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      <marc:subfield code="a">Quelle: 1000 und 1 Buch (http://www.1001buch.at/); &#xD;
Autor: Kathrin Wexberg; &#xD;
Annotation: Packender Jugendroman mit Parallelwelt&#xD;
Rezension: Der sechzehnjährige Seth stirbt: Drastisch werden seine letzten Momente geschildert, bevor ihn das Meer Kopf voran gegen einen Felsen schleudert. Nach seinem Tod erwacht Seth. Und findet sich in jener Nachbarschaft in England wieder, in der er mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder gelebt hatte, bevor ein schreckliches Ereignis das Leben der Familie für immer veränderte und ihren Umzug nach Amerika auslöste. Doch nicht nur, dass Seth tot ist, die Welt, in der er sich wiederfindet, scheint völlig menschenleer  nach und nach zeigen sich Zerstörungen von fast apokalyptischem Ausmaß. Ist das die Hölle? Was hat es mit den Bandagen auf sich, in die er im Moment seines Erwachens notdürftig gewickelt war? Warum steht in seinem alten Kinderzimmer ein Sarg?&#xD;
Während Seth mit immer neuen Rätseln (und praktischen Herausforderungen des Überlebens nach dem Tod ) konfrontiert ist, wird parallel dazu in Rückblenden nach und nach erzählt, was vor seinem Tod passiert ist. Als wäre das nicht alles schon spannend und kryptisch genug, stellt sich nach rund 200 Seiten plötzlich heraus, dass Seth doch nicht ganz allein ist: Auch das schwarze Mädchen Regine und der kleine Pole Tomasz haben ihren eigenen Tod hinter sich und fragen sich, wie und warum sie hier gelandet sind [ ]&#xD;
Patrick Ness packender Jugendroman sprengt mühelos alle eindeutigen-Genrezuordnungen: Er ist gleichzeitig Thriller, Dystopie, Coming of Age Roman, aber auch die berührende Freundschaftsgeschichte eines Trios, das in seiner skurrilen Unterschiedlichkeit und einander ergänzenden Genialität Harry, Hermine und Ron alle Ehre macht. Bei aller Oberflächenspannung, die über das ganze dicke Buch hinweg gehalten wird, werden (durchaus mit Pathos) verschiedenste ethische und philosophische Fragen verhandelt, die sich einem Jugendlichen stellen, der in seinem Leben immer wieder erkennen musste, dass man auch sterben kann, bevor man tot ist. Und der erst im Leben nach dem Tod erkennt, dass auch sein Leben mehr als das, was er wahrzunehmen vermeinte,  zu bieten hat. Mehr kann aus Gründen der höchsten Spoiler-Gefahr nicht verraten werden.  Lesevergnügen ist, auch für LeserInnen, die manchen der angedeuteten Genres nicht unbedingt zugeneigt sind, sicher!&#xD;
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Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); &#xD;
Autor: Cornelia Gstöttinger; &#xD;
Ist Seth am Ort seiner größten Schuld gefangen, in einem Traum, in dem seine schlimmste Erinnerung für immer eingefroren ist? Ein tiefgründiger Roman über Schuld und Schmerz und ein beeindruckendes Spiel mit der Wirklichkeit. (ab 14) (JE)&#xD;
Ein Junge kämpft im Meer gegen das Ertrinken. Erschöpft erwacht er in einer dystopisch wirkenden Welt. Ist er gestorben? Warum ist er so geschwächt? Seth beginnt, die staubige Umgebung zu erkunden. Mit dem langsamen Erkennen vertrauter Gegenstände kommt das tiefe Entsetzen: Dieser verlassene Ort ist seine ganz persönliche Hölle. In diesem Haus, in dem er einst mit seiner Familie lebte, ist das Allerschlimmste passiert. Seth spürt, dass ihn das Erinnern gefährlich nah an einen Abgrund aus Verwirrung und Verzweiflung treibt. Ist da noch mehr, an das er sich nicht zu erinnern wagt? Was ist mit all den Dingen, die nach und nach in seinen Träumen an die Oberfläche gelangen, Sachen, "die auf ihre jeweilige Art am meisten wehtun - weil sie entweder zu schlimm oder zu schön sind?" (S. 93)&#xD;
