Der Klang der ungespielten Töne

Bezeichnung Wert
Titel
Der Klang der ungespielten Töne
Untertitel
Roman
Verfasserangabe
Konstantin Wecker
Medienart
Sprache
Person
Verlag
Ort
Frankfurt am Main u.a.
Jahr
Umfang
160 S.
ISBN13
978-3-550-08466-9
Annotation
Anselm Cavaradossi Hüttenbrenner (der Icherzähler des Werkes) ist ein musikalisches Genie. Zumindest die Jugend seines Helden, das gibt Wecker im Gespräch schnell zu, sei mit der seinen weitgehend gleich. Was ihn außerdem mit Anselm Cavaradossi verbindet, ist eine tiefe Sehnsucht nach Stille - kein Wunder, wenn man hört, was in der Welt los ist. Bereits in jungen Jahren von den Eltern gefördert, ist er am besten Weg zu einem Vollblutmusiker. Diese Entwicklung wird durch das Treffen mit einem gewissen Herrn Karpoff noch verstärkt, der ihn in die Tiefen und Untiefen moderner E-Musik einzuführen versucht. Bald jedoch fühlt sich Anselm seinem Lehrer gewachsen und will auf eigenen Beinen stehen. Ein erfolgreicher, aber unbefriedigender Abschnitt seines Lebens beginnt. Er verkauft seine Seele dem Kommerz und beginnt dem Wahnsinn zu verfallen. Er will sich selbst und dazu auch noch die Wahrheit der Musik erfahren. Doch weder Blues noch Rock'n'Roll vermögen seine Sehnsucht zu stillen. Enttäuscht begibt er sich ins harte Musikbusiness und - geht sich selbst verloren. In einer herrlichen Sprache schuf Konstantin Wecker ein Werk, das zum Teil autobiografische Züge trägt. Wecker schafft es mit wenigen Worten Bilder zu malen, wie selten ein anderer Autor, aber eigentlich malt er keine Bilder; vielmehr formt er Klänge, Töne und Symphonien aus Worten, denn der Roman ist beinahe ausschließlich auf dem auditiven Kanal gefasst, d.h. die meisten Beschreibungen sind mit Begriffen aus dem Bereich des Gehörs geformt. Eine der Thematik absolut angemessene Art der Erzählung. In einer Sprache voller eindringlicher Bilder und einer Poesie, die von einer ganz eigenen Musik beherrscht wird, gibt Wecker mit seinem Roman die lang ersehnte Antwort auf die Entartung des Showbusiness, das die Musik und all das, was sie uns zu schenken vermag, schlichtweg verhöhnt. Das Buch ist ein Lesegenuss sondergleichen, eine gekonnte Wortmalerei, wie sie nur selten anzutreffen ist. Eine klare Empfehlung für alle, die Sprachkunstwerke lieben. *BS* Renate Bernardyn-Gabler

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