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      <marc:subfield code="a">Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); 
Autor: Monika Roth; 
Historischer Roman um einen (heimlich) jüdischen Arzt am barocken Hof Kaiser Leopolds I und seiner ersten Ehefrau Margarita Teresa von Spanien. (DR)
Seinen neuesten Roman siedelt der österreichische Schriftsteller russisch-jüdischer Herkunft Vladimir Vertlib am Österreichischen Herrscherhof, der Hofburg in Wien, in den Jahren 1668 bis 1673 an. Hauptfigur des Romans ist der fiktive jüdische Leibarzt der Kaiserin Margarita Teresa von Spanien, der für damalige Verhältnisse schon greise »Converso« Pedro Esteban de Rojas. Pedro, der als Militärarzt am Dreißigjährigen Krieg teilnahm, muss seinen jüdischen Glauben verheimlichen. Er stammt als »Converso« aus einer jüdischen Familie, die vor 200 Jahren offiziell den katholischen Glauben annahm, um in Spanien bleiben zu können. Als Leibarzt der von Kindesbeinen an schwachen, kränklichen und mit einem Kropf geschlagenen spanischen Infantin Margarita Teresa kommt Pedro nach Wien, wo er die Kaiserin nach der Hochzeit mit dem deutlich älteren Leopold I, ihrem Onkel und Cousin, bei ihrer vorrangigsten Pflicht unterstützen soll: einem gesunden männlichen Thronfolger das Leben zu schenken. Die Kaiserin weiß um den heimlichen Glauben ihres Arztes, den sie wie einen Vater liebt, und akzeptiert Pedro, obwohl sie sonst mit ihrem historisch verbürgten Antisemitismus den im Unteren Werd lebenden Juden die Schuld an ihren Fehlgeburten gibt. Dennoch kann Pedro Margarita Teresa überreden, bei der nächsten Schwangerschaft auf die Kenntnisse der jüdischen Hebamme Esther, einer 28-jährigen Witwe und dreifachen Mutter, zurückzugreifen. Pedro und Esther hoffen, bei der Geburt eines gesunden Thronfolgers doch noch die nicht nur von der Kaiserin betriebene, geplante Vertreibung der Juden aus dem Unteren Werd zu verhindern.
Ein Roman, der in sehr unmittelbarer Sprache die Denk- und Lebenswelt der drei Hauptfiguren, ihre Zwänge und Ängste, aber auch ihre Hoffnungen und Freuden, erlebbar macht: Da ist Pedro, der sich ständig verstellen und mit der Aufdeckung seiner Identität um sein Leben fürchten muss. Da ist Esther, die nach 20 Jahren immer noch jede Nacht von dem Judenpogrom in ihrer östlichen Heimat träumt und um das Leben ihrer Kinder fürchtet. Und schließlich ist da die Kaiserin, die an der fremden, nordischen Umgebung am Wiener Hof und der Unfähigkeit, einen gesunden Thronfolger zu gebären, leidet und schließlich während ihrer siebenten Schwangerschaft noch nicht einmal 22-jährig stirbt. Ein historischer Roman, der  ausgiebig recherchiert  ein tiefes Eintauchen in das frühbarocke Wien erlaubt und in seiner Personenzeichnung überzeugt. Sehr zu empfehlen.</marc:subfield>
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