Die zweite Arche
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| Titel |
Die zweite Arche
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| Verfasserangabe |
Janisch, Heinz
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| Person | |
| Verlag | |
| Ort |
Zürich
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| Jahr | |
| Umfang |
[26] S.
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| ISBN10 |
3-7152-0761-2
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| ISBN13 |
978-3-7152-0761-2
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| Schlagwort | |
| Annotation |
Quelle: 1000 und 1 Buch (http://www.1001buch.at/);
Autor: Marlene Zöhrer;
Die Flut auf der Erde dauerte vierzig Tage. Das Wasser stieg und hob die Arche immer höher über die Erde. (Genesis / 1. Mose 6,59,17) Mit Die zweite Arche von Heinz Janisch und Hannes Binder sowie Alles war See von Lorenz Pauli und Sonja Bougaeva sind im atlantis Verlag im Frühjahr 2019 zeitgleich zwei Bilderbücher erschienen, die die biblische Geschichte der Sintflut aufgreifen. Kein Versehen, sondern eine bewusste Entscheidung des Verlages. Eine Entscheidung, die vor Augen führt, was künstlerische Freiheit heißen und wie Altbekanntes zitiert, neu interpretiert, weitergeschrieben und in die heutige Zeit geholt werden kann. Dabei zeigt gerade das Nebeneinander der beiden Bilderbücher, welche (Be-)Deutungen die Geschichte um Noahs Arche in neuen und unterschiedlichen Kontexten entfalten kann. Während Heinz Janisch und Hannes Binder eine versöhnliche, aber nachdenklich stimmende mythopoetische Erweiterung vorlegen, weben Lorenz Pauli und Sonja Bougaeva aus den bekannten Motiven eine heitere Geschichte um Lebensmut und Zuversicht. So unterschiedlich die beiden Bilderbücher in ihrer künstlerischen Gestaltung sind, so großartig sind sie. Beide zusammen. Jedes für sich.
Wir brauchen eine zweite Arche! Schon auf dem Innentitel sieht man ihn laufen: Alef, den Vergessenen, um siebzehn Ecken mit Noah verwandt. Noah und seine Arche sind längst weg, als Alef am Strand ankommt. Doch er ist nicht allein, auch Einhorn, Greif, Pegasus, Sphinx und Zentauren haben es nicht auf die Arche geschafft. Der Bau einer zweiten Arche erscheint da nur logisch und konsequent. Und so helfen alle zusammen, so gut es geht. Es ist eine bunte Truppe, die sich auf der zweiten Arche einfindet. Eine, die stellvertretend für die Fantasie und die Erzählkunst steht, ohne die unsere Welt ein großes Stück ärmer wäre: Wir sind anders als die anderen, und das ist gut so. Sie brauchen uns. Wir werden da sein, vor und hinter ihnen, in der Mitte und am Rand, sichtbar und unsichtbar. So rettet die zweite Arche in gewisser Weise das, was den Menschen als Mensch ausmacht. Herausragend ist dabei der Umstand, dass Binders in Schabkartontechnik erstellten Bilder die zweite Arche mitten im hier und jetzt anlanden lassen. Einhorn, Pegasus, Drachen, sie alle zerstreuen sich zwischen Häuserschluchten und Parkanlagen; Alef sitzt lächelnd in einer Tram, zwischen Menschen, die auf die Bildschirme ihrer Smartphones starren. Er scheint voller Zuversicht und Hoffnung.
Der Blumenkohl muss warten. Voller Zuversicht ist auch das Paar in Alles war See. Unbeeindruckt trotzen sie gemeinsam jedem Unwetter, ja selbst einer biblischen Sintflut. Mann und Frau sind Träumer, Visionäre mit handwerklichem Geschick und Tierliebe. Mit trockenem Witz und liebevollem Augenzwinkern lässt Pauli seine Protagonisten durch Zufall zu den Baumeistern der Arche werden. Denn eigentlich wollten die Frau und der Mann ihren Blumenkohl in den Garten pflanzen. Dazu kommt es jedoch nicht: Ein Unwetter reißt ein Loch in das Dach ihres Hauses. Doch statt das Dach zu flicken, bauen die beiden ein neues Haus, direkt am See. Was sich wiederum als schlechte Idee erweist, da schon das nächste Unwetter das neue Haus unter Wasser setzt; kurzerhand werden Räder an das Haus montiert und das Haus auf den Berg bugsiert. Da der Pegel des Sees jedoch immer weiter ansteigt und sie für das nächste Unwetter gerüstet sein wollen, bauen Frau und Mann das Haus oben auf dem Hügel zu einem Schiff um. Zu einem Schiff, in dem nicht nur die eigenen Tiere, sondern auch die Tiere aus Wald und Flur Unterschlupf finden, bis das Hausboot wieder Land unter den Planken hat.
