Öffentliche Bibliothek Bad Sauerbrunn

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Das rote Band

Bezeichnung Wert
Titel
Das rote Band
Untertitel
Roman
Verfasserangabe
Emma Donoghue. Dt. von Armin Gontermann
Medienart
Sprache
Person
Verlag
Ort
München
Jahr
Umfang
523 S.
ISBN13
978-3-492-05522-2
Schlagwort
Annotation
Geboren im London des Jahres 1748 in ein Leben voller Armut, Arbeit und Entbehrungen ... Mary Saunders will mehr. Die Tochter einer Näherin gelüstet es nach schönen Stoffen, Spitze, nach einem leuchtend roten Satinband – und sie landet, kaum vierzehnjährig, auf der Straße. Atemlos verfolgt man das Leben des begabten, intelligenten Mädchens aus den Slums, das doch nur einen Platz auf der Sonnenseite des Lebens will ... Die Geschichte einer ungewöhnlichen Heldin – aber auch eine Geschichte Londons. Es ist die Zeit, in der Buckingham Palace, aber auch die Elendsviertel des East End entstehen. »Farbenfroh, wild und unwiderstehlich. Donoghue malt ein beseeltes Bild – fantastisch.« The New York Times Book Review#Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); #Autor: Ilse Hübner; #Ein Mädchenschicksal unter dem Fallbeil der Zeit. (DR)#"Es war einmal ein Flickschuster, der elf Tage lang starb. So jedenfalls erinnerte es seine Tochter." Schon dieser Satz am Beginn des Buches erzählt eine Geschichte. Eine Geschichte von Armut, Entbehrungen, Hunger und Not. Was folgt, ist das kurze und ereignisreiche Leben von Mary, eben jener Tochter, im London des 18. Jahrhunderts. Ausgebeutet und vernachlässigt vom Schicksal, hängt sie ihr Dasein an ein rotes Band, die Versinnbildlichung aller Freuden in ihrem kargen Alltag: die Mutter Näherin, der leibliche Vater ein Zuchthäusler, der im Gefängnis starb, und ein kleiner Halbbruder. Sie alle wohnen in einem feuchten dunklen Kellerraum. Das wirklich Gute, das Mary widerfährt, ist, dass sie zur Schule gehen darf. Das ist für diese Zeit sehr ungewöhnlich, vor allem für ein Mädchen. Das angehäufte Wissen eröffnet ihr die Welt der Gutsituierten und ihr Ziel ist es, auch ein derart sorgenfreies Leben zu führen. Es gibt kaum eine Hürde, die in ihrem Streben nicht überwindbar scheint, doch das Unheil nimmt seinen Lauf.#Die Autorin entwickelt ein Sittenbild dieser Zeit ohne Pathos und romantische Verklärung, sie stellt die Tatsachen wertfrei dar. Der Überlebenskampf der schwer arbeitenden Masse, das Prostituiertendasein und die Machenschaften der besser gestellten Bevölkerungsschicht werden präzise und realistisch geschildert. Ein spannendes und gleichzeitig erschütterndes Buch, die Autorin manövriert sich stilsicher durch die historisch verbürgte Zeit. Das Ende des Buches erscheint etwas abgehoben, aber es ist eine durchwegs gut gelungene, höchst dramatische Lebensgeschichte und für alle Bibliotheken empfehlenswert.