Die Helden von Hellas
| Bezeichnung | Wert |
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| Titel |
Die Helden von Hellas
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| Untertitel |
Roman
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| Verfasserangabe |
Leon Garfield
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| Medienart | |
| Person | |
| Verlag | |
| Ort |
Wien
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| Jahr | |
| Umfang |
192 S. : Ill.
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| ISBN10 |
3-7072-6599-4
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| Fußnote |
Aus dem Engl. übers.
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| Annotation |
Annotation: Nach "Die Götter des Olymp" (Gabriel, 1998) bringt Garfield hier nun die bekanntesten griechischen Heroen in einem historischen Roman zusammen. Allen voran steht Herakles mit seinen zwölf Arbeiten. Nach "Die Götter des Olymp" liegt nun auch Leon Garfields zweiter Roman zur griechischen Mythologie, "Die Helden von Hellas", in deutscher Sprache vor; und beide unterscheiden sich wohl tuend von den "Schönsten Sagen des klassischen Altertums", die Oberstudienrat Dr. Schwab als moralische Ertüchtigungsgeschichten der deutschen Jugend verordnet hat, und den infantilen Buch- und Filmversionen à la Walt Disney, die anscheinend unvermeidbar wie die Grippe sind. Garfield, der im angloamerikanischen Raum durch seine historischen Romane und Shakespeare-Nacherzählungen bekannt ist, bleibt seiner literarischen Methode treu und versetzt uns in jene Zeit zurück, in der die Heroen gelebt haben. Ein Erzähler durchstreift Hellas und sammelt Legenden, Histörchen und Gerüchte über ihre Taten. Was er an Geschichten aufschnappt, verbindet er zur Geschichte, die er gegen Geld oder eine warme Mahlzeit vorträgt. So erlebt der Leser dieGeburt des Heros aus dem Geiste der Erzählung und lernt auf vergnügliche und intelligente Weise Atalante und Meleagros, Admetos und Alkestis, vor allem aber Herakles kennen. Der Autor hält sich eng an die Überlieferung, versucht aber nicht, dem Stoff Aktualität abzugewinnen. Er belässt Herakles in der Ferne und zeigt ihn als einen Gottmenschen, der vieles tun muss, um am Olymp aufgenommen zu werden: Schlangen erwürgen, dem Wahnsinn verfallen, seine Kinder töten, Stall ausmisten, Hydra köpfen, Prometheus befreien, Äpfel klauen, in Frauenkleidern der Königin Omphale dienen. Den Roman könnte man ganz nach den Vorstellungen des Altphilologen Karl Kerényi als philosophische Menschenlehre lesen, und das ist - neben den spannenden Abenteuern der Helden - durchaus eine Qualität des Buches. Andererseits ist es aber schade, den Stoff vom antiken Terminator ungenützt in der Vergangenheit liegen zu lassen. In einer kleinen Episode bringt das Buch Garfields Verständnis antiker Mythologie auf den Punkt: Als Herakles den Zerberus fangen will, trifft er im Hades auf Meleagros. Auf seinem Gesicht flackert noch immer Stolz, wenn er über seine Heldentaten spricht, sonst ist es aber blutleer: "Ich bin ein Schatten, Herakles. Ein Phantom... aber ich bin ruhmreich. Ich gehöre zu den mächtigen Toten. Nichts kann uns verletzen. Wir sind wie Marmor, Herakles, der niemals zerbröselt, niemals verfällt!" Besser kann man das Verhältnis von Aktualität und Historizität, von Gegenwart und Antike, wie es in diesem Roman inszeniert wird, nicht charakterisieren. *ag* Robert Stocker
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