Des Kaisers Falke
| Bezeichnung | Wert |
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| Titel |
Des Kaisers Falke
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| Untertitel |
Wirken und Nach-Wirken von Franz Conrad von Hötzendorf
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| Verfasserangabe |
Dornik, Wolfram
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| Medienart | |
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| Person | |
| Verlag | |
| Ort |
Innsbruck [ u.a. ]
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| Jahr | |
| Umfang |
279 S.
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| ISBN10 |
3-7065-5004-0
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| ISBN13 |
978-3-7065-5004-8
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| Annotation |
Quelle: Pool Feuilleton;
Langsam beginnt sich Ungemach am Kontinent breitzumachen, es steht nämlich das Un-Jubiläum 100 Jahre Erster Weltkrieg an und niemand weiß, wie man das begehen soll. Ein Plastik-Sackl braucht zum Verrotten hundert Jahre, wie lange braucht dann erst ein millionenfaches Desaster, bis das halbwegs bewältigt ist.
In der Forschung werden mittlerweile die Quellen neu begutachtet und es erscheinen bereits die ersten Neu-Analysen zum sogernannten Weltenbrand.
Wolfram Dornik kümmert sich in dieser Aufarbeitungswelle um Franz Conrad von Hötzendorf (1852-1925), der auch aus Tirolerischer Sicht von Bedeutung ist, erlebte er doch in Innsbruck seine Liebestragödie und an der Südfront in Südtirol sein militärisches Desaster. Das Werk dieses Feldherrn, der sich als Scharfmacher und Falke des Kaisers empfindet, besteht nicht nur in der Leistung der Kriegs-Hetze und dem anschließenden Untergang samt Monarchie, in einem hagiographischen Genie-Streich nützt er die Zeit nach dem Krieg bis zu seinem Tod, um sein Leben zu schönen und der Katastrophe einen logischen Sinn zu geben.
Durchgehendes Element des Conrad ist sein radikaler Sozialdarwinismus, wonach sich ein Volk einfach ausbreiten muss, wenn es überleben will, und wonach eine Herrschaftsform immer in der militärischen Offensive sein muss, will sie nicht zusammenpurzeln. So sitzt der Feldherr auch am liebsten über Landkarten und plant quasi im virtuellen Raum seine Lieblingsschlacht gegen Serbien, so wie andere einen Lieblingsspaziergang oder eine Lieblingswanderung haben.
Das Perverse an diesem Conrad ist seine Rolle als Multiplikator des Unheils bei anschließendem Schönreden. Als Leser hat man es ja immer schon geahnt, wie so Bürokraten, Beamte und Kaiser-Strategen handeln. Dass es aber von Hormonen und der Witterung der jeweiligen Kommandantur abhängt, wie viele Millionen am nächsten Landstrich sterben, gibt dieser Karriere einen beinahe satanischen Anstrich.
In einer Nachbetrachtung über das Wirken Conrads wird untersucht, wie das offizielle Österreich, die Militärs und schließlich die Historiker mit diesem selbstverfassten Stoff des Helden umgegangen sind. Denn bei allem, was wir jetzt begutachten, stoßen wir immer auf die eigene Helden-Geschichtsschreibung des Protagonisten. So einen Vorgang gibt es sonst nur in der Germanistik, wenn die Autoren qua Vorlass ihr Leben ins rechte Licht rücken.
In Kasernen, Straßennamen und Plätzen ist Conrad gerade auch in Tirol stets präsent. Für das angehende Jubiläum sollten alle Beteiligten wissen, dass etwa die ganze Südtirol-Jammerei auf konkrete Täter zurückgeht. Es sind oft die Schreibtischtäter, die das größte Chaos auslösen. Und Österreich, als die Urmutter der Bürokratie, spielt auch nach hundert Jahren gerne mit dem Feuer der Bürokratie, statt sich auf Diplomatie zu stützen.
Der Kaisers Falke, ein Buch über eine katastrophale Entgleisung, die man nach hundert Jahren immer noch nicht richtig begreifen kann.
Helmuth Schönauer
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| BEMERKUNG |
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| Übersetzung |
Deutsch
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| Trägermedium |
Band
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