Wie Seth versuchen die LeserInnen, diesen eigentümlichen, geheimnisvollen Ort, über dem eine unheimliche Stille liegt und der in seiner Absurdität wie eine bedrohliche Traumwelt erscheint, zu dechiffrieren. In kursiver Schrift wird ein zweiter Handlungsstrang eingeflochten und mit ihm drängt sich die zwingende Frage auf, was in diesem vielschichtigen Spiel mit den Wirklichkeiten nun real ist. Übrigens ein triftiger Grund in dieser Rezension auf keinen Fall zu viel über den unvorhersehbaren Plot zu verraten&#xD;
Nur so viel: Der fesselnde Roman beginnt wie ein Science-Fiction-Thriller voller Suspense und wandelt sich dann zu einem psychologisch feinsinnigen Entwicklungsroman voller Tiefe und Poesie. Patrick Ness, bekannt durch "Sieben Minuten nach Mitternacht", lotet den Seelenzustand seiner Figur präzise aus. "Mehr als das" ist ein stilles, langsam erzähltes Buch mit umso größerer Wirkmacht, beklemmend in all dem Schmerz und der Traurigkeit, die Patrick Ness in wunderschöner, berührender Prosa schildert. Man möchte die verletzte Seele dieses verschlossenen Jungen ergründen, dem eine Schwere auf der Brust lastet und die bittere Sehnsucht nach "more than this" (Originaltitel). Man möchte verstehen, was ihn in die kalte Umarmung des winterlichen Ozeans getrieben hat.&#xD;
Ein Buch, das einem nahegeht, einen erstaunt und überrascht, das Lebensphilosophisches anrührt und einen mit zutiefst existentiellen Fragen zurücklasst. Aber letztlich auch mit dem Vertrauen und dem Glauben daran, dass da immer noch mehr ist. Außergewöhnlich und besonders - zu Recht auf der Empfehlungsliste des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises 2015. Für alle Büchereien!&#xD;
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Quelle: LHW.Lesen.Hören.Wissen (http://www.provinz.bz.it/kulturabteilung/bibliotheken/320.asp); &#xD;
Autor: Sigrid Klotz; &#xD;
Der sechzehnjährige Seth treibt im eisigen Meerwasser, er versucht zu schreien, doch seine Lungen füllen sich mit Wasser, dann schwemmt eine gigantische Welle seinen Körper an die Klippen und sein Körper zerschellt. Er hört sein Genick brechen.&#xD;
Einige Sekunden nach seinem Tod wacht der Jugendliche vor dem Haus in England auf, in dem er seine Kindheit verbracht hat. Sein Körper ist mit seltsamen Bandagen umwickelt, die nur seine Geschlechtsteile, sein Gesäß und seinen Kopf freilassen. Die Landschaft scheint ausgestorben, alles ist mit einem seltsamen Schlamm bedeckt und das Wetter wechselt im Stundenrhythmus. Er ist äußerst schwach und fällt immer wieder in tiefen Schlaf, in dem er vom Leben vor seinem Tod träumt. Er erinnert sich daran, dass sein kleiner Bruder als Kleinkind von einem entflohenen Sträfling entführt wurde, und Seth selbst daran Schuld war, weil er dem Mann die Tür öffnete.&#xD;
In dieser seltsamen ausgestorbenen Welt findet Seth doch noch zwei menschliche Wesen, nämlich den zwölfjährigen Tomasz aus Polen und die sechzehnjährige Regine. Die drei entdecken eine gigantische Lagerhalle voller futuristischer Särge. Darin liegen bandagierte Menschen in einer Art Koma. Diese Menschen leben in einer virtuellen Parallelwelt. Bewacht und gewartet wird der Komplex vom "Unding", das die drei nun verfolgt, um sie wieder zurück in die virtuelle Welt zu bringen.&#xD;
