Disteltage

Bezeichnung Wert
Titel
Disteltage
Verfasserangabe
Renate Welsh
Medienart
Person
Verlag
Ort
Innsbruck
Jahr
Umfang
155 S.
ISBN13
978-3-85197-301-3
Schlagwort
Annotation
Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); #Autor: Martina Lainer; #Sarah muß die psychische Krankheit ihrer Mutter so lange geheimhalten, bis ihr die Situation über den Kopf wächst. (ab 10) (JE)##Psychische Erkrankungen - ein neues Thema in der Jugendliteratur? Wenn ja, dann ist das sehr zu begrüßen, zumal gerade Depressionen bei Erwachsenen längst keine Seltenheit mehr sind und Kinder unter psychischen Erkrankungen eines Elternteiles sehr zu leiden haben. Renate Welsh setzt sich in sehr sensibler und bilderreicher Sprache mit dieser Thematik aus der Sicht eines 12jährigen Mädchens und eines Schulfreundes, der sie sehr genau beobachtet und das Geheimnis ihres sonderbaren Verhaltens herausfinden möchte, auseinander. Wer psychisch aus dem Gleichgewicht gerät, wer mit seinem Leben nicht mehr zurecht kommt und unter Schuldgefühlen oder Überforderungen zusammenbricht, für den hat die Gesellschaft, in der nur zählt, wer funktioniert, kein Verständnis, der ist bedroht vom Verlust seines Arbeitsplatzes, der gibt sich dem Gespött seiner Umwelt preis, dem ist das allgemeine Unverständnis sicher und der will nur, daß ja niemand davon erfährt. Genau diese Erfahrung schildert Renate Welsh. Was wunder also, daß die Mutter von Sarah ihrer Tochter verbietet, auch nur ein Wort über ihren Zustand, der nicht als Krankheit ausgewiesen wird - sie sei nicht krank, beteuert sie dem Kind -, zu verraten. Unter dem Druck des Schweigens und der Ängstigung ob der Veränderungen ihrer Mutter, verschließt sich Sarah ihren Freunden/innen in der Schule immer mehr, und erst als sie gar keinen Ausweg mehr findet und die zufällige Begegnung mit dem Hausarzt der Familie es unvermeidlich macht, bricht sie den Bann des Schweigens. Und nun beginnt ein Prozeß, in dem alle lernen (müssen), sich mit der psychischen Krankheit von Sarahs Mutter, einer Alleinerzieherin, auseinanderzusetzen. - Wieder einmal hat sich die renommierte österreichische Autorin mit einem heiklen Thema auseinandergesetzt und es - nicht zuletzt durch die realistische Darstellungsweise - geschafft, einen möglichst weiten Blickwinkel anzusetzen, der es verbietet, leichtfertig vorschnelle Urteile abzugeben. Ein überaus wichtiges Buch, das möglichst viele Bibliotheken Lesern/innen ab dem 10. Lebensjahr anbieten sollten.## ---- #Quelle: Kommission für KJL; #Autor: (1992-1997); #Für die 13jährige Sarah eskaliert eine schwierige Situation nach der Scheidung der Eltern endgültig: Während die resolute Großmutter Urlaub macht, mündet für die Mutter eine Lebenskrise in eine lebensgefährliche Depression. Um der Mutter bei der Geheimhaltung ihres Zustandes zu helfen, beginnt auch Sarah, sich vollkommen zurückzuziehen. Nur Moritz läßt sich von ihrer Kratzbürstigkeit nicht abschrecken...~Mit präziser Beschreibung gelingt es der Autorin, Depression zu enttabuisieren und ohne Schuldzuweisung als Krankheit zu beschreiben.
Antolin Antolin

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