Alle, alle lieben dich

Bezeichnung Wert
Titel
Alle, alle lieben dich
Untertitel
Roman
Verfasserangabe
Stewart O'Nan. Aus dem Engl. von Thomas Gunkel
Medienart
Sprache
Person
Auflage
1. Aufl.
Verlag
Ort
Reinbek bei Hamburg
Jahr
Umfang
410 S.
ISBN13
978-3-498-05038-2
Annotation
Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); #Autor: Barbara Tumfart; #Packende Inszenierung um ein vermisstes Mädchen. (DR)##Kingsville, eine Kleinstadt im mittleren Westen der USA, gerät in große Aufregung: Die achtzehnjährige Kim ist auf dem Weg zur Arbeit mit ihrem eigenen Auto plötzlich spurlos verschwunden. Sofort drängt sich der Gedanke an Entführung oder Mord auf. Dem Autor Stewart O'Nan geht es aber um sehr viel mehr als um einen spannenden Kriminalfall. Ihn interessieren die Handlungen und Vorgänge rund um Kims hinterbliebene Familie und Freunde und er offeriert in meisterhaft sachlicher und stilistisch sicherer Sprache ein gesellschaftliches Kammerspiel rund um Schuld, Lüge und Verdrängung. Die Mutter versucht mit der Tragödie mit übertriebener Tatkraft und medialer Offensive klarzukommen, der Vater schwankt hilflos zwischen Depression und Aufgabe. Kims um drei Jahre jüngere Schwester Lindsay wird zum eigentlichen Opfer des Medienrummels, der übertriebenen Anteilnahme der Nachbarschaft und des Kontrollwahns der verzweifelten Eltern. Allmählich kommen Geheimnisse und Unwahrheiten in Kims Teenagerleben zu Tage, an denen die Familie beinahe zu zerbrechen droht.#Mit großer Liebe zum Detail beschreibt O'Nan die verschiedenen Reaktionen der Bekannten und Verwandten des verschwundenen Mädchens, die lange Zeit erfolglose Suche der Polizei, das ewige Hoffen und Bangen der Betroffenen und die Angst vor der zwar erlösenden, aber endgültigen Wahrheit. Fazit: Ein absolut empfehlenswerter, wenn auch beklemmender Roman, der nicht durch blutige Grausamkeiten schockieren will, sondern die LeserInnen durch seine Realitätsnähe und durch die Menschlichkeit glaubwürdiger Figuren berührt und diese selbst nach Lösung des Falles und der vermeintlichen Rekonstruktion des Geschehenen fassungslos und tief beeindruckt zurücklässt.