Regenwurm und Anakonda
| Bezeichnung | Wert |
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| Titel |
Regenwurm und Anakonda
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| Untertitel |
was Tiere über sich erzählen
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| Verfasserangabe |
Bibi Dumont Tak ; Annemarie van Haeringen. Bibi Dumon Tak ; Annemarie van Haeringen ; Meike Blatnik. Meike Blatnik
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| Medienart | |
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| Person | |
| Verlag | |
| Ort |
Hildesheim
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| Jahr | |
| Umfang |
119 Seiten
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| ISBN13 |
978-3-8369-6291-9
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| Schlagwort | |
| Annotation |
Quelle: 1000 und 1 Buch (http://www.1001buch.at/); #Autor: Franz Lettner; #Dem Putzerfisch ist schon klar, dass Haie ein großes Maul haben, in dem »happs und weg«am laufenden Band Fische und andere Meerestiere verschwinden. Und trotzdem sind sie seine Lieblingskunden, die ihrerseits gerne in seiner »Waschstraße«vorbeischauen. Die Amsel hat über die furchtbaren Laute, die aus dem großen roten Schnabel des knallgrünen Halsbandsittichs kommen, wenig Gutes zu sagen. Nun gut, »Sie schreien, weil sie keine Singvögel sind.«Der Halsbandsittich wiederum weiß, dass ihm das Syrinx fehlt (das er nicht wie auf Wikipedia gelesen »Lautbildungsorgan«nennt, sondern »Singorgel«); dass unter den Singvögeln auch welche sind, deren »Singen«eher als »Heidenlärm«zu bezeichnen ist, mag er nicht verschweigen. Wenn hier Tiere Referate über andere Tiere halten, ist es wie bei den Menschen: Manchmal erfährt man über das gewählte Thema weniger als über den Redner. Selten aber macht das so viel Spaß wie hier.#Bibi Dumon Tak, die am liebsten von und über Tiere erzählt es sei hier nur an das wunderbare »Kuckuck, Krake, Kakerlake«erinnert , hatte wieder eine Königsidee. Sie arrangiert in »Regenwurm und Anakonda«eine Vortragsreihe von Tieren über Tiere auf eine Art, wie es viele aus Schulen kennen: Reihum wird zum selbst gewählten Thema gesprochen, nach jedem Referat gibt es die Möglichkeit zum Gespräch. Dafür ist hin und wieder großer Bedarf. So etwa unterbricht die Gans frühzeitig den Vortrag des Fuchses, der aus ihrer Sicht doch einen sehr reduzierten Blickwinkel hat und ihn auch selbstbewusst verteidigt: »Für dieses Referat ist allein mein Interesse an Gänsen ausschlaggebend. Und mein Interesse gilt nun mal ihrem Fleisch.«#Natürlich wird in den Vorträgen auch mehr oder weniger viel Sachinformation vermittelt, viel aber erfährt man über den Charakter der Tiere allein über Themenwahl und die Art zu reden: der schüchterne Einsiedlerkrebs kriegt fast kein Wort raus, der selbstverliebte Schneeleopard referiert naturgemäß über sich, der Fuchs ist lebhaft bei allen Diskussion dabei, in denen es um Karnivoren geht. Insgesamt spielt das Fressen und Gefressen werden eine erhebliche Rolle.#Zu den knappen Texten (etwa 3 Seiten) hat Annemarie van Haeringen Bilder gestaltet. Einerseits zeigt sie in kleinen gezeichneten Vignetten die Vortragenden, meist mit Spickzettel in der Hand, dazu gibt es jeweils ein ganzseitiges Bild jenes Tieres, das Gegenstand des Referats ist. Wie die niederländische Künstlerin die Anakonda oder den Schuhschnabel ebenso wie den Flughund oder den Blauen Drachen farbenstark und meist auf monochromen Hintergrund in Szene setzt, künstlerisch zugespitzt aber so treffend, ist fantastisch. Und sie beweist damit nebenbei, dass Illustrationen im Sachbuch nicht nur ein Augenschmaus sein können, sondern auch im Stande sind, mehr zu erzählen als Fotografien.