Öffentliche Bibliothek - Ludothek St.Vitalis Salzburg

Kontakt und Öffnungszeiten
Neu eingetroffene Medien für

Glühen

Bezeichnung Wert
Titel
Glühen
Untertitel
Roman
Medienart
Person
Verlag
Jahr
ISBN13
978-3-7371-0202-5
Annotation
Eine junge Literaturwissenschaftlerin mit fehlender Anerkennung und Karrierechance sucht Erholung und neue Erotikperspektive in der Sommerfrische. (DR) Ohne ein einziges Buch begibt sich Lima (Kurzform von Lisa-Maria) zur Sommerfrische in die Berge. Literatur der vorletzten Jahrhundertwende, speziell Schnitzler und Horváth, das ist ihr Spezialgebiet, auf dem sie nicht zu reüssieren vermag. In einer ihr aus ihrer Kindheit vertrauten Welt will sie dem vor allem männlichen Universitätsbetrieb für einige Zeit entfliehen. Dazu mietet sie sich in einer Pension ein, deren etwas unkommunikative Besitzerin den sprechenden Namen »Charona« trägt. Alles an dem Haus scheint retro zu sein: die Architektur, die Fliesen, der Standard insgesamt. Selbst die Gegend lässt Lima ständig Vergangenes assoziieren – eine Sommerfrische wie zu Schnitzlers Zeiten. Das ist ihr allerdings ganz recht auf ihrer Suche nach dem Wahren und Unverstellten. Ein junger Mann namens Michael mit Sense und kräftigen Unterarmen, unterwegs auf einem Pferdewagen, weckt ihre Aufmerksamkeit und ihr Begehren. Bei ihren Wanderungen beobachtet sie ihn immer wieder bei der Arbeit und kommt schließlich mit ihm ins Gespräch. Nach ein paar erotischen Rendezvous mit dem Sensenmann, der sie auch an den Erzengel Michael denken lässt, taucht dieser allerdings nicht mehr auf. Dafür geistert in ihren Träumen ein etwas unheimlicher Pudel herum, den sie in Anspielung auf Goethes »Faust« logischerweise »Luzi« nennt. Gelesenes und Erlebtes verschwimmen, zusehends scheint Lima den Kontakt zur Realität, die durch heranrückende Waldbrände immer bedrohlicher wird, zu verlieren. Das Ende bleibt offen, wird aber vermutlich kein gutes sein. – Interessante Auseinandersetzung mit dem Thema des weiblichen Begehrens, allerdings überfrachtet mit stark aufgetragener Symbolik, kitschigem Liebesglühen und penetranter Brandapokalypse. Die Bezeichnung »Roman« ist irreführend, am ehesten passt wohl »Novelle«.