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Wir müssen uns irgendwie ähnlich sein

Bezeichnung Wert
Titel
Wir müssen uns irgendwie ähnlich sein
Untertitel
Roman
Verfasserangabe
Markéta Pilátová. Aus dem Tschech. von Michael Stavaric. Redaktion Mirko Kraetsch
Medienart
Sprache
Person
Verlag
Ort
St. Pölten
Jahr
Umfang
206 Seiten
ISBN13
978-3-7017-1524-4
Annotation
Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); #Autor: Monika Roth; #Gelungener Erstlingsroman um eine Dreierbeziehung über Kulturen, politische Systeme und Zeiten hinweg. (DR)##Die Autorin, eine in Prag geborene Romanistin und Historikerin mit wissenschaftlicher Berufserfahrung (Palacký-Universität Olmütz und Universität Granada), Übersetzerin, Journalistin und Leiterin des Auslandsressorts der tschechischen Wochenzeitschrift "Respekt" in Südamerika, legt mit dem vorliegenden Roman ein äußerst gelungenes Erstlingswerk vor. Im Mittelpunkt stehen zwei alte Frauen, Maruska, die Jugendliebe und jahrzehntelange Briefpartnerin des Protagonisten Jaromir, und seine spätere Frau Luiza, Brasilianerin deutscher Herkunft. Die beiden lernen sich nach dem im brasilianischen Exil erfolgten Selbstmord Jaromirs kennen und machen sich mit Hilfe zweier weiterer junger Frauen (Marta und Lena) auf die Suche nach ihrer Geschichte mit dem Mann ihres Lebens. In kurzen Kapiteln, die jeweils dem Leben einer dieser vier Frauen zugeschrieben werden, unterbrochen von Kapiteln mit dem Untertitel "Jaromir", wird anhand der verschiedenen Frauenschicksale die Geschichte Tschechiens vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart, die Erfahrung der Verfolgung durch die Nationalsozialisten und die Dumpfheit des Lebens im kommunistischen Tschechien aufgerollt. Anhand der Spionagetätigkeit Jaromirs wird aber auch die Diktatur in Brasilien und die dort herrschende Form der Gewalt unter einem anderen Vorzeichen, aber erschreckend ähnlich wie im kommunistischen Tschechien, beschrieben.#Jaromir konnte den Nazis als Halbjude rechtzeitig entfliehen, kam aber als Spion wieder in das Land zurück, wo er schließlich verhaftet und in ein Konzentrationslager eingeliefert wurde. Hier lernte er die fünfte (heimliche) Heldin des Romans kennen, die Zigeunerin Johanna, deren gelbe Augen dem Roman im Tschechischen seinen Titel geben (wörtlich übersetzt "Die gelben Augen weisen den Weg nach Hause") und die - obwohl im Lager ermordet - wirkmächtig in das Leben Maruskas und Martas eingreift. Die Spurensuche der alten Frauen verändert auch das Leben der beiden jungen Frauen Lena und Marta nachhaltig.#Ein sensibler, phantasievoller, zutiefst menschlicher Roman um so schwierige Themen wie Antisemitismus, Diktatur, die Angst vor dem Leben und die Entwurzelung von Emigranten. Sehr empfehlenswert.