Öffentliche Bibliothek Pischelsdorf am Kulm

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Operation 5 minus

Bezeichnung Wert
Titel
Operation 5 minus
Verfasserangabe
Charlotte Inden
Medienart
Sprache
Person
Verlag
Ort
München
Jahr
Umfang
169 S.
ISBN13
978-3-446-24629-4
Annotation
Quelle: 1000 und 1 Buch (http://www.1001buch.at/); #Autor: Marlene Zöhrer; #Annotation: Eine grandios erzählte Entführungsgeschichte voll Witz und Tiefgang.#Rezension: Dann tue ich einfach völlig unverfroren das, was ich, unter uns gesagt, am besten kann: Ich erfinde eine Geschichte. In der Tat: Charlotte Indens 12-jähriger Ich-Erzähler Jo ist ein wahres Genie im Geschichtenerzählen, Flunkern und Fabulieren. Dabei bleibt es den Lesenden stets selbst überlassen, zu entscheiden, wann und wo Jo in Sachen Operation Schneewittchen vielleicht doch ein wenig von der Wahrheit abweicht. Dennoch, wenn jemand so wortgewandt, voll Witz und mit unbändiger Beobachtungsgabe erzählt, lässt man sich gerne auf dieses raffinierte, selbstreflexive Spiel mit der (Un-)Zuverlässigkeit des Erzählers ein. Gespannt folgt man den abenteuerlichen, lebensklugen und doch immer wieder kindlich-naiven Ausführungen, genießt seine blumigen Beschreibungen, taucht ein in seine aufgerüttelte Gefühlswelt. Egal ob Jo nun Dichter- oder Maleraugen darüber werden sich seine Eltern nicht einig besitzt, mit ihm hat Inden eine besondere Erzählerpersönlichkeit auf der Schwelle zwischen Kindheit und Jugend erschaffen. Eine, die von unvoreingenommener, bedingungsloser Freundschaft, von familiären und schulischen Problemen, vom ersten Verknalltsein, echten Helden und dem Wunsch, ein letztes Mal Räuber und Gendarm zu spielen, erzählt.#All diese Versatzstücke bringt Inden problemlos in Jos Geschichte unter. Der Geschichte, die von der Operation Schneewittchen beziehungsweise Operation Matze oder auch Operation 5 Minus erzählt. Alle drei Namen beschreiben das abstruse Vorhaben, Matze, einen der fünf unzertrennlichen Freunde, vor dem Sitzenbleiben zu bewahren, indem sie gemeinsam die Tochter ihres Mathe- und Lateinlehrers Doktor Biglmaier entführen. Wegen dieser beiden Fächer droht Matze durchzufallen, was zur Folge hätte, dass sein strenger und ungerechter Vater ihn von der Schule nehmen und damit die Freunde trennen würde. Und da Laura Biglmaier (von Jo liebevoll Schneewittchen getauft) die Achillesferse vom Biglmaier ist, beschließt und plant der Gogol nun ihre Entführung. Was natürlich alles andere als eine gute Idee ist und auch mächtig in die Hose geht. Dennoch, so wie Inden Jo von den Vorbereitungen, der Durchführung, dem Misslingen und den Folgen erzählen lässt, ist seine Geschichte ein großartiges Leseabenteuer voll Witz und Tiefgang.## ---- #Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); #Autor: Angela Zemanek-Hackl; #Jo, Gogol, Matze, Laurenz und der Graf sind echte Freunde, die zusammenhalten. Deshalb müssen sie die Tochter des Lehrers entführen. Aus und basta. (ab 11) (JE)#Der Mathelehrer Biglmaier will Matze in Mathe sitzenlassen, vielleicht auch in Latein. Das können die Freunde nicht einfach so zulassen. Deshalb brauchen sie einen Plan, um das zu verhindern. Dass sie ohnehin schon lange und oft mit Matze Mathe lernen, ist Ehrensache. Matze kann auch einiges. Aber wenn Matzes Vater kommt und zu schimpfen und schreien beginnt, vergisst Matze schnell wieder alles Mathematische. Als einzigen Ausweg sehen sie die Entführung der Tochter ihres gehassten Lehrers. Genauestens planen und spionieren sie Lauras Wege und Wegzeiten aus. Dass Jo sich auf diesen Spionagegängen in das Mädchen verliebt, war nicht vorgesehen. Sie spielt aber auch wirklich schön Klavier und redet so nett mit ihm! Er verschweigt es seinen Freunden lange, um sich nicht zu blamieren. Mit der Zeit kommen sie dahinter, dass Lauras Mutter gestorben und Dr. Biglmaier ein untüchtiger Handwerker ist. So bieten sie Laura in ihrer Waldhütte einen Handwerkskurs an, den sie ahnungslos annimmt. Hier nun beginnt ihre Entführung, die Jo eigentlich verhindern wollte.#Gogol stößt sie wohl vor lauter Angst in die Hütte, Laura verletzt sich schwer und ab nun geht es turbulent einem dennoch guten Ende zu. Ein witziges, ernsthaftes, liebevolles, richtig gutes Buch für alle ab etwa 11 - unbedingt kaufen, vorlesen und selber lesen!## ---- #Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); #Autor: Heidi Lexe; #Eisern!