Moral

Bezeichnung Wert
Titel
Moral
Untertitel
die Erfindung von Gut und Böse
Verfasserangabe
Hanno Sauer
Medienart
Sprache
Person
Verlag
Ort
München
Jahr
Umfang
391 Seiten
ISBN13
978-3-492-07140-6
Schlagwort
Annotation
Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); #Autor: Simone Klein; #Eine Tour de Force durch die Moralgeschichte. (PI)#Hanno Sauer, Jahrgang 1983, lehrt an der Universität Utrecht Philosophie, speziell zu ethischen Themen. Für ihn ist klar: Moral ist zu einem Kampfbegriff geworden, universelle Werte scheinen verschwunden zu sein, ebenso gegenseitiger Respekt. Sauer stimmt aber erfreulicherweise kein Lamento an, sondern tritt einen Schritt zurück, um sich einen Überblick zu verschaffen. Er tritt sogar einen sehr großen Schritt zurück, indem er seine Geschichte der Moral vor fünf Millionen Jahren beginnen lässt, um von dort aus seine etwa 350 Seiten starke und nicht immer leicht lesbare Moralgeschichte darzulegen. Dort, bei unseren fernen Vorfahren, ortet Sauer bereits fundamentalste Elemente jeglicher Moral: Kooperation und altruistisches Verhalten gegenüber den uns direkt verwandten Wesen. Solch angeborenes Verhalten findet sich auch noch heute in familiären Strukturen und ähnlich kleinen Verbänden. Im Zuge des Anwachsens menschlicher Gruppen haben Menschen immer feinere moralische Programme entwickelt, wodurch das Buch zu einer »Evolution unserer Moral« gerät. So haben Sauer zufolge Menschen vor etwa 500.000 Jahren begonnen, sich sprachlich zu verständigen, was mit der Erfindung von »sozialen Sanktionen« einherging. Vor 50.000 Jahren betritt dann der Mensch, wie wir ihn uns heute vorstellen, die Bühne. Seitdem liegt das primäre Merkmal der Weiterentwicklung in der Fähigkeit, »flexible Kooperationsstrukturen« aufzubauen, die Sauer »normative Infrastruktur« nennt: Normen und Werte organisieren und strukturieren unser Zusammenleben und mittels sozialer Praktiken und Institutionen werden die Normen und Werte umgesetzt bzw. aufrechterhalten. In den letzten 50, und erst recht in den letzten fünf Jahren, hat sich die globale Kommunikation und Kooperation allerdings derart schnell entwickelt, dass eine Neuverhandlung der »normativen Infrastruktur« bislang nicht Schritt halten konnte. Trotz aller Rückschläge bleibt Sauer vorsichtig optimistisch: Er glaubt, dass es der Menschheit gelingen wird, eine Art globale Moral auszuhandeln, wenn wir weniger die moralischen Unterschiede, sondern mehr interkulturelle Gemeinsamkeiten auf die Waagschale legen.