Öffentliche Bibliothek Irdning / Aigen
Kontakt und ÖffnungszeitenZwei Frauen warten auf eine Gelegenheit
| Bezeichnung | Wert |
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| Titel |
Zwei Frauen warten auf eine Gelegenheit
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| Untertitel |
Roman
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| Verfasserangabe |
Monika Helfer ; Ingrid Puganigg
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| Medienart | |
| Sprache | |
| Person | |
| Verlag | |
| Ort |
Wien
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| Jahr | |
| Umfang |
142 S.
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| ISBN13 |
978-3-552-06240-5
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| Annotation |
Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); #Autor: Ilse Hübner; #Brieffreundschaft der Moderne. (DR)#Zwei Frauen entschließen sich, nach langer Pause ihre freundschaftliche Beziehung wieder aufzunehmen. Die eine lebt in Hannover, die andere in Wien. Sie schreiben sich E-Mails, erst etwas zaghaft, aber im Laufe der Zeit immer impulsiver und direkter. Letztendlich schließen sie nichts aus und lassen nichts weg. Aus den gemeinsamen Erinnerungen werden Wahrheiten, die in Fiktion münden, und Träume, die noch nicht geträumt wurden. Sie überprüfen sich und die anderen, unterstellen Lebensweisen und überzeichnen Gelebtes. Sie erfinden sich neu und verwerfen im gleichen Atemzug Gewesenes.#Monika Helfer und Ingrid Puganigg legen ein schwer zugängliches Werk voller Irritationen vor, in dem man sich wiederfinden, aber gleichzeitig auch verlieren kann. Ein Briefwechsel wie ein abstraktes Bild, den man als gelungen erachten kann oder aber beiseitelegt, weil man keinen Zugang findet.#Die Charaktere der beiden Frauen zeigen sich vielschichtig und oft nicht wirklich nachvollziehbar. Beim Lesen überfällt einen der Gedanke, man sitze in einem Café und höre am Nebentisch zwei nicht mehr ganz junge Frauen beim täglichen Tratsch zu. Das Buch enthält aber auch tiefgründige oder heitere Passagen, die aufhorchen lassen und zum Weiterlesen animieren. Sicher kein Buch für jedermann/-frau.## ---- #Quelle: Pool Feuilleton; #Auf eine Gelegenheit zu warten heißt immer, etwas Entscheidendes vorzubereiten in Sachen Flucht, Erotik oder Berufswechsel.#Die Protagonistinnen in Monika Helfers und Ingrid Puganiggs Roman warten offensichtlich auf eine leibhaftige Begegnung, sie schreiben sich nämlich ständig Mails und gestalten ihre Freundschaft ziemlich virtuell.#Die beiden Schriftstellerinnen "I" in Hannover und "M" in Wien nehmen nach Jahren einer losen Schriftstellerinnenfreundschaft wieder intensiven Mailverkehr auf, denn "irgendwann fängt man an über etwas zu schreiben an." (9) Dabei schreiben sie sich undatiert aber jeweils an den Orten Hannover und Wien festgemachte Briefe, die nur dem äußeren Anschein nach Mail-Züge haben. Trotz ihrer schnellen Übermittlung sind diese Texte sinnliche Langsamkeiten wie aus einer anderen Zeit. Selbstverständlich wird das Du groß geschrieben und wie in alten Briefen wird ein Element aus dem angekommenen Brief aufgegriffen und mit Tagesneuigkeiten erweitert zurückgeschrieben.#Neben Banalitäten wie "Mach dir keine Gedanken über meinen Stuhlgang" (14) sind es sogenannte Altersbanalitäten, die die beiden ins Brüten bringen. Wo sticht es, soll man operieren, warum schwitze ich so, "Ich bin jetzt ausoperiert, ich lasse niemanden mehr hinein [in meinen Körper]." (39)#Kontinuierlich laufen die Schreiberfahrungen mit, manche Kollegen tauchen auf wie Reinhard Prießnitz, aber es bleibt nur ein Bonmot davon.#Im Hintergrund der beiden Heldinnen wuseln ihre Männer herum, mehr oder weniger virtuell gestalten. Der Heinrich schreibt manchmal ein Gedicht und lässt es von der Geliebten austesten, der Jakob tritt auf als Mensch aus goldenen Sätzen gemacht.#Fixes Ritual des Briefverkehrs ist eine mögliche Begegnung, am Wiener Graben vielleicht oder in Hannover. Gegen Ende fährt die eine nach Hannover und schaut sich das Briefgefüge in Echtzeit an, nichts entspricht dem Bild, das sie sich von der Stadt und ihrer Bewohnerin gemacht hat. Ohne Kontaktaufnahme fährt sie wieder zurück, das ist dann auch das Ende dieser künstlichen und künstlerischen Freundschaft.#Als Thema dieses Romans liegt das Altwerden leicht und ironisch in der Schreibluft. Die beiden Autorinnen spielen mit der alten Form des Briefromans und blasen das digitale Getue aus der Schreib-Cloud hinein. Jeder Brief ist eine Erleichterung und ein Ventil, die angestaute Luft der Tage aus dem immer seniler werdenden Körper hinauszulassen. Es gibt diese Altersfreundschaft, diese feine Altersaufmerksamkeit, womit sich ein Minimum an Kommunikation aufrechterhalten lässt, auch wenn die Themen ständig verrutschen und die Antwort auf keine Frage passt. Eine "Gelegenheit" zum Älterwerden gibt es immer.#Helmuth Schönauer
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