Schwarzbuch Privatisierung
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Schwarzbuch Privatisierung
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| Untertitel |
was opfern wir dem freien Markt?
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| Verfasserangabe |
Michel Reimon ; Christian Felber
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| Ort |
Heidelberg
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256 S.
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| ISBN13 |
978-3-8000-3996-8
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| Schlagwort | |
| Annotation |
Was passiert, wenn Dinge, die jeder braucht und auf die jeder Mensch bei uns Anspruch hat, zur Privatsache einiger weniger werden? Ein Beispiel von vielen: die britischen Wasserversorger haben die Tarife um 50 Prozent erhöht und 20.000 Haushalten vorübergehend den Hahn abgedreht, weil sie die Rechnungen nicht mehr bezahlen konnten. In Atlanta, Grenoble und Potsdam hat man das Privatisierungsexperiment schnell wieder abgebrochen. Privatisierung ist nicht nur der Verkauf von öffentlichen Unternehmen, sondern der leise Rückzug der Gesellschaft aus ihrer kollektiven Verantwortung. Für das Autorenduo bedeutet Privatisierung die Ausdehnung privatwirtschaftlicher Geschäftsmethoden auf früher gemeinnützige Bereiche. Im vorliegenden "Schwarzbuch" gehen die Journalisten Reimon/Felber der aktuellen Entwicklung in den Bereichen Gesundheit, Altersversorgung, Bildung, Strom, Wasser, Verkehr, Kommunikation und öffentliche Sicherheit nach. Aber auch von anderen Bereichen (Raffinerien, Bergwerke, Stahlindustrie) verabschiedet man sich im Eiltempo. Viele Beispiele beweisen inzwischen, dass sich der Markt nicht geeignet ist, die Gundversorgung für alle sicherzustellen. Die Energiekrise in Kalifornien und Norwegen, die Wasserprivatisierungen in Argentinien und Großbritannien, Pensionsdesaster in Chile und den USA, Unfälle und Zwangsmaßnahmen (bei einem Gewinn von rund einer Million Pfund pro Tag) bei der privatisierten britischen Bahn werden als Belege dafür angeführt, dass es Bereiche gibt, die sich nicht dazu eignen, vorrangig dem maximalen Gewinn der Shareholder verpflichtet zu sein. Wahre Horrorgeschichten berichten die Autoren vom US-Gesundheitssystem, und sie verweisen darauf, dass die Gesundheitspolitik in den meisten Staaten Europas in eben diese Richtung steuert. Spätestens beim Thema Gesundheitsvorsorge wird klar, dass ein profitorientiertes Gesundheitssystem versagen muss, denn es ist schwer, von jemandem Geld dafür zu verlangen, dass er nicht geheilt werden muss. "Das Behandeln von Kranken ist immer lukrativer als das Nicht-Behandeln von Gesunden." (S. 72) Damit nicht genug. Nach den Richtlinien des GATS-Abkommens sollen die öffentlichen Dienste ausschließlich dem freien Markt anvertraut werden. In 146 Staaten der Welthandelsorganisation WTO sollen dann Bildungs- und Gesundheitswesen, Wasserversorgung, öffentlicher Verkehr und weitere 100 Dienstleistungen völlig liberalisiert werden. Für die Autoren steht hinter dem globalen Privatisierungswahn eine einheitliche Logik, nämlich die des Neoliberalismus. Gleichzeitig sehen sie in der Totalprivatisierung mit all den Folgen klare Anzeichen für das Versagen der derzeitigen globalen Politik. Dagegen hilft nur - so auch der entsprechende Aufruf am Schluss des Bandes - selbst an Protestaktionen teilzunehmen nach dem Motto: Machen Sie Druck, packen Sie mit an. Es gibt viel zu tun. Gut recherchierte Fakten und ein journalistischer Stil garantieren eine spannende Lektüre, die aufrüttelt und politisches Engagement provoziert. Alfred Auer Weitere Informationen über ProZukunft finden Sie unter www.jungk-bibliothek.at/prozukunft
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