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      <marc:subfield code="a">Selten ist es einem Buch so leicht gemacht worden, aufgefunden zu werden. Wie man bei einem verschollenen Handy die Nummer anruft, damit es unter einem Haufen von Unordnung heraus Laut von sich gibt, schaut man bei diesem Buch nach der Signalfarbe gelb, wenn man es aus der Regalordnung heraus abrufen will. Andreas Unterweger nennt seine allumfassende Darstellung der Abenteuerwelt einfach das gelbe Buch, denn es leuchtet gelb und es steht alles drin, so dass man kein zweites Buch mehr braucht. So wie man immer nur ein Abenteuer nach dem anderen erleben kann, braucht es immer nur ein Buch zu einer Zeit, und das gelbe Buch passt für jede Zeit. Es ist knallgelber Sommer und die Welt ist hell. Eine Gruppe kleiner Buben strolcht durch das Gelände, der Anführer heißt Biber und ist wahrscheinlich nach einem Popstar für Kinder benannt. Manchmal wird ein Spiel ausgerufen, dann geht es wieder auf Entdeckungsreise, zwischendurch muss jeder bei sich zu Hause nachsehen, was los ist, und Feldforschung betreiben. Besonders Großvater ist ein unerschöpflicher Stofflieferant, sein Fahrrad, sein Bett, seine Uhr, ja selbst der Zeiger seiner Uhr werden erforscht und dabei werden ungewöhnliche Geschichten herausgekitzelt. Die nähere Umgebung, der Palast des Biberkönigs, der Mond, Brennnesseln, Spuren im Schnee: überall ist die Aufregung versteckt. Das Buch ist einerseits logisch wie ein Abenteuerroman aufgebaut, andererseits werden täglich neue Erlebnisschleifen in die Zeit gestampft, die auch Auswirkung auf das Inhaltsverzeichnis haben. Es gibt nämlich gleich zwei Inhaltsverzeichnisse, die sich zwar auf die gleichen Episoden beziehen aber jeweils einen anderen Schwerpunkt setzen. Und weil alles subjektiv ist, gibt es nicht nur ein Motto sondern eine ganze Motto-Seite, wo man sich was Passendes herausschneiden kann. Identität und Differenz im gelben Land, Effekte der gelben Perspektive, Gelbe Mathematik und Wissenschaft der Zeit, Spuren im Moos, im Schnee und anderswo, Gelbe Semiotik. Tatsächlich müssen alle Wissenschaften herhalten, um dieses gelbe Phänomen zu beschreiben. Und dann ist erst noch nichts gewiss, denn "der Herbst ist eine Sache des Glaubens." (203) Endlich einmal ist die Welt so, wie wir Leser sie einst mit Kinderaugen gesehen haben, ehe uns der Wissensschatz der Wissenschaft die Luft abgeklemmt hat. Biber und seine Truppe durchforschen den Alltag nach nichts, aber was kommt, wird freudig begrüßt. Andreas Unterweger setzt mit seinem gelben Buch durchaus neue Erzählmaßstäbe, indem alles gleich wichtig ist, was gelb ist. Und Gelb kann alles sein, nicht nur das Gelbe vom Ei. Helmuth Schönauer</marc:subfield>
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