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Arthur oder wie ich lernte, den T-Bird zu fahren

Bezeichnung Wert
Titel
Arthur oder wie ich lernte, den T-Bird zu fahren
Verfasserangabe
Sarah N. Harvey. Aus dem Engl. von Ulli und Herbert Günther
Medienart
Sprache
Person
Reihe
Auflage
Dt. Erstausg.
Verlag
Ort
München
Jahr
Umfang
234 Seiten
ISBN13
978-3-423-65001-4
Annotation
Quelle: 1000 und 1 Buch (http://www.1001buch.at/); #Autor: Cornelia Hammerschlag; #Annotation: Royce pflegt seinen über 90-jährigen Großvater und begleitet sein Sterben.#Rezension: Was geschieht, wenn ein 16-Jähriger mit seinem ihm fast unbekannten über 90-jährigen Großvater auf eine weitaus intimere Weise konfrontiert wird, als es der durchschnittlichen Opa-Enkelbeziehung entspricht? Hält ein Großvater, der als bekannter Musiker ein sehr selbstbestimmtes Leben geführt hat, die Abhängigkeit von seinem Enkel aus? Erträgt ein Enkel das allzu hautnahe Miterleben des körperlichen und geistigen Verfalls seines eigenen Großvaters? Als die Mutter des 16-jährigen Royce aus einer Notsituation heraus diesen als Pfleger für ihren dementen und ziemlich unleidlichen Vater engagiert, ist noch schwer vorstellbar, wie dieses Arrangement funktionieren soll. Aber ganz unsentimental beschreibt die Autorin aus der Perspektive von Royce eine Annäherung. Mit feinsinnigem Humor macht sie diese turbulente, schwierige und von Rückschlägen geprägte Entwicklung zu einem echten Lesevergnügen. Inmitten von uralter Haut, schlechtem Geruch, unmöglichem Benehmen und körperlichen und geistigen Dysfunktionen blitzt immer wieder der Mensch hervor, der sein Großvater trotz allem immer noch ist und fast gegen seinen Willen ist Royce fasziniert. Dass auch der Großvater immer mehr Respekt und Zuneigung für seinen Enkel empfindet, erahnt der/die LeserIn sehr wohl, doch der Umgangston bleibt durchwegs rau und ruppig. Und das ist gut so. Nicht nur, weil so keine Gefahr besteht, dass die Geschichte ins Sentimentale abgleitet, sondern auch, weil diese Ruppigkeit den Protagonisten Schutz bietet.#Denn leicht ist es nicht, was den beiden in dieser Geschichte noch bevorsteht: Der Großvater erleidet eine Reihe von Schlaganfällen und wird letztendlich nur noch künstlich am Leben erhalten. Der Enkel wird nicht nur mit dem Schmerz des langsamen Sterbens konfrontiert, sondern auch mit der schwierigen Frage der Sterbehilfe.#Ein sehr eindringliches und doch vergnügliches Buch über das Sterben und darüber, wie es zum Leben dazugehört.## ---- #Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); #Autor: Cornelia Gstöttinger; #Sein greiser Großvater lehrt Royce nicht nur, wie man Auto fährt und Mädchen verführt. - Schockierend ehrlicher Blick auf das Alter und Sterben. (ab 16) (DR)#Der 16-jährige Royce lässt sich breitschlagen, seinen griesgrämigen greisen Großvater Arthur zu pflegen. Gegen Cash versteht sich. Es kommt zu einem pointierten Schlagabtausch zwischen den beiden: Royce lässt sich von dem 95-jährigen besserwisserischen Nörgler nicht unterkriegen und gibt ihm ordentlich Paroli. Langsam passiert zwischen Enkel und Großvater eine Annäherung, die sich hinter bissigen Kommentaren und rauen Schimpftiraden gut zu verbergen weiß. Dennoch werden sich die beiden gegenseitig zu Lebensbegleitern und Wegweisern - bis zuletzt, als Arthur sich ganz seinem Enkel anvertraut und ihn mit einer schwer wiegenden Bitte konfrontiert...#Außergewöhnlich an Sarah N. Harveys Roman, der die Situation des pflegebedürftigen, zunehmend dementen Arthur sehr detailliert nachzeichnet, ist vor allem der lakonische Erzählton, den die Autorin darin anschlägt. Lakonisch und unterhaltsam schildert sie diese besondere Freundschaft zwischen den Generationen und wirft einen ehrlichen Blick auf das Alter. Bissige Kommentare und eigenwillige Charaktere nehmen dem Roman etwas von der Schwere seines Themas. Ein Buch, das man nach der Lektüre nicht leichtfertig beiseitelegt und das zur Diskussion anregt. - Empfehlenswert.