#: Charlotte Indens erzählerische Referenz auf Erich Kästner#von Heidi Lexe#Man nennt sie Klassiker: Bücher, die den Brückenschlag zwischen dem Gestern und dem Heute gewährleisten. Mit Blick auf die Kinderliteratur sind es jene Bücher, die für Erwachsene die Verbindung zur Lektüre ihrer Kindheit herstellen und dann, wenn sie selbst Eltern oder Großeltern sind, gerne an die nächsten Generationen weitergegeben werden. Oftmals stehen sie ganz abgegriffen und ein wenig desolat im eigenen Regal; und doch repräsentieren sie auch Jahre später noch die eindrücklichsten Lese-Erlebnisse in der eigenen Lesebiografie. Sollten aus diesen lesenden Kindern selbst einmal Schreibende werden, finden diese Bücher dann erkennbar oder verdeckt Eingang in den Schreibprozess.#Ich kenne Charlotte Inden, eine in Karlsruhe lebende Autorin, die 2013 mit Anna und Anna ihr Debüt vorgelegt hat, nicht. Aber ich fühle mich ihr verbunden; denn einen Schnittpunkt scheint es in unser beider Biografien zu geben: Das fliegende Klassenzimmer von Erich Kästner. Dieses Lieblingsbuch meiner Kindheit hat Charlotte Inden nun in ihren neuen Roman Operation 5 minus eingeschrieben.#War es in Das fliegende Klassenzimmer der Sohn des verschrobenen Professor Kreuzmann, der samt der Diktathefte von den Realschülern entführt (und in Egerlands Keller festgehalten) wurde, so gerät in Operation 5 minus die Tochter von Dr. Biglmaier (Mathe und Latein) ins Visier des Ich-Erzählers Jo und seiner Freunde: Matze (schon der fast gleichnamige Matz im Referenzroman war ja keine intellektuelle Leuchte) droht bei Dr. Biglmaier durchzufallen und als Folge davon von seinem Vater an eine andere Schule geschickt zu werden. Indiskutabel so die Meinung seiner Freunde. Doch was tun? Der verwegene und leider auch ein wenig zu Aggression neigende Gogol schlägt vor, doch einfach die Tochter von Dr. Biglmaier zu entführen und als Lösegeld eine positive Note für Matze zu fordern.#Ein scherzhaftes Gedankenspiel? Nicht, wenn man wie Gogol zur Sturheit neigt und seine Alpha-Tierchen-Position zu verteidigen hat. Und schon sind Matze, Jo, Laurenz, der Graf und Gogol mittendrin in den charmant erzählten Ereignissen rund um eine Entführung, bei der schlicht alles schiefgeht.#Es beginnt damit, dass sich Jo in Schneewittchen (wie Dr. Biglmaiers Tochter genannt wird) verliebt und (ganz schlecht für eine Entführung) ihre persönliche Bekanntschaft macht. Den verhängnisvollen Lauf der Dinge vermag er auch durch sein mutiges Vorsprechen bei Dr. Biglmaier höchstpersönlich nicht mehr zu verhindern. Denn dieser neigt zu liebenswerter Strenge.#Johann Lehmann, genannt Jo, ist ein eloquenter Erzähler. Das Dichterauge, das seine Mutter ihm attestiert, verbindet ihn mit Johnny Trotz, der einst ja für das titelgebende Theaterstück Das fliegende Klassenzimmer gesorgt hat. Charlotte Inden transformiert auch andere Charakterisierungen in ihre Gymnasiastenclique des 21. Jahrhunderts (so wird zum Beispiel aus einem bitterarmen Martin Thaler ein superreicher Laurenz Schillinger) und stellt jede der Figuren darüber hinaus in eine differenzierte Familiensituation. Mit Hilfe zahlreicher Details spinnt sie erzählerische Fäden, die sie immer wieder neu knüpft und letztlich auch da und dort auf überraschende Weise zusammenführt. Ihr Erzählton - auch hier lässt sie sich von Erich Kästner inspirieren - bleibt auch dann im besten Sinne heiter, wenn das stocksaure Schneewittchen sich allen jugendlich-männlichen Versuchen der Wiedergutmachung schlicht verweigert. Zwar bedarf es hier keines Fluges von der Turnleiter, aber doch einiger emotionaler Hürdensprünge und listiger Einfälle, um letztlich bei allen wieder ein gutes Gefühl herzustellen. So als würde man mitten im Sommer eine Weihnachtsgeschichte utopieren.## ---- #Quelle: STUBE (http://www.stube.at/); #Was hilft gegen schlechte Noten? Eine Entführung natürlich. Dass hinter dieser Rechnung ein Fehlschluss steht, verwundert nicht, kennt man erstmal Matze. Denn der kann vieles, nur nicht Mathe. Im lakonischen Tonfall und der unbestechlichen Logik eines 12-Jährigen erzählt Matzes Freund eloquent von der geplanten Rettungsaktion der Bubenclique: Die Tochter vom Biglmaier aka Mathelehrer in einer Waldhütte einsperren und gegen eine bessere Note für Matze eintauschen. Doch diese ist tougher (und sympathischer!) als erwartet und der anfänglichen Coolness der Freunde weicht bald die Sicherheit, sich mit ihrem Plan ordentlich verrechnet zu haben. Humorig und amüsant zeigt der Roman kindliche Euphorie sowie Handlungsmacht und wie schnell Ereignisse anlaufen, aber auch aus dem Ruder laufen können.#*STUBE*