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      <marc:subfield code="a">Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); #Autor: Sabine Eidenberger; #Ein irakischer Flüchtling spielt Kafka mit der deutschen Ausländerbehörde. (DR)#Karim ist nach Deutschland geflohen. Er kommt aus dem Irak und lügt sich durchs System. Denn seine Fahnenflucht ist kein Asylgrund, obwohl er in der Heimat deshalb um sein Leben fürchten muss. Also muss ein anerkannter Grund her. Genauso kann man natürlich nicht legal arbeiten, braucht aber Geld. Also entweder wird man Verbrecher, was er nun wirklich nicht will, oder man arbeitet schwarz auf einer Baustelle. Von einer Asylunterkunft zur nächsten, von einem mehr als prekären Job zum nächsten, von einem Antrag zum nächsten. Man ist abhängig von der Willkür der Beamten und von Schlitzohren aller Nationalitäten.#Der Autor schildert die Szene aus eigener Erfahrung, erklärt dem Gastgeberland quasi die Zustände. Dem Protagonisten reicht es nämlich. Das ständige Hin- und Herschieben, das ewige Warten auf Bescheide, die dann doch nicht kommen, am Ende die Ausweisung. So geht er aufs Amt und führt den LeserInnen ein kafkaeskes Stück vor. Diesmal ist es nicht der Bürger, der verzweifelt versucht, seine Eingabe zu machen. Die Sachbearbeiterin Frau Schulz wird gefesselt und geknebelt und so gezwungen, sich die Geschichte von Karim von Anfang bis Ende anzuhören. Das Buch ist sicherlich kein literarisches Meisterwerk, aber es gibt Einblick in die Welt der Geflüchteten, die Welt derer, die nirgendwo daheim sind, weil man ihnen die Heimat genommen hat, die aber auch sonst nirgends ein geordnetes Leben führen dürfen. Dieses Buch ist auch wegen seines Stils und seiner leichten Lesbarkeit für alle Bestände empfehlenswert.## ---- #Quelle: LHW.Lesen.Hören.Wissen (http://www.provinz.bz.it/kulturabteilung/bibliotheken/320.asp); #Autor: Markus Fritz; #Abbas Khider stammt aus dem Irak und verarbeitet in seinem Roman "Ohrfeige" seine Erfahrungen als Flüchtling. Die Hauptfigur ist der Asylant Karim Mensy. Zu Beginn des Romans befindet er sich in der Ausländerbehörde im Büro von Frau Schulz. Er hat ihr gerade eine Ohrfeige verpasst, fesselt sie an den Bürostuhl und klebt ihr den Mund mit Klebeband zu. Er ist wütend und will, dass Frau Schulz endlich still ist und ihm zuhört. Und er erzählt seine Geschichte. Er hat im Irak gegen Saddam Hussein gekämpft und ist über Umwege in Bayern gelandet. Eigentlich wollte er nach Paris, aber der Schlepper hat ihn einfach in einem bayrischen Kaff ausgesetzt und es ist tiefster Winter. Er hat gerade den Widerruf seines Asylantrags erhalten. Alle Iraker sollen nach dem Sturz Saddam Husseins in den Irak zurück geschickt werden. Der Irak wird zum sicheren Herkunftsland erklärt. Er versteckt sich in München bei einem Freund und wartet auf die Gelegenheit, nach Finnland zu fliehen. Er vertraut sich einem Schlepper an, der ihn nach Finnland bringen soll. Karims Erzählung ist eine Abrechnung mit dem deutschen Staat, mit dem Asylsystem und mit der Polizei. Er will nur mehr weg aus Deutschland. Er ist zutiefst verbittert. Er erzählt von den Tücken der Bürokratie, vom endlosen Warten und der Untätigkeit. Und das alles erzählt er der gefesselten Frau Schulz und dem Leser.#Trotz des ernsten Inhalts ist es ein humorvolles Buch. Mit dem fremden Blick demaskiert Khider auf ironische Art und Weise die Bürokratie und unsere westliche Lebenswelt.</marc:subfield>
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