## ---- #Quelle: Pool Feuilleton; #Ein falsch mitgehörtes Telefonat kann eine richtige Geschichte auslösen, zumal der Mithörende immer alles auf sich selbst bezieht.#In Sarah N. Harveys Roman "Arthur" hört der sechzehnjährige Ich-Erzähler wie seine Mutter am Telefon von einem kaputten Typen redet, den sie dringend irgendwo unterbringen muss. Rolly, wie der Held spöttisch genannt wird, obwohl er Royce heißt, bezieht das auf sich, denn er ist an manchen Tagen ziemlich wohn-unfähig. Bald stellt sich aber heraus, dass es um den Großvater Arthur geht, der mit dem Leben überfordert ist.#Da überkommt Royce eine Super-Idee, er wird den Großvater tagsüber unterhalten, so dass sich dieser das Altenheim erspart. Letztlich lässt sich damit gutes Taschengeld verdienen, denn irgendwie sind ja auch die Betreuungsstunden nichts anderes als die üblichen Nachhilfestunden.#In der Folge betritt Royce eine völlig neue Welt. Großvater Artur ist eine abgeklärte Persönlichkeit mit allerhand Macken, die man notfalls immer auf Demenz zurückführen kann. Statt auf die Uni zu gehen ist er seinerzeit ein berühmter Musiker geworden. Sein größter Schatz steht in der Garage, ein Thunderbird 1956, den man wie ein Steak T-Bird nennt.#Großvater ist längst fahruntauglich, weshalb Royce die heimlichen Überlandfahrten übernehmen muss, bei einem Sechzehnjährigen fällt es weiter nicht auf, wenn er keinen Führerschein hat. Diese Ausflüge entlang der Küste sind ein Ausstieg aus der Schwerkraft, die Welt ist hell und licht und voller Fahrtwind, in diesem T-Bird können die Generationen miteinander reden, ohne ein einziges Wort zu sagen.#Überhaupt geht die Sprache oft den Weg des Verstummens. Großvater hat auf seinem Apple nur eine einzige Datei angelegt, die er ICH benannt hat, und sinnigerweise ist diese Datei leer. (47)#Das Alter setzt sich über Nacht durch, Großvater erleidet mehrere Schlaganfälle und muss ins Krankenhaus. Als ihn Royce einmal besucht und seinen Laptop offenlässt, während er kurz hinausgeht, schreibt Arthur, dass er zu sterben wünsche.#Da kommen auch schon die Verwandten aus allen Kontinenten angetanzt und losen, wer Arthur mit dem Kissen ersticken soll. Doch Großvater ist gnädig und verstirbt mit sich selbst. In einem ergreifenden Testament kriegen alle ihre materiellen Güter, für Artur freilich bleibt der T-Bird und der wichtige Satz: Du hast deine Sache gut gemacht!#Sarah N. Harveys Roman erzählt fröhlich diese Geschichte, wie sich die Welt der Jungen und Alten in seltsamen Augenblicken trifft, wenn beide genug verrückt sind. Und auch das Sterben ist letztlich eine große Sache, wenn man ihm in die Augen schaut und es geschehen lässt. - Verrückt friedlich!#Helmuth Schönauer## ---- #Quelle: STUBE (http://www.stube.at/); #"Arthur Jenkins, gefeierter Cellist, legendärer Frauenheld, katastrophaler Vater,#beschissener Großvater." Nachdem er alle potentiellen Pflegerinnen verjagt hat,#übernimmt Enkelsohn Royce den Job aus finanziellen Gründen. Der 16-Jährige wird#von seinem Großvater zunächst um nichts besser behandelt, doch dann nähern sich die beiden an. Bis Arthur nach mehreren Schlaganfällen sogar sein Leben in die Hände seines Enkels legt Im klassischen Setting einer anfangs von Konflikten belasteten, später freundschaftlichen Beziehung zweier Generationen (wie sie z.B. auch im französischen Filmerfolg Ziemlich beste Freunde aufgegriffen wurde), schafft dieser Roman durch die humorvolle Darstellung des Ich-Erzählers ein hohes Identifikationspotential.#*STUBE*
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