Marienbilder

Bezeichnung Wert
Titel
Marienbilder
Verfasserangabe
Bach, Tamara
Medienart
Person
Jahr
Umfang
133 S.
ISBN10
3-551-58299-8
ISBN13
978-3-551-58299-7
Annotation
Annotation: „Marienbilder“ ist ein reizvoll komponierter Generationenroman, der die biographische Schnittstelle von Tochter, Mutter und Großmutter reflektiert, da eine ungeplante Schwangerschaft ihre Lebensläufe in ihren jeweiligen sozialgeschichtlichen Kontexten von Krieg, biederen 70er Jahren und der ( liberalen?) Gegenwart vorschreibt. Rezension: „Mareike ist die Mutter abgehauen“ – das ist die Ausgangssituation in Tamara Bachs jüngstem, aber reifstem und reizvollstem Werk, das die Effekte jugendlicher Sehnsucht in drei Frauenbiographien dreier Generationen nachzeichnet: Mareike, die Mutter Magda und die Großmutter Marianne wurden mehr oder weniger unverhofft schwanger, repräsentieren mehr oder weniger „Marienbilder“, die der Roman entwirft und in einem metafiktionalen Diskurs über das Erinnern, Erzählen und Erfinden zugleich aufhebt. Nach dem Weggang ihrer Mutter versucht Mareike sich auf einer Party abzulenken. Alkohol, Sehnsucht und eine Nacht mit Gregor ohne Romantik hinterlassen einen „kleinen Zellhaufen“ und eine verwirrte Mareike, die die Suche nach ihrer Mutter Magda sowie deren Motiven für ihre Flucht aufnimmt und Parallelen zu ihrer eigenen Situation entdeckt. Auch Magda war auf der Suche nach Liebe. Zurück blieben ein uneheliches Kind und eine alleinerziehende Mutter, die sich in den 1960er Jahren schließlich in eine Anstandsehe begibt, aus der Mareike als spätes, nicht gewünschtes Kind hervorgeht. Mareikes Suche beginnt am Bahnhof, wo das verlassene Auto der Mutter gefunden wird. Züge, die gleich, manchmal, nie oder anders als erwartet kommen, bringen Mareike zu den Geschichten bzw. Frauenschicksalen ihrer Familie, die so verlaufen sind oder hätten verlaufen können. Dabei werden auch Varianten von Mareikes eigener Geschichte geliefert: sie verliert das Ungeborene, sie lebt mit dem Kind in der Fremde, sie gründet eine Familie. Falls sich Magda damals nicht, wie der Schluss offen lässt, doch gegen den „kleinen Zellhaufen“ entschieden hat. In schlichter, aber nicht unpoetischer Sprache werden schillernde biographische Bruchstücke dreier Generationen entworfen, die hier geschickt parallel geführt werden. Doch während für Marianne und Magda die gesellschaftlichen Lösungen für ihr „Problem“ auf der Hand lagen, ist für Mareike alles offen. „All die Geschichten, die doch nur Fiktion sind, sobald sie passiert sind. Ich trau den Geschichten nicht“ – ich schon!
Trägermedium
Band