Das Haus

Bezeichnung Wert
Titel
Das Haus
Verfasserangabe
Ilse Helbich
Medienart
Sprache
Person
Reihe
Verlag
Ort
Graz ; Wien
Jahr
Umfang
140 Seiten
ISBN13
978-3-85420-762-7
Schlagwort
Annotation
lse Helbich erzählt in ihrem autobiographisch gefärbten Text "Das Haus" die Geschichte einer Frau, die sich mit über 60, entgegen aller Vernunft und entgegen dem wohlmeinenden Freundesrat, einen "Herzenswunsch" erfüllt: Sie kauft ein altes Haus. Es ist beinahe Liebe auf den ersten Blick - und das, obwohl das Haus in einem Dorf und in einer Gegend liegt, in die sie eigentlich nicht ziehen wollte. Mehr noch: Es ist baufällig und feucht, und für sie das Schlimmste: Es ist durch lieblose Umbauten und pragmatische Modernisierungen über Generationen komplett verunstaltet. Und doch kauft sie dieses "verletzte" Haus mit seinem "verwilderten" Garten. Diese Worte sagen viel über die Autorin und ihre Prosa: Ilse Helbich beschreibt Haus und Garten als geschundene Kreaturen, denen sie ihre ursprüngliche Form und Würde zurückgeben will. [...] Der Bericht vom allmählichen Entstehen des Hauses, von den behutsamen Annäherungen an einzelne Nachbarn, ja auch die gemeinsam erlebte Flutkatastrophe, die die Fundamente des neuen Heims buchstäblich zu unterspülen droht, ist in seiner geradlinigen Schmucklosigkeit von ungeheurer Spannung. Und erreicht dort, wo die wortlose Einsamkeit, die sich gnadenlos verringernde Zukunft im Genuss der Natur und des Augenblicks sichtbar werden, eine weit über das Erzählte hinausgehende Bedeutung. Ilse Helbich, die erst mit 80 ihren ersten Roman publizierte, besitzt ein ganz außergewöhnliches Talent, das Wesentliche zu formulieren, einen fast buddhistischen Sinn für Konzentration und Leere. (Verlagsinformation)##Fremdsein und Heimatsuche einer Städterin als Chance für spätes Lebensglück. Die 1923 in Wien geborene Autorin Ilse Helbich, bekannt durch ihre langjährige publizistische Tätigkeit, spürt in ihrem autobiografisch gefärbten Roman "Das Haus" allzeit gültigen Themen des Fremdseins und der Heimatsuche nach. Es ist aber nicht die faszinierende Ferne fremder exotischer Welten, in der sich die Protagonistin, eine alleinstehende, gesundheitlich angeschlagene sechzigjährige Frau, zu integrieren versucht, sondern die dörflich-ländliche Gemeinschaft eines kleinen Ortes im nördlichen Niederösterreich. Denn dort verliebt sich die Frau in ein leerstehendes, heruntergekommenes Haus, das früher im Ort als Post diente, kauft es wider jede Vernunft und restauriert es mit Hilfe einer Schar an erfahrenen Helfern in jahrelanger, liebevoller Arbeit. Neben den baulichen Veränderungen erzählt Helbich aber auch von der langsamen und vorsichtigen Annäherung der Städterin, der "Zugereisten", an die Dorfnachbarn und ihren lokalhistorischen Nachforschungen.#Am Ende steht das Haus als Symbol eines gelungenen "Nachhausekommens", das trotz mancher Naturkatastrophen der Protagonistin ein Gefühl tiefster Zufriedenheit und zeitloser Zugehörigkeit in einer Welt des ewigen Umbruches zu vermitteln vermag. Es sind keine großen spannungsgeladenen Ereignisse, die den Reiz des Buches ausmachen, sondern die einfühlsame und behutsam erzählte Geschichte einer Frau, die durch die Veränderung ihres Wohnortes einen persönlichen Neuanfang und dadurch großes, spätes Lebensglück findet. (Quelle: bn.bibliotheksnachrichten; Autorin: Barbara Tumfart)