Das Licht, das erlosch

Bezeichnung Wert
Titel
Das Licht, das erlosch
Untertitel
eine Abrechnung
Verfasserangabe
Ivan Krastev ; Stephen Holmes. Aus dem Engl. von Karin Schuler
Medienart
Person
Auflage
3. Aufl.
Verlag
Ort
Berlin
Jahr
Umfang
366 S.
ISBN10
3-550-05069-0
ISBN13
978-3-550-05069-5
Schlagwort
Annotation
Provozierender geschichtsphilosophischer Essay über die Ursachen des Aufstiegs von Populismus und Autoritarismus. (GP) Populistische Parteien und Autoritarismus befinden sich weltweit im Aufwind. In zahlreichen Staaten haben Populisten höchste Staatsämter erobert. Dieses Buch liefert völlig neue Antworten auf die Frage nach den Ursachen dieser Entwicklung. Im Zentrum stehen nach Meinung der beiden Verfasser die problematischen Folgen von Nachahmung. Die Staaten in Mittelosteuropa haben nach 1989 den Prinzipien und Werten des westlichen Liberalismus begeistert nachgeeifert. Als sie dann auch die Schattenseiten des neuen Systems kennenlernten - die Abwanderung von vielen jungen, produktiven Menschen etwa - begann eine Umorientierung. Das war der Beginn des Aufstieges von Orbán, Kaczynski und Co. In Russland war die Situation anders. Hier war die Nachahmung des Liberalismus aus Sicht der Autoren von Anfang an nur Mimikry und Täuschung, bis dann vor nicht ganz zehn Jahren die liberale Maske definitiv abgelegt wurde. Das Nachahmungsproblem stellt sich auch in den USA ein. Hier ist für Krastev und Holmes nicht die Nachahmung, sondern das Nachgeahmtwerden das Problem. In den USA gebe es bei vielen Menschen eine Abkehr vom uramerikanischen Wunsch, Muster und Vorbild für die Welt zu sein. Diese Menschen sehen Amerika als Globalisierungsverlierer. Ihren politischen Ausdruck findet diese Stimmung in Donald Trump. Am erfolgreichsten bei der Nachahmung war nach Meinung der Autoren China. Dort hat man zwar die Technologien und das Managementsystem des kapitalistischen Westens übernommen, die Freiheitsrechte des Liberalismus aber draußen gehalten. Diese Aussagen des Buches sind nicht selten eher Spekulationen, denen die empirische Unterfütterung fehlt. Manche Argumente sind nicht stringent. Das Buch bietet aber auch eine Vielzahl von großartigen Formulierungen und bestechenden, neuen Einsichten. Es zertrümmert die Vorstellung vom alternativlosen Liberalismus. Ein unglaublich spannendes Buch, das jeder am Zeitgeschehen Interessierte unbedingt lesen sollte.

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