer für den Schlingel, der von nun an gelobt, wieder brav in den Kindergarten zu gehen.#Die Geschichte von Franzobel präsentiert sich in fantasievollen sprachspielerischen und lautmalenden Versen, die sich aufgrund ihres Tempos ideal zum Vorlesen, aber auch zum Selberlesen für ErstleserInnen eignen. Die Illustrationen von Judith Loske sind bunt, witzig und sehr ansprechend, ohne durch zu viele Details vom Textteil abzulenken. Fazit: Ein überaus empfehlenswertes und unterhaltsames Kinderbuch mit lustigem Text und schönen, einfach gehaltenen Bildern.
|
Erhältlich in folgenden Bibliotheken
|
Öffentliche Bücherei Stainz |
Anfahrt |
