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      <marc:subfield code="a">Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); #Autor: Martina Lainer; #Zwei ältere Damen geben Rechenschaft über ihre Liebe. (DR)##Die Liebe ist das Thema, das den österreichischen Autor Robert Schneider seit seinem Romandebüt "Schlafes Bruder" begleitet, vielleicht sogar verfolgt. Zwei Frauen kommen in einem etwas abgewirtschafteten und nur schwach frequentierten Lokal in Sydney zusammen, um über ihre Liebe zu ein und demselben Mann Rechenschaft abzulegen. Den Beginn macht Florence, die Violistin, die ihrer Liebe des Lebens in eben diesem Lokal begegnet ist. Doch es ist Kasha, die Psychoanalytikerin, die den Begehrten bekommt. Lange nach seinem Tod erst erfolgt diese Aussprache, die sich wie eine Anklage liest. Und daher ist es auch nicht verwunderlich, dass Florence von ihrer Liebe zu dem Unberechenbaren erzählt, während Kasha um "Erbarmen" bittet. Die Frage, die Florence an Kasha stellt, ist: "Ich will wissen, warum die Liebe ohne Schmerz nicht sein darf." Und nun breiten die beiden Frauen ihre Schatten, die Wunden ihrer Seele, voreinander aus. Ob sie sich am Ende des Gesprächs näher gekommen sind, wage ich zu bezweifeln. Für beide gibt es viel Gelegenheit zum Erstaunen, sind doch beide Leben sehr unterschiedlich verlaufen. Dass die Liebe die immer gleichen Fragen stellt, soll das letzte Kapitel - wiederum mit "Liebe" überschrieben - beweisen, in dem der Kellner mit all seinem Liebeskummer zu Wort kommt. Die alternde Florence kann nur weitergeben, was sie selbst versäumt hat: "Leben Sie Ihre Liebe! Leben Sie sie jetzt!"#Robert Schneider hat ein spannendes Buch über zwei Frauen geschrieben, deren Lebenswege sich einige Male kreuzten, ohne dass eine wahre Frauenfreundschaft entstanden wäre. Beide stammen aus jüdischen Familien, die lange vor dem Naziterror nach Australien auswanderten und dort versuchten, Fuß zu fassen. In den Erzählungen der Frauen wird das Leben der sorglosen Bohème der 1920er Jahre lebendig und es klingt schlüssig, was der Autor erzählt. Außer einiger weniger sprachlicher Eigentümlichkeiten (z. B. soll ein Brief "eingehändigt " werden, oder Gäste, essen zur "Hauptsache" im Restaurant), über die man stolpert, liest sich der Roman flott und ergreifend. Dass sich der Vergleich mit Sandor Márai und seinem Roman "Die Glut"  aufdrängt, liegt nicht nur im Aufbau der Handlung, sondern auch in der Art, wie Schneider die Monologe gestaltet und der gleichen Frage nachgeht. Dort sitzen sich zwei männliche Greise gegenüber, hier sind es zwei alternde Frauen. Ich habe beide Romane gerne gelesen und denke, dass auch Robert Schneiders Roman "Schatten" seine Leser/innen finden wird.## ---- #Quelle: SCHRIFT/zeichen; #Das Buch besteht aus einem Dialog zwischen den Freundinnen Kasha und Florence. Sie treffen sich nach dreißig Jahren in einem heruntergekommenen Restaurant in Sydney wieder, um sich über die Liebe auszusprechen. Gegenstand der Liebe war ein inzwischen verstorbener Collin Lamont, den Kasha geheiratet hat, den aber Florence ihr ganzes Leben liebte, und wohl nur sie liebte. Hinter dieser verzehrenden Liebe verblassen alle anderen Bekanntschaften und Lebensereignisse. Der Dialog, oder besser die aneinander gereihten Monologe, geben nun Anlass für eine Analyse der Liebe. Nur der Kellner, der ebenfalls Collin heißt, bringt durch seine Liebesnot ein neues Element und den Schluss ein: "Leben Sie Ihre Liebe! Leben Sie sie jetzt!" Die Quintessenz dieser Liebesanalyse zeigt sich vielleicht in einer Stelle auf S. 102: "Der Liebe ist es nämlich egal, in welchen moralischen oder gesetzlichen Verhältnissen wir zueinander stehen.  Wir meinen zwar Liebe, wenn sich zwei Menschen vor dem Gesetz verbinden, aber in Wahrheit ist es die nackte Angst vor der Anarchie der Sehnsüchte." (S. 102) - Die Beschränkung auf den Dialog bringt den Autor bei den Einstiegen in die Kapitel in erzähltechnische Schwierigkeiten bei der Erklärung der Situation, was auch zu platten Sätzen führt. Je weiter man aber in die Gespräche hineinhört, desto mehr wird man erstaunlicherweise doch in die persönliche Situation der Figuren hineingezogen. Es ist ein Buch über Liebe, aber ein kaltes Buch. "Deine Liebe zu Collin erweckt deshalb so eine Kälte, weil sie den Anschein des Absoluten und allgemein Gültigen hatte." (S. 160). Der Satz kann für das ganze Buch gelten.#*LitFo* Jakob Ebner#März 2003</marc:subfield>
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