Die grauen Seelen
| Bezeichnung | Wert |
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| Titel |
Die grauen Seelen
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| Untertitel |
Roman
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| Medienart | |
| Person | |
| Verlag | |
| Jahr | |
| ISBN13 |
978-3-498-00930-4
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| Annotation |
Eine Geschichte, die uns zeitlos vor Augen hält, wie der Mensch sich unterschiedlich in leidvoller Erfahrung verhält. (DR) Der Autor befindet, dass die Seelen der Menschen nicht weiß seien, oder gar schwarz. Nein, die Farbe der Seelen grau sei. Es stellt sich dabei die Frage - sind oder werden sie so? Durch Krieg etwa. Aber würden Menschen mit weißen Seelen Krieg führen? Der Erzähler im Roman von Philippe Claudel - dessen Identität man erst im Laufe der Geschichte erfährt - wird mit sich und seiner Vergangenheit nicht fertig. Es handelt sich dabei um eine Zeitspanne seines Lebens, welche in die Jahre des Ersten Weltkriegs zurückreicht. Er nennt es immer wieder "die Zeit der Affäre". Im Osten Frankreichs, an der Front gegen die Deutschen tobt der Krieg. In dessen Nähe befindet sich die Kleinstadt V., wo die Menschen zwar nicht in Kampfhandlungen involviert sind, aber Zeugen des abscheulichen Krieges werden. Zu Beginn ist die Euphorie im Hinterland und der Kampfgeist auf den Schlachtfeldern groß, und die ersten Verwundetentransporte werden noch umjubelt. Als aber der Strom der Toten und auch jener der geschundenen, entstellten Körper nicht abreißt, ist man schnell geläutert. Zu spät, denn es gibt kein Entkommen mehr aus dem Drangsal des Krieges. Als in unmittelbarer Nähe von V. die zehnjährige Tochter des Wirtes Bourrache, genannt Belle de jour, erdrosselt aufgefunden wird, nimmt die "Affäre" ihren Lauf. Von Seiten der Justiz wird in eine ganz andere Richtung ermittelt als eigentlich notwendig gewesen wäre. Dies passiert natürlich nicht unbeabsichtigt. Es geschieht um etwaige beschämende Verdachtsmomente in allerhöchsten Kreisen, schnellstens im Keim ersticken zu lassen. Die ehrenwerten Mitglieder der gesellschaftlichen Ordnung bemühen sich Recht und Gesetz aufrecht zu erhalten. So trifft es auf unerbittliche Art und Weise wiederum solche, denen Unheil zwar nicht unbekannt ist, aber die trotzdem wegen der Beschuldigungen in lähmende Bestürzung verfallen. Die Tragik der Geschichte wird noch verschärft, da bewusst wird, wie in vergangener Zeit die Standesunterschiede Einfluss genommen haben. Es wird nicht zwischen Recht und Unrecht unterschieden, sondern ob man geachtet wird oder dem Stand nach bereits geächtet. Grotesk erscheint die Tatsache, dass wenige Kilometer weiter ein solches Gesetz nicht mehr zählt, der Mensch geradezu wegen des Mordens hingeschickt wird. Doch wenn in V. dieses Bewahren von Recht und Ordnung zu entgleiten droht oder seltsame Spuren hinterlässt, so muss wohl nachgeholfen werden. *bn* Hannes Presslauer
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