Die Welt ist flach
| Bezeichnung | Wert |
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| Titel |
Die Welt ist flach
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| Untertitel |
Eine kurze Geschichte des 21. Jahrhunderts
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| Verfasserangabe |
Thomas L. Friedman
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| Person | |
| Verlag | |
| Ort |
Gütersloh
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| Jahr | |
| Umfang |
711 S.
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| ISBN13 |
978-3-518-41837-6
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| Schlagwort | |
| Annotation |
Jahrhunderte glaubte man, die Welt ist flach wie eine Scheibe, bis Galileo Galilei die Menschen eines Besseren belehrte. Nun heißt es wieder umdenken, denn der Pulitzerpreisträger Thomas Friedman machte kürzlich bei einer Indien-Reise die Entdeckung, dass die Welt heute wieder "flach" (weil vernetzt) ist. Diese Erkenntnis kam ihm im Gespräch mit Nandan Nilekani. Der Chef von Indiens führendem High-Tech-Unternehmen "Infosys" denkt im Gespräch mit Friedman über die Tatsache nach, dass wir unsere Welt durch das Internet eingeebnet haben und sieht dies als Meilenstein in der Geschichte des menschlichen Fortschritts und als große Chance für Indien und die Welt. Daraus folgert der New York Times-Kolumnist, die Welt sei eine Scheibe, auf der heute jeder zu gleichen Bedingungen agieren könne. Friedman verpackt seine Botschaft als gelernter Zeitungsschreiber in konkrete Geschichten über persönliche Begegnungen und Erlebnisse. Inzwischen wurde dieser Ansatz vielfach kritisch gewürdigt - etwa von Eberhard Rathgeb in der FAZ, für den Friedman einen "auf fatale Weise naiven Traum auf vielen flott geschriebenen Seiten gleichsam repräsentativ für die neoliberalistischen Träume" träumt, um seinen amerikanischen Landsleuten nahezubringen, dass sie mehr arbeiten und leisten sollten, um gegen das anrückende Heer von Indern und Chinesen bestehen zu können. Bonner/Wiggins nennen Friedman (vgl. in dieser Ausgabe Nr. xy) überhaupt "unseren liebsten imperialen Kolumnisten" und stellen zudem polemisch fest, dass jede seiner Kolumnen in der New York Times vom menschlichen Wissen etwas weg nimmt und dass die Dinge nicht annähernd so einfach sind, wie Friedman es sich vorstellt. Der Blick in den Bestseller - der Band wurde in den USA 1,5 Millionen Mal verkauft - bestätigt Friedmans Nimbus als vehementen Verfechters des weltweiten Freihandels und der Globalisierung, der sich niemand entziehen könne. "Globalisierung 3.0", so nennt er die Gegenwart, bedeutet, dass die Weltwirtschaft nicht mehr von Konzernen oder Organisationen wie der Weltbank vorangetrieben wird, sondern von Individuen oder kleinen Firmen. In der nunmehr dritten Phase der Globalisierung (seit ca. 2000) schrumpfe die Welt von einem mittelgroßen zu einem kleinen Gebilde, und - dies ist ein durchaus nachvollziehbare Überlegungen - werde "das Spielfeld eingeebnet", auch wenn Konsequenzen mehr als fragwürdig sind. Jetzt, so meint der Autor, verfügen die Individuen über völlig neue Möglichkeiten auf der globalen Bühne zu kooperieren und zu konkurrieren. Möglich macht das die Welt von Windows, Google und Netscape. "Heute können mehr Menschen als jemals zuvor mit anderen Menschen in immer mehr Winkeln der Erde in Echtzeit zusammenarbeiten oder konkurrieren, und zwar in mehr Tätigkeistbereichen und mit ausgeglicheneren Chancen als in jeder früheren geschichtlichen Epoche - durch die Nutzung des Potenzials von Computern, E-Mail, Netzwerken, Telekonferenzen und dynamischer neuer Software." (S. 19f) Das Internet ist für ihn eine weltweite, für jeden zugängliche Plattform, die alte Hierarchien in Frage stellt. Arbeitsprozesse können zerlegt und genau dort erledigt werden, wo sie am wenigsten kosten. So entstehen weltweite Wertschöpfungsketten. Was wir heute erleben ist für den Autor aber erst der Anfang einer Epoche, "in der wir die Digitalisierung, Virtualisierung und Automatisierung nahezu aller Vorgänge erleben werden". Dies wiederum, so glaubt er, wird die Welt friedlicher machen. Friedman ist von einem optimistischen Fortschrittsglauben beseelt, meint etwa auch Georg Gruber in seiner Buchkritik (Deutschlandradio, Feuilleton). Weltweiter Friede stellt sich für Friedman automatisch ein, denn militärische Konflikte hätten Umsatzeinbußen zur Folge und Kapital ist beweglich, sucht sich sichere Orte. Dass nun in der Diktion Friedmanns "flach" gleich "gerecht" ist, bleibt wohl eine noch zu verwirklichende Utopie. Seine Sichtweise der Globalisierung - wenn auch vehement und anekdotenreich vorgebracht - wird der Realität nicht gerecht und bis auf Weiteres daher so flach bleiben wie seine Theorie. *Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen* Alfred Auer
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