Gemeindebücherei Mühlbach am Hochkönig

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Scarlett & Browne : die Outlaws

Bezeichnung Wert
Titel
Scarlett & Browne : die Outlaws
The Outlaws Scarlett & Browne
Verfasserangabe
Jonathan Stroud
Medienart
Person
Reihe
Reihenvermerk
1
Auflage
1.Auflage
Verlag
cbj
Ort
München
Jahr
Umfang
425 S.
ISBN10
3-570-16596-5
ISBN13
978-3-570-16596-6
Annotation
Irgendwo im Wald neben einer befestigten Straße zwischen Cheltenham und Evesham liegt das Wrack eines Reisebusses. Kein Anzeichen von Leben, aber Spuren von Gewalt: Das Metall der Karosserie ist von innen durchbrochen, Kratzspuren von Wölfen finden sich auf der Bustoilette, die „besetzt“ anzeigt. Als die toughe Scarlet McCain nach ihrem letzten Bankraub diese Tür öffnet, soll sich die Prämisse des jugendlichen Outlaws – „Immer auf dem Sprung sein. Keine Bindungen. Keine Verpflichtungen“ – radikal ändern. Aus dem Klo nämlich fällt der merkwürdige Albert Browne (heute würde man ihn wohl „neurodivers“ nennen), der erste Alliierte in Scarlets Leben und ein weiteres von vielen Geheimnissen, in die wir Lesenden erst nach und nach eingeweiht werden. Denn auch der telepathisch begabte Albert, der sein Leben lang den Experimenten einer gewissen Doktor Calloway ausgesetzt war, ist auf der Flucht. Auf seine Ergreifung – tot oder lebendig – ist eine Belohnung ausgesetzt. Die beiden konträren und sperrigen Sympathieträger werden zur Schicksalsgemeinschaft und fliehen im Verlauf der temporeichen Handlung durch ein England, das nach einer nicht näher definierten Katastrophe auf ein fantastisch verzerrtes Wild-West-Szenario mit Büchsenmachern, Sklavenhändlern und Blutottern zurückgeworfen ist. Recht und Ordnung ist hier Auslegungssache und natürlich wird die herrschende Teilung in sichere Städte und das gefährliche Draußen narrativ unterwandert. Die Verfolgungsjagd der beiden führt entlang wortwörtlicher Cliffhanger (mit Explosionen, Toten und letzten Sekunden) bis zu den freien „Inseln“ (Hochhausruinen!) des überfluteten Londons, wo es zum großen Finale kommt. Jonathan Stroud reüssiert einmal mehr mit dem Schreibprinzip „Show, don’t tell“: Ohne die helfende Einordnung einer auktorialen Erzählinstanz und reduziert auf die Perspektiven von Scarlet und Albert bleibt diese anarchische Gesellschaft zwar diffus, die einzelnen Szenen aber geraten umso plastischer. Als eine Art Drehbuch einer äußerst spannenden Jagd durch eine von Wildnis und Wasser bestimmten Landschaft ist der Roman in sich abgeschlossen – als Weltenentwurf und Abenteuergeschichte eines biografisch noch längst nicht auserzählten Duos ist der Band erst ein vielversprechender Auftakt. Gut, dass wir von Jonathan Strouds Schreiben Ausdauer gewöhnt sind.
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