Bibliothek der Marktgemeinde Alland

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Unterirdische Wunderwelten

Bezeichnung Wert
Titel
Unterirdische Wunderwelten
Untertitel
Grotten, Tunnel, Tropfsteinhöhlen
Medienart
Person
Verlag
Jahr
ISBN13
978-3-8369-6214-8
Schlagwort
Annotation
Tief unter der Erde – da ist es gruselig und anziehend zugleich! Kein Wunder, dass in Literatur und Kultur unterirdische Welten eine große Rolle spielen. Und auch in der Realität ist der Untergrund vielfältig. Manchmal öffnet sich die Erde und gibt ihr Inneres preis, manchmal müssen die Menschen ein bisschen nachhelfen. Die Glühwürmchenhöhle in Neuseeland ist Natur pur, während die Steinzeitmenschen die Höhle von Altamira clever genutzt und eine Verbindung von Natur und Kultur geschaffen haben. Aber es gibt auch unterirdische Räume, die menschengemacht sind. Was der Mensch da in die Erde bohrt, kann Kulten dienen oder praktischen Erwägungen (wobei prächtige U-Bahn-Stationen wie die hier vorgestellten auch etwas Kultisches haben). Nicht alle Unterwelten sind schön. So finden wir in Bolivien eines der schrecklichsten Silberbergwerke, in dem unzählige Sklaven zu Tode kamen. Aus unterirdischen Städten wie jenen in Kappadokien aber kann man auch bautechnische Erkenntnisse ziehen, die es vielleicht möglich machen, in der Zukunft kühle, unterirdische Städte zu bauen. »Unterirdische Wunderwelten« steckt voller Erkenntnisse und Überraschungen; die Vielfalt dessen, was man unter der Erdoberfläche findet, ist erstaunlich. Wer kennt hier schon das Salzbergwerk Wieliczka bei Krakau mit einem in das Salz gehauenen Kirchenschiff? Also: Ab in die Tiefe – and mind the gap! Auch in »Tunnel« geht es tief unter die Erde! Diesmal buddeln nur Menschen, allerdings zu den unterschiedlichsten Zeiten, aus den unterschiedlichsten Gründen und mit den unterschiedlichsten Werkzeugen. Zu den »Unterirdischen Wunderwelten« gibt es überraschend wenige Überschneidungen: Nur die Fluchttunnel unter der Berliner Mauer finden sich in beiden Büchern; U-Bahnen werden einmal in Moskau, einmal in Seoul vorgestellt. Das Buch ist von Kiko Sanchez wunderbar gestaltet und die Auswahl der Tunnel ist faszinierend – wobei man sich bei manchen darüber streiten kann, ob es nicht eher Höhlen sind. Denn die Samenbank von Svalbard in Spitzbergen und die atomare Endlagerstätte Onkalo in Finnland führen nirgends hindurch, sondern nur in die Tiefe (»Onkalo« bezeichnet auch keinen Tunnel, sondern einen Hohlraum). Jedenfalls aber kann man in diesem Buch großartige Entdeckungen machen. Was leider für das Glossar nicht gilt: Es erschließt sich der Rezensentin nicht, nach welchen Kriterien die Einträge ausgewählt wurden. »Schiene«, »Nische« und »belagert« sind drin, nicht aber »napoleonisch« oder »Zitadelle«. Muss man der Zielgruppe »unterirdisch« und »tarnen« wirklich erklären? Dagegen klingt die »Hundelaufanlage« an der Berliner Mauer, die nicht im Glossar steht, völlig harmlos – wenn man nicht weiß, was es ist. Wenn Begriffe nur einmal im Buch vorkommen, erklärt man sie ohnehin besser dort, was auch manchmal gemacht wird. Am Text hätte man jedenfalls noch feilen können, die Illustrationen aber sind einfach fantastisch. (Sammelrezension)
Antolin Antolin