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      <marc:subfield code="a">Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); #Autor: Ingrid Kainzner; #Während der Totenwache erinnert sich Max an die Zeit mit Schorsch und das Leben auf dem Land, wie es früher war. (DR)#Max ist über achtzig Jahre alt. Er lebt noch immer in dem kleinen Dorf, in dem er geboren wurde. Es ist Winter und er schaut durchs Fenster dem Schneetreiben zu. Als er das Totenglöckchen hört, weiß er noch nicht, dass es für seinen Freund und Lebensmenschen Schorsch läutet. Nachdem ihm die Nachricht überbracht wurde, macht er sich auf den Weg zum Haus der Witwe. Hier wird die Totenwache abgehalten. In der ersten Nachthälfte wachen die Männer, danach werden sie von den Frauen abgelöst. Max legt dem Schorsch zwei Äpfel auf die Brust. »Der Schorsch war immer gerne zu ihm gekommen, und er hatte es gerne gehabt, wenn der Schorsch kam. Der eher still war und nicht so laut wie die anderen, und der so gern seine Äpfel aß. Wie würde das jetzt werden?« Manchmal nickt Max ein. Zwischen Wachen und Schlummern steigen Bilder der Vergangenheit in ihm auf. Das eng mit der Natur verbundene Leben prägte die Menschen, forderte sie und gab ihnen Selbstbewusstsein.#Die Freundschaft von Max und Schorsch war etwas, was die beiden als selbstverständlich betrachteten und doch etwas Besonderes war. Die Buben wuchsen in benachbarten Höfen auf und hatten ein ähnliches Naturell. Gemeinsam arbeiteten sie am Feld und im Wald oder halfen im Haushalt. Zusammen erlebten sie den Zauber der Feste mit den alten Bräuchen und Ritualen. Einmal zündelten sie am Dachboden und setzten das Stroh in Brand. Dafür wurden sie so verdroschen, dass sie es nie wieder vergaßen. Es gab auch Verstörendes, über das man nicht sprechen durfte. In einem Haus wurde ein Kind, das man fast nie sah, eingesperrt. Max und Schorsch hörten es manchmal schreien und erkannten, was Grausamkeit ist. Als der Schorsch später die Frau heiratete, auf die auch Max insgeheim ein Auge geworfen hatte, tat das ihrer Freundschaft keinen Abbruch.#Tommie Goerz ist ein leiser Erzähler. Obwohl er seine Protagonisten nicht in Mundart sprechen lässt, trifft er überzeugend Ton und Wesen der bäuerlichen Bevölkerung. In die Beschreibungen von alltäglichen Beschäftigungen wie dem Sammeln von Kräutern und Pilzen, dem Reparieren von Geräten oder dem Besenbinden mischt sich immer wieder ein zarter Ton. Zum Beispiel das Singen der alten Lilo, die immer noch alle Lieder auswendig kann.#Der kurze Roman ist wehmütig, gleitet aber nicht in die Idylle ab. Große oder gar pathetische Worte brauchen weder der Autor noch seine Protagonisten, um den Leser*innen ein berührendes, sehr schönes Leseerlebnis zu vermitteln.</marc:subfield>
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