Patrick Ness schildert in einer sehr bildhaften, wortgewaltigen Sprache das Szenario einer zerstörten Erde und die Orientierungslosigkeit des Protagonisten. Die Geschichte wird immer wieder unterbrochen von den Traumszenen, die in die virtuelle Welt im Leben vor Seths angeblichem Tod zurückführen. Sehr spannend wird die Geschichte für alle, die durchhalten: ab der Hälfte des Buches taucht das "Unding" auf und wilde Verfolgungsjagden und Kämpfe beginnen.&#xD;
Für den Leser ist der Wechsel zwischen den beiden Welten, aber vor allem die philosophischen Ausführungen, die zum Beweis der realen Welt führen sollten, eine intellektuelle Herausforderung. Manche Begründungen waren für mich nicht immer bis zum Schluss durchdacht oder oberflächlich.  Besonders berührend aber die tragische Liebe der Hauptfigur zu seinem Freund Gudmund in der virtuellen Welt, von der auch der Titel herrührt: "Ich dachte immer, es gibt mehr auf der Welt als das. Jetzt weiß ich es. Du bist mein MEHR."&#xD;
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Quelle: STUBE (http://www.stube.at/); &#xD;
Das Sterben des Protagonisten an den Beginn zu stellen ist radikalste Tabula rasa  und doch erst der Anfang. Seth ertrinkt vor der amerikanischen Küste, und diesem Prolog folgt ein Erwachen: Plötzlich findet sich der 16-Jährige in seiner ehemaligen Heimatstadt in England wieder. Durstig, nackt, allein  in einer apokalyptischen Welt. Seth glaubt sich tot und hält die Isolation dieser devastierten Welt für seine persönliche Hölle. Erst nach und nach schieben sich Seths Erinnerungen ein und erklären seinen Tod. Der an den Genregrenzen operierende Roman thematisiert eine detaillierte Aufarbeitung von Schuld. Als Seth einen Feind ebenso wie Verbündete ausmachen kann, stellt sich heraus, dass Hölle nur eine Möglichkeit ist, diesen Ort zu benennen &#xD;
*STUBE*&#xD;
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Hier ist der Junge. Er ertrinkt. Das Sterben des Protagonisten an den Beginn eines Jugendromans zu stellen ist radikalste Tabula rasa  und doch erst der der Anfang. Denn dem Prolog folgt ein Erwachen: Seth ist nach seinem Tod plötzlich allein in einer unbekannten, verwahrlosten Welt, irrt in den Resten von Zivilisation und wähnt sich in einer Hölle. Durstig, nackt, allein. Patrick Ness spielt in der Beschreibung mit den (religions- und kunstgeschichtlichen) Assoziationen und Konnotationen an jenen finsteren Ort und auch Seth gleicht seine Ideen vom Jenseits mit den Tatsachen ab, mit denen er nun tatsächlich konfrontiert ist: Es ist nicht die Hölle, in der sich Seth scheinbar befindet, es ist seine eigene, persönliche Hölle, und dementsprechend erkennt er langsam, wie vertraut ihm seine Umgebung eigentlich ist: Er befindet sich in seinem früheren Zuhause, lange bevor das mit seinem jüngeren Bruder passiert ist. Was damals geschah und wie das Ereignis Seths Welt wörtlich und gänzlich aus den Fugen gebracht hat, ist eins der zentralen Geheimnisse des spannenden Romans. Eine Lösung scheint lange Zeit fern, wir begleiten den Jugendlichen bei seiner Aneignung dieser menschenfeindlichen Welt, bei der Suche nach Kleidung, Nahrung und Zuflucht, die