Der Mann aus dem Fegefeuer
| Bezeichnung | Wert |
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| Titel |
Der Mann aus dem Fegefeuer
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| Untertitel |
das Doppelleben des Jack Unterweger
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| Verfasserangabe |
John Leake. Aus dem Engl. von Clemens J. Setz
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| Medienart | |
| Person | |
| Verlag | |
| Ort |
Salzburg
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| Jahr | |
| Umfang |
455, [16] S. : Ill.
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| ISBN13 |
978-3-7017-3101-5
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| Schlagwort | |
| Annotation |
In den USA gilt Jack Unterweger in "sozialen Gegenden" als der berühmteste Österreicher und rangiert damit noch vor Arnold Schwarzenegger. Kein Wunder, ist der eine ein politisch auf dem Prüfstand stehender Ex-Bodybildner mit Connections zum Kennedy-Clan, während beim anderen, im Gefängnis zum Bodybildner ausgewachsen, die Connections zur österreichischen High-Society ins Mythologische abgedriftet sind und er mittlerweile den Status eines Halb-Heroen aus der Unterwelt hat. Nicht umsonst spielt der Original-Titel auf den Hades an, während sich die deutsche Ausgabe an das Hauptstück Unterwegers hält und vom "Fegefeuer" spricht. Eigentlich ist die Biographie über den Künstler, Häfen-Poeten, Zuhälter, Dandy und Sohn einer Nachkriegsbeziehung ein Roman und somit Fiktion. Das beginnt schon mit einem fulminanten Start, worin Jack Unterweger ganz in Manier des weltberühmten Krimi-Autors James Ellroy die Vorstädte von Los Angeles abklappert und offensichtlich eine Leiche nach der anderen im Gelände drapiert. In schnellen Erzähl-Schnitten ermitteln Polizisten in Los Angeles und Wien in Sachen Serienkiller, wobei es für den Leser verblüffend ist, wie seltsam kriminell plötzlich Ortsangaben zum Wiener Milieu klingen, wenn sie der Weltkriminalstadt L.A. gegenübergestellt werden. In drei großen Strängen fallen die dramatischen Ereignisse rund um Jack Unterweger ein, bis sich daraus ein dichter Zopf ergibt, locker gebacken wie alles in Östereich. Im ersten Teil gibt es Krimi pur, worin Prostituierte zwischen Aspekten von Serienmördern verschwindenund als Leiche auftauchen. Im Mittelteil schließt sich die Schlinge um den "Helden", abschließend kommt es zum Prozess, worin die österreichische Seele zur Aussprache kommt. Das Ende ist fast schon logisch, der Held nimmt sich selbst aus dem Geschehen. Die Erzählmethode dieser Bio-Fiktion ist genau, spannend, zerrissen komplementiv. Da hört scheinbar eine Episode auf, aber im Untergrund bohrt sie längst einen Erzählkanal zum nächsten Kapitel. Nur so läßt sich ein unfassbares Leben wie jenes von Jack Unterweger, das ständig zwischen öffentlicher Dokumenten und privat recherchierten Zeugnissen herum geschleudert wird, halbwegs darstellen. Gleichzeitig bietet dieser Fact-Plot jede Menge Ausblicke in das Funktionieren von Society, Polizeiarbeit, Aufklärung und Verdunkelung. Allein wie Frauen auf Helden abfahren, ist für jeden Leser, der kein Held ist, schlimm wie ein Krimi! Jack Unterweger als Schriftsteller kommt in diesem Buch sehr ausgewogen analysiert vor, zwischen den Erfindungen eines Lebenslaufes, den Facts als Held und der notwendigen Fiktualisierung einer Biographie gibt es jede Menge Fluchttunnel. John Leake legt sauberer Recherche hin bei geiler Kolportagenlust und literarischer Analyse. Als "Austro-Amerikaner" versteht er es vorzüglich, diese österreichische Auftriebsluft von Verschmitztheit und Lebensgeilheit, die schließlich Jack Unterweger beflügelt, kühn und sorgfältig zu beschreiben. - Warum kommen die besten Monster der Weltgeschichte immer aus Österreich, denkt man als historisch denkender Leser. Dieses Buch hilft im ersten Anflug gegen die historisierende Depression. Denn das Heldentum wird zurückgefahren auf die erbärmliche Seele des Helden. Zur deutschen Erstausgabe der Biographie ist übrigens punktgenau der legendäre Mustang mit dem Kennzeichen "W- Jack 1" um eine gute Summe in E-bay versteigert worden. Helmuth Schönauer
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