Eulennest - Bücherei der Marktgemeinde St. Andrä-Wördern

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Kultur

Bezeichnung Wert
Titel
Kultur
Untertitel
eine neue Geschichte der Welt
Verfasserangabe
Martin Puchner; aus dem Amerikanischen von Enrico Heinemann
Medienart
Sprache
Person
Verlag
Ort
Stuttgart
Jahr
Umfang
427 Seiten
ISBN13
978-3-608-96659-6
Schlagwort
Annotation
Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); #Autor: Karl Vogd; #Faszinierende Abhandlung über die Bedeutung von Kulturtransfers. (GE)#Die im Titel angekündigte »neue Geschichte der Welt« wird in diesem Buch nicht erzählt. Auf ein spannendes Leseabenteuer darf man sich aber trotzdem freuen, denn Martin Puchner bietet eine unglaublich interessante und immer wieder mit neuen Einsichten überraschende Abhandlung über kulturellen Austausch.#Kultur ist für den Literaturwissenschaftler nicht im Besitz einer Gruppe, eines Staates oder einer Religionsgemeinschaft, sondern das Ergebnis von Aneignungen aus anderen Kulturen, also ein gewaltiges »Recycling-Projekt«. Sie entsteht aufgrund von Transfers, Wiederentdeckungen, Nachahmungen und Übernahmen. Diese These veranschaulicht Puchner an zahlreichen Beispielen auf brillante Weise. Sein Werk umspannt einen gewaltigen zeitlichen Bogen von den Chauvet-Höhlen der Altsteinzeit bis ins 20. Jahrhundert. In 15 Kapiteln führt er seine Leser*innen an Orte von großer kultureller Bedeutung, etwa Pompeij, Tenochtitlan oder Bagdad. In einem besonders faszinierenden Kapitel zeichnet er nach, wie sich der chinesische Mönch Xuanzang im 7. Jahrhundert n. Chr. trotz eines kaiserlichen Verbotes auf den Weg nach Indien begab, um dort den Buddhismus zu studieren. Als kultureller Grenzgänger und Übersetzer trug Xuanzang wesentlich zur Verbreitung des Buddhismus in China bei.#Puchner ist in seiner Darstellung ungemein kenntnisreich. Er analysiert präzise, welche ganz unterschiedlichen Wege der Kulturvermittlung es gibt. Als Leser*in wird man durch die Lektüre um vieles klüger. Vor allem wird man aber demütig. Man begreift, dass »übertriebene Maßstäbe für Originalität« in Bezug auf eine Kultur wenig sinnvoll sind. »Behauptungen einer Ursprünglichkeit« würden oftmals nur dazu dienen, »fragwürdige Überlegenheits- und Eigentumsansprüche zu erheben«. Solche Eigentumsansprüche seien nicht berechtigt. Denn in Wirklichkeit stamme alles von irgendwoher: »ausgegraben, entliehen, weggeschafft, erworben, geraubt, aufgezeichnet, abgekupfert und häufig missverstanden.«