Der anatolische Panther
| Bezeichnung | Wert |
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| Titel |
Der anatolische Panther
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| Untertitel |
Kriminalroman
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| Verfasserangabe |
André Pilz
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| Medienart | |
| Sprache | |
| Person | |
| Auflage |
Leseexemplar
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| Verlag | |
| Ort |
Innsbruck
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| Jahr | |
| Umfang |
445 S.
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| ISBN13 |
978-3-7099-7861-0
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| Annotation |
Quelle: Pool Feuilleton; #Man redet oft von Parallelgesellschaften, wenn es um Gebiete geht, zu denen öffentliche Rechtsprechung und Geschichtsschreibung keinen Zutritt haben. Dabei ist so gut wie jeder Roman eine Parallelwelt, in der mit fiktionalen Mitteln ausprobiert wird, was in der sogenannten realen Welt sein könnte.#André Pilz sucht mit seinem Kriminalroman diesen Untergrund- oder Parallelkosmos von München auf, in dem sich unter den Ritualen der Gestopften und Weißwürstigen etwas ganz anderes auftut. Die Helden haben wohl alle einen Migrationshintergrund und sind aber dennoch Ur-Münchner, weil sie der Welt des Abfalls und der Scheiße ganz nahe sind.#Protagonist ist der junge Türke Tarek, der nach seiner Fußball-Kurzkarriere offiziell so etwas wie ein Boxtraining macht, in Wirklichkeit aber von Kleinkriminalität lebt. Sein Traum ist die kubanische Freundin Nteba, die ihn am Morgen verlassen wird, vielleicht kriegt er ein anständiges Leben hin und er kann ihr nachfolgen, wo immer sie auch sein wird.#"Es muss sich was ändern. Ich muss irgendwas auf die Beine stellen, so kann es nicht weitergehen." (21) Die permanenten Allah-Anrufungen sind Verzweiflung, Ausspucken und Motivation in einem.#Tatsächlich kommt auch bald ein Verbindungsmann aus der sogenannten Münchner Oberwelt auf ihn zu und erpresst ihn. Wenn er nicht vor Gericht will, muss er in einer gewissen Moschee konspiratives Material organisieren. In der besagten Einrichtung ist seit kurzem ein sogenannter Derwisch tätig, der von Ludwigshafen zugezogen ist und offensichtlich ein eigenes politisches Programm entworfen hat. Die Münchner Anrainer jedenfalls sind recht offenherzig. Grüß Gott Herr Derwisch! sagen sie, obwohl das ja ein Tarnname ist. (144)#Das Auskundschaften der geheimnisvollen Moschee, die intern als Klapsmühle gehandelt wird, erweist sich als mindestens so gefährlich wie das Umgehen der scharfen bairischen Gesetze. Tarek fühlt sich hemmungslos zerrissen, er wird diese beiden Leben nie mehr zusammen bringen.#Wie in einer sorgfältigen Sozialstudie tun sich nun diverse Programme auf, die einerseits auf kriminellen Grundregeln fußen, andererseits internationale Terrormunition in die Sprache einflechten. Das Ganze ist vor allem eine sprachliche Angelegenheit, die Untergrundhelden sprechen in eigenen Codes, von denen die überirdischen Tageslichtbewohner keine Vorstellung haben. Und ab und zu soll auch jemand gefoltert und zu Tode gebracht worden sein, erzählen sich die Untergrundler. Der Held jedenfalls recherchiert und erzählt um sein Leben.#André Pilz unternimmt mit dem sprachlichen Werkzeug eines Kriminalromans einen Ausflug an den Rand der Gesellschaft. Manches ist so realistisch, dass es durchaus als echte Nachricht durchgehen kann, anderes ist eine auf schäbig inszenierte Tragödie mit dem Sprachmaterial von Outlaws. Als Leser fühlt man sich ähnlich aufgewühlt wie bei einem mexikanischen Blutbad-Roman Marke Don Winslow. Von bairischer Gemütlichkeit freilich ist nichts mehr zu spüren. Gruselig die Vorstellung, dass es einen Meter unter dem Münchner Asphalt vielleicht wirklich so zugeht.#Helmuth Schönauer
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