#Das insgesamt so unterhaltsame wie informative erzählende Sachbuch hat jedenfalls das Zeug, in allen Bibliotheken, Schul- wie auch Wohnzimmern zu einem Lieblingsbuch zu werden.## ---- #Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); #Autor: Josef Mitschan; #Originelle Tierporträts als Referate von Tieren über Tiere, für Tiere vorgetragen und sehr schön illustriert. (ab 8) (JN)#Die leuchtend grüne Schlange, die sich am nachtblauen Buchcover windet, hat nichts Furchterregendes, ihr geöffnetes Maul mit den spitzen Zähnen könnte als lachend interpretiert werden. Vielleicht gefällt es ihr, was der Regenwurm in seinem Referat über sie vor anderen Tieren erzählt. Der rosa Wurm ist auf der Rückseite des Buches abgebildet und schaut wissend und verschmitzt drein. In seinem Referat über die größte Schlange der Welt hat er auch auf die Gemeinsamkeiten hingewiesen, die ihn mit der Anaconda verbinden. Nach seinen gut formulierten Ausführungen beantwortet der Regenwurm noch zahlreiche Fragen über sich selbst und das Tier, dem sein Referat gewidmet war. Er erhält Lob und man scherzt, so wie es in einer Schulklasse zugehen könnte, nur sind alle Beteiligten Tiere.#Jedes von ihnen hat einen Charakter und zeigt ihn sowohl beim Halten des Referats als auch bei den Reaktionen auf diejenigen anderer Tiere. Der Fuchs denkt nur ans Fressen und findet blutrünstige Details großartig, die Schleiereule übernimmt die Moderation und mahnt zu Ruhe und Einhaltung der vorgegebenen Zeit, den Einsiedlerkrebs behindert seine Nervosität, sobald er sein Schneckenhaus verlässt, der Brüllaffe flunkert ein Referat über das Einhorn daher und möchte dafür bewundert werden, usw.#Allesamt sind sie sympathisch in ihrer Eigenart und die Gruppendynamik in dieser ungewöhnlichen Schulstunde gestaltet sich spannend. Mit den Bildern von Annemarie van Haeringen, die für jedes der 20 referierten Tiere ein ganzseitiges Porträt beisteuert, ist das Buch nicht nur unterhaltsam, sondern auch sehr schön illustriert. Es lässt sich gut vorlesen, kann aber von Kindern ab 8 Jahren auch selber gelesen werden. Für Lehrkräfte zeigt der Ablauf der Referate die ganze Bandbreite von Zugängen und Reaktionen auf die Aufgabe. Es ist gut vorstellbar, diese Tierreferate als Impuls im Unterricht einzusetzen.#Alles in allem macht dieses originelle Buch Spaß und kann überall angeboten werden.## ---- #Quelle: STUBE (http://www.stube.at/); #Autor: Iris Gassenbauer; #Kröte des Monats Februar 2025#Knieschlottern, Frosch im Hals, ein spontaner Schwarm Zitronenfalter im Bauch? Es ist immer aufregend, wenn ein Referat gehalten werden muss und das womöglich vor der gesamten Klasse! Manche finden während der Vorbereitung in das Thema, fuchsen sich so richtig hinein, treten souverän und mit einem Berg an Wissen an die Tafel und gelten noch Jahre später als Expert*innen auf dem Gebiet. Andere hingegen stottern ihre Notizen vor einer gelangweilten Schar an Zuhörer*innen ab und wünschen sich zwischenzeitlich, es möge ihnen der Trick gelingen, sich effektvoll zu dematerialisieren. In Bibi Dumon Taks und Annemarie van Haeringens illustriertem Erzählband Regenwurm und Anakonda sind es ausnahmsweise aber nicht Menschen, die ihr gesammeltes Wissen verkünden, sondern die Tiere selbst, die über Tiere Vorträge halten und das ist alles andere als langweilig. "Referate können nämlich superviel Spaß machen. Vor allem, wenn sie mal nicht von der Tierart Mensch gehalten werden." (S. 3) Zu Wort kommen hier auch nicht nur die Stars der Tierwelt, die sonst prominent die Bühnen der Sach- und Bilderbücher bespielen, wie etwa die üblichen Löwen, Elefanten, Füchse, Bären, Hasen und Mäuschen (nicht, dass sie nicht alle großartig wären!). Nein, hier macht gleich einmal ein ganz Gewöhnlicher den Auftakt, nämlich der "Gewöhnliche Putzerfisch", und zugegeben er spricht über Haie, aber halt! Das ergibt