Patrick Ness parallel zur unfreiwilligen Aufarbeitung von Seths Biographie führt. Erinnerungen an die Zeit davor drängen sich immer wieder fast physisch auf und sind als kursiv gesetzte Textpassagen eingeschoben. Langsam erfahren die Lesenden daraus von den komplexen Geschehnissen, die zu Seths Tod geführt haben. Sie erzählen nicht nur von seiner Familie, sondern auch von einer Liebesgeschichte, kontrastierend zum Gefühl, alleine auf der Welt respektive in der Hölle zu sein. Beide Erzählzeiten sind im Präsens wiedergegeben  beides ist damit gleichermaßen gegenwärtig und verweist auf die Zeitlosigkeit, die (nicht nur im Christentum) dem Jenseits eingeschrieben ist. Die psychoanalytischen Versatzstücke wie Verdrängung und Erinnerung, Verschiebung und Verleugnung verdichten sich in einem nicht nur symbolisch aufgeladenen, sondern konkret als Schlüsselort genutzten Raum: Ein Gefängnis (in der Kulturgeschichte oft genutzte Metapher für die Hölle) befindet sich in Seths Umgebung und ist in beiden Welten  Seths damaliges Zuhause und nun Hölle  von elementarer Bedeutung  Patrick Ness gliedert seinen Roman in vier Teile und folgt mit dem Abschluss jedes Teils auch der psychischen Entwicklung von Seth  gekoppelt an seinen Erinnerungsprozess, was damals tatsächlich geschah. Repetitiv kehrt der Text an den Bruchstellen zwischen diesen Teilen immer wieder zu Seths Tod zurück, ordnet ihn neu ein und erprobt idente Passagen in einem anderen Tempus. Der Glaube, in der Hölle zu sein, bricht ausgerechnet dann, als Seth im zweiten Teil auf der Reise zum Gefängnis zwei andere Jugendliche findet  oder eher sie ihn, als er von einem monströsen Wesen angegriffen wird. Es gibt noch jemanden in der Hölle. Die Funktion und Rolle seines Feindes, aber auch seiner neuen Freunde, Regine und Tomasz, die wie er plötzlich in dieser Welt erwacht sind, sind rätselhaft. In der Reflexion der Jugendlichen bietet Patrick Ness mehrere Lösungen dafür an. Auch, was die Bezeichnung des Ortes betrifft. Hölle, so stellt sich heraus, ist nur ein Narrativ, das dieses fremde Umfeld zu beschreiben versucht. Damit wendet sich die Ausrichtung des Romans: Von einem dogmatischen Diskurs und möglichen Verbildlichung des Jenseits im ersten Teil, fokussiert der Roman in der zweiten Hälfte auf actionreiches survival und andere (theologische) Fragestellungen: Schuld und Sühne einerseits, die Frage nach Körper, Leib und Seele andererseits. Denn ohne zu viel verraten zu wollen: Seth, Regine und Tomasz sind nicht mit ihrer je eigenen Hölle konfrontiert, sondern mit der Folge einer Entwicklung, die das Leben aller Menschen weitgreifend beeinflusst hat. Eine Entwicklung mit der die zutiefst unchristliche Trennung von Körper und Seele einhergeht und den Text  sogar auf zwei Ebenen  in die Tradition der Future Fiction stellt. So wird letztlich der versehrte Leib zum zentralen Motiv des nachdenklich stimmenden Jugendromans, aber auch das Heil-werden desselbigen. Erlösung ist in Seths Vergangenheit, aber auch Zukunft das in Beziehung Treten: Nicht nur zu anderen Menschen, sondern auch zu seiner wahren Vergangenheit. Ob und wie die Jugendlichen dies vollziehen, lässt Patrick Ness bis über das Ende hinaus im Dunkeln. Und bietet damit Anstoß zur Diskussion.&#xD;
Religion im Kinderbuch&#xD;
*STUBE* Christina Ulm</marc:subfield>
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