Die erste halbe Stunde im Paradies

Bezeichnung Wert
Titel
Die erste halbe Stunde im Paradies
Untertitel
Roman
Verfasserangabe
Janine Adomeit
Medienart
Sprache
Person
Verlag
Ort
Zürich
Jahr
Umfang
270 Seiten
ISBN13
978-3-7160-0011-3
Schlagwort
Annotation
Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Sabine Eidenberger;
Pflegen, verstummen, zerbrechen wenn Kinder Verantwortung tragen müssen. (DR)
Anne und ihr sechs Jahre älterer Bruder Kai wachsen unter schwierigen Bedingungen auf: Die Mutter leidet an Multipler Sklerose, fremde Hilfe lehnt sie ab aus Scham und aus Angst, dass die Behörden einschreiten könnten. So übernehmen die Kinder die Pflege, viel zu früh und heillos überfordert. Armut, soziale Isolation und emotionale Verwahrlosung prägen ihre Kindheit. Als Kai sich schließlich befreit und die Familie verlässt, bleibt Anne zurück allein mit der zunehmend hilflosen Mutter und einer tiefen Kränkung, die die Geschwisterbeziehung zerbrechen lässt. Jahre später ist Anne Anfang dreißig, Pharmareferentin, karriereorientiert, aber emotional verschlossen. Da meldet sich Kai aus einer Entzugsklinik. Seine Musikerkarriere ist gescheitert, sein Alltag geprägt von unkontrolliertem Drogenkonsum. Und ausgerechnet jetzt, wo Anne an einem beruflich entscheidenden Projekt arbeitet der Einführung eines Medikaments auf Fentanyl-Basis in der Palliativmedizin soll sie sich um ihren Bruder kümmern, der gerade einen Drogen-Entzug durchlebt. Diese Konfrontation bringt Anne an ihre Grenzen: beruflich, moralisch, familiär.
Ein intensiver Roman, der das Tabuthema pflegender Kinder ebenso eindringlich behandelt wie die emotionale Nachwirkung traumatischer Kindheitserfahrungen und den inneren Zwiespalt einer Person, die zwischen Pflichtgefühl, Schuld und Selbstschutz taumelt. Ein schonungslos ehrliches, tief bewegendes Buch. Für alle Bestände uneingeschränkt zu empfehlen.
Altersbeschränkung
0