sich aus der Natur der Sache! Wie wir lernen können, sind Haie die Lieblingskundschaft in seiner Fischwaschstraße, denn beim Haischrubben fällt so einiges für den "Gewöhnlichen Putzerfisch" ab, nach dem er ganz verrückt ist Essensreste zwischen scharfen Haibeißerchen und Wundflüssigkeit etwa. Igitt!? Nichts zu ekeln für den Gewöhnlichen Putzerfisch! Und genau hier liegt einer der Punkte, die den besonderen Charme des Buches ausmachen: Es wird aus der Sicht der jeweiligen Tierarten ganz unverblümt nicht nur über animalische Kolleg*innen gesprochen, sondern es wird immer auch aus dem eigenen Leben erzählt. So werden im übertragenen Sinne zwei Fliegen mit nur einer Klappe geschlagen (keine Angst, hier kommt keine Fliege zu Schaden, auch keine Fruchtfliege, kein Totenkopfschwärmer oder Lilienhänchen, die allesamt selbst zu Wort kommen): Verpackt in die Referate der Tiere steckt viel und erstaunliches Insiderwissen über die Sprecher*innen selbst. Kein Wunder, sind sie doch Expert*innen auf ihrem eigenen Gebiet. So erfahren wir, dass der Chor der "Geburtshelferkröten" wie das "Glockenläuten einer Kuhherde in den Bergen" (S.18) klingt, die Amsel mitunter neidisch ist auf den immerlauten und chaotischen Halsbandsittich, dem zum Wohlklang der Singvögel das Syrinx (ein Lautbildungsorgan) fehlt oder dass das "Breitmaulnashorn" in dieselbe "Ordnung" fällt wie Pferde, Zebras und Wildesel (nämlich Unpaarhufer), mit denen aber gar nicht verwandt ist (im Gegensatz zu den Arten, die in der selben "Familie" zu finden sind). Aber auch im Tierreich ist es ein wenig wie in der Menschenklasse: Nicht alle tun sich leicht damit, vor den Zuhörer*innen zu reden. Während etwa der "Einsiedlerkrebs" vor lauter Aufregung glatt vergisst, über wen er ein Referat halten wollte (es wird hier auch nicht verraten), der "Helmkasuar" geschlagene 30 Familien der Kolibris aufzählt (so erfahren wir, dass es den Zimtkolibri ebenso wie die Feuerkehlelfe gibt), der Fuchs bei seinem Referat über die Gans nur deren kulinarische Qualitäten lobt oder der "Brüllaffe" unter allen Möglichkeiten ausgerechnet über das "Einhorn" fantasiert, parliert der "Schneeleopard" samt und sonders über sein Lieblingstier: den Schneeleoparden. Begleitet werden die einzelnen Kapitel von den ansprechenden Illustrationen Annemarie van Haerings, die sowohl die Sprecher*innen als auch die Tiere des jeweiligen Referats teils großflächig, teils filigran-dynamisch in Szene setzt. Letztere, skizzenhafte Illustrationen ziehen sich bis in den Register, der von Geburtshelferkröte und Regenwurm zusammengestellt und kommentiert wird. Regenwurm und Anakonda. Was Tiere über sich erzählen ist aber mehr als eine Aneinanderreihung von Sachbuchwissen in originellem Gewand. Geschickt wirft es zwischendurch moralische Fragen auf, etwa wenn der Fuchs vor der Gans und den anderen Zuhörer*innen vom Wohlgeschmack der Gänsejungen schwärmt oder das sogenannte Gila-Monster aufgrund seines Namens hinausgeekelt wird. Gleichzeitig legt es aber auch die vielfältigen und teils erstaunlichen Eigenheiten offen, die jedes Tier mit sich bringt und die sich dann doch in den unterschiedlichsten Gemeinsamkeiten wiederfinden (ja, der Koala hat tatsächlich einiges mit der Geburtshelferkröte gemein!). So schufen Bibi Dumon Tak und Annemarie van Haeringen ein gleichermaßen lehrhaftes wie unterhaltsames Gesamtkunstwerk, von dem man sich beim Lesen wünscht, dass die Reihe an Referaten noch lange weitergeführt wird und wir schlussendlich dem Wurm nur zustimmen können:#Kann ich noch was sagen?#Nur zu, Wurm.#Sollen wir nächstes Jahr nicht auch Tiere aufnehmen, die mit C,V,X und Y anfangen?#Gute Idee, Wurm.#Ja, megagute Idee! (S. 120)#Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
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