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Der Krieg der Welten

Bezeichnung Wert
Titel
Der Krieg der Welten
Verfasserangabe
H. G. Wells. [In Bildern erzählt von] Thilo Krapp
Medienart
Sprache
Person
Auflage
1. Auflage
Verlag
Ort
Berlin
Jahr
Umfang
[70] Bl.
ISBN13
978-3-7704-5522-5
Annotation
Quelle: 1000 und 1 Buch (http://www.1001buch.at/); #Autor: Christina Ulm; #Stephen King bezeichnete Horrorgeschichten einmal als außergewöhnlich feinfühliges Barometer für die Dinge, die den nächtlichen Schlaf der gesamten Gesellschaft beunruhigen. Vor diesem Hintergrund scheint H.G. Wells Genre-Klassiker Der Krieg der Welten geradezu revolutionär. Bei Erscheinen des Romans 1898 (und sogar noch bei seiner berühmten Hörspielbearbeitung von Orson Welles 1938) war die außerirdische Bedrohung eine neue Angst. Ein Jahrhundert später ist die Invasion vom Mars einem so nahen Planeten hingegen fast schon abgenutzt. Umso logischer scheint der Zugang von Thilo Krapp, der Wells Allegorie auf die britische Kolonialpolitik entgegen anderer Adaptionen konsequent historisch stylt: Bis hin zu architektonischen Details wie Fensterverriegelungen oder Kostümen orientieren sich seine Bilder an akribischen Rechercheergebnissen, wie die Skizzen und Studien im Anhang verraten. Sein Comic folgt Zeit, Ort, Aufbau und Sprache des Originaltextes.#Möglich macht die starke Texttreue die Form der Ich-Erzählung, die in (gerafften) Originalzitaten in den Bildlegenden wiedergegeben wird. Dialoge in Sprechblasen gibt es kaum, vielmehr erfahren wir die Katastrophe durch die Reflexionen der Hauptfigur: Der Philosoph Robert erzählt in der wissenden Retrospektive von den Ereignissen, die dem Einschlag des erstes UFOs folgten: Dann kam die Nacht, als der erste Zylinder auf die Erde fiel. Hätte ich nur aufgeschaut, ich hätte ihn sehen können. Roberts Wissen um das (gute) Ende kontrastiert die Ratlosigkeit der Welt angesichts der seltsamen dreibeinigen Maschinen, die nach einer kurzen Atempause mit der Zerstörung jedes irdischen Lebens beginnen. Der Comic folgt wie der Roman Roberts Flucht durch Surrey bis nach London, wo er als Zeitzeuge vermittelt, wie eine Katastrophe solchen Ausmaßes ohne die Medien der Gegenwart kommuniziert wurde. Nämlich gar nicht. Sie wurde unmittelbar erlebt.#Thilo Krapps Bildsprache ist actionreich: Er schiebt die Panels vor ganzseitige Bilder der Zerstörung, markiert mit zahlreichen Soundwords die Feuergefechte zwischen Aliens und Militär. Wenn die außerirdischen Hitzestrahlen Menschen zu Asche verbrennen, Pferde durch die Luft schleudern und das BOOM der Verteidigungsbomben die Bilder dominiert, ist der Bildfolge nicht immer intuitiv zu folgen. Das kann man als Schwäche des Comics auslegen, oder aber als Stilmittel, um das allgegenwärtige Gefühl der Bedrohung zu vermitteln. Der zweite Teil, in dem die Ereignisse ruhiger werden, und Robert sich in Ruinen verschanzt, ist deutlich stärker: Die Unfassbarkeit der Ereignisse weicht der Aussichtslosigkeit angesichts der zerstörten Welt, die so verrät es der Schluss letztlich aber wieder im Aufbau begriffen ist. Und die gescheiterte Invasion wird zur Fußnote der Geschichte.#Dementsprechend ist auch die Farbgebung des Comics sehr durchdacht: Graue Kolorierung auf sepiafarbenem Papier. Asche und Staub vor geschichtlichem Hintergrund.
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