Konsum-Kinder
| Bezeichnung | Wert |
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| Titel |
Konsum-Kinder
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| Untertitel |
was fehlt, wenn es an gar nichts fehlt
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| Verfasserangabe |
Gerlinde Unverzagt ; Klaus Hurrelmann
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| Person | |
| Verlag | |
| Ort |
Giessen [u.a.]
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| Jahr | |
| Umfang |
192 S.
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| ISBN13 |
978-3-451-27581-4
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| Schlagwort | |
| Annotation |
Dass Menschen sich durch Kleidung, Frisur, den Besitz von bestimmten Gütern oder ein bestimmtes Freizeitverhalten ausdrücken und inszenieren, ist altbekannt. Neu ist hingegen - dies macht die vorliegende Abhandlung deutlich - die Intensität dieser Inszenierungen über Konsumakte, die bei Jugendlichen insbesondere über die Orientierung an Marken läuft. Es dürfen nicht irgendwelche Jeans oder Shirts sein, gefordert sind jene mit der In-Marke. Alle, die selber Kinder haben, kennen das. In einer Hamburger Schule wurden soeben - wie etwa in Franreich, aber auch islamischen Ländern üblich - wieder einheitliche Schulkleider (Oberhemden) eingeführt, um dem "Wett-Anziehen" zu begegnen. Gerlinde Unverzagt und Klaus Hurrelmann sehen die Ursachen für diese Entwicklung im Bedürfnis nach Orientierung und Demonstration ("zu wissen, wo man steht und zu zeigen, was man hat, beziehungsweise ist", S. 22), welches verstärkt auf den Konsum verschoben wurde. Sie benennen auch die Interessen der Wirtschaft und die Strategien der Werbung, die dieses Anerkennungsbedürfnis ausnutzen. Und sie zeigen die Probleme auf, die dieser "Markenterror" auf Familien zutreibt. Das können ganz reale finanzielle Probleme sein, in die Eltern gestoßen werden, wenn sie mit dem "vorgegebenen" Konsumniveau nicht mehr mithalten können. Es sind aber ganz besonders auch entwicklungspsychologische und pädagogische Defizite, die diese Konsumorientierung mit sich bringt. Eltern und Kinder stecken in einer Wohlstandsfalle: "Kinder und Jugendliche hatten noch nie soviel Geld in den Händen wie heute - und sie kommen immer weniger mit ihrem Geld aus." (S. 25) Das Autorenduo ist überzeugt: Die Wohlstandskinder haben scheinbar alles. Und doch wissen viele von ihnen nichts mehr mit sich anzufangen. Kinder bekommen zu wenig von dem, was sie wirklich brauchen, wenn sie zu viel von dem bekommen, was sie wollen. Es sei Aufgabe der Erwachsenen, den Konsumwünschen der Kinder und Jugendlichen Grenzen zu setzen, Auseinandersetzungen nicht zu scheuen und - wir wissen es ja - die dahinterliegenden Bedürfnisse nach Anerkennung und Orientierung ernst zu nehmen. Kinder, so die Autoren, denen nichts zugemutet wird - eine Leistung, ein Verzicht, Frustrationen - erfahren auch nicht die Hochs und Tiefs, die zum Leben gehören. Wir sollten uns daran erinnern, "dass man auch auf andere Weise zum Wohlbefinden der Kinder beitragen kann als mit seinem Gehalt" (S. 189), um jener Falle zu entgehen, die besagt dass, "wo Konsum alles ist, ohne Konsum alles nichts ist". Der bewusste Umgang mit Geld, das Planen der Haushaltskasse und das überlegte Kaufen, das Aushalten von Konflikten im Falle von Konsumwünschen der Kleinen und ganz einfach das Vorleben, dass es Anderes gibt als Geld und Konsum seien die besten pädagogischen Voraussetzungen, um dem Kauf-Terror zu begegnen. Eine große Aufgabe für wahr, unterliegen doch auch wir Erwachsenen nicht weniger den Fallen, in die uns der Konsumwahn treibt. *Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen* Hans Holzinger
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