Wie Binder macht auch Bougaeva Anleihen an bekannte Gemälde und Illustrationen der Bibelgeschichte, erschafft Bilder von beeindruckender Strahlkraft, die von der Macht des Wassers erzählen. Doch anders als in Die zweite Arche in der Binder die archaische Kraft der Naturgewalten förmlich spürbar macht, fürchtet man in Alles ist See nie ein nahendes Ende. Das liegt zum einen an Farbgebung und Bildsprache, zum anderen transportieren die Bilder diese unerschütterliche Zuversicht, oder sollte man besser sagen: Gottvertrauen? die der Geschichte innewohnt. Der von Pauli ebenso wie der von Janisch.
Siehe weiters: Pauli, Lorenz: Alles war See, 2019
ÖKJB-Preis 2020: Noahs Arche ist weg. Alef ist vergessen worden, so wie auch Einhorn, Zentaur, Sphinx und Drache. Doch zusammen können die Außenseiter die Sintflut überstehen. Die originelle Geschichte und die markanten Illustrationen in Schabkarton-Technik wie der Text leuchtend auf schwarzen Hintergrund gesetzt erzählen voller Poesie von der Rettung derjenigen, die gerne übersehen werden.
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Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Gertie Wagerer;
Weil die Arche von Noah nicht alle mitgenommen hat, baut ein entfernter Verwandter eine weitere Arche, um auch Zentauren, die Sphinx und andere geheimnisvolle Wesen vor dem sicheren Tod zu retten. (ab 4) (JD)
Noah ist schon abgefahren, stellt Alef fest. Man hat ihn vergessen, wie man ihn oft schon vergessen und übersehen hat. Nicht nur er blieb übrig, auch die Zentauren, der Vogel Greif, ein feuerspeiender Drache, ein Einhorn. So bauen auch sie gemeinsam eine Arche und überstehen die Flut ebenso. Sie landen in einer modernen Großstadt, wo sie nun untertauchen, weil ihnen Alef zu verstehen gibt, dass sie anders seien und gerade deshalb zwar gebraucht würden, aber nicht zu offensichtlich auftreten sollten. Da in der U-Bahn ohnehin alle aufs Handy starren, wird selbst Alef nicht bemerkt, und auch die anderen Fahrgäste der zweiten Arche werden nur noch sehr selten von Menschen gesichtet.
Es gibt sie, die Anderswelt, die Welt der Fantasie, der Träume, voll Sphinxen und Drachen - aber nicht jede/r betritt sie, sieht ihren Reichtum, auch nicht ihre Schönheit, schon gar nicht ihre Notwendigkeit. An den Rändern unserer Gesellschaft und an den Säumen unserer Wahrnehmung ist noch viel mehr als wir wahrhaben können und wollen, und dennoch gehört es zu unserer Welt. Diese kostbare Botschaft verpackt Heinz Janisch in gewohnt eindringlicher Sprache, ganz leicht, so leicht, dass diese zweite Arche sich am Ende wie ein Blatt Papier in die Luft erhebt und zu einer weißen Wolke wird. Einfach wunderbar, geheimnisvoll, schön.
Sehr empfohlen für alle Altersstufen!
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Quelle: STUBE (http://www.stube.at/);
Seitenweise Kinderliteratur 2019
Pech ist es, wenn einem Noahs Arche vor der Nase wegfährt; Glück jedoch, ein Meisterwerk der Doppeladressierung über dieses fundamentale Missgeschick in Händen halten zu dürfen. Denn einerseits sind der kindlichen Phantasie über das Leben der phantastischen Tiere, die keinen Platz mehr auf dem rettenden Schiff fanden, keine Grenzen gesetzt. Andererseits eröffnet sich auch für erwachsene Bilderbuchfans ein faszinierender Interpretationsspielraum für die Geschichte Alef, dessen Name auf den ersten Buchstaben im hebräischen Alphabet verweist. Und so ist es nicht nur eine Freude, die fein kolorierten Schabkarton-Illustrationen wieder und wieder zu erkunden, sondern auch darüber zu philosophieren, welche Bedeutungen die vielen, scheinbar beiläufig gesetzten Symbole in sich tragen könnten.
*STUBE*
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| BEMERKUNG |
Katalogisat importiert von: Rezensionen online open (inkl. Stadtbib. Salzburg)
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| Übersetzung |
Deutsch
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| Trägermedium |
Band
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| Illustrationsangaben |
überw. Ill.
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| Antolin |
Klasse: 3
Zum Antolin Quiz
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Erhältlich in folgenden Bibliotheken
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Haydn-Bibliothek Hainburg |
Anfahrt |
Klasse: 3
