Unsichtbar

Bezeichnung Wert
Titel
Unsichtbar
Untertitel
Roman
Verfasserangabe
Ivana Jeissing
Medienart
Sprache
Person
Verlag
Ort
Zürich
Jahr
Umfang
222 S.
ISBN13
978-3-257-06565-7
Schlagwort
Annotation
Ein köstliches Plädoyer für ein selbstbestimmtes, selbstbewusstes Frauendasein. (DR) Jane hat viele Jahre als unscheinbares Mauerblümchen hinter sich, als sie beschließt, dass ihr selbstloses, angepasstes 'Chamäleondasein“ als mausgraue Anwaltsgattin ein Ende haben muss und eine 'Energiespar-Ehe“ nicht unbedingt das Gelbe vom Ei ist. Doch wie ausbrechen aus ihrer Unsichtbarkeit, wo doch schon die Mutter erfolgreich in den Schatten flüchtete, um den Vater ja nicht beruflich zu überflügeln, und bereits die Großmutter eine gekonnte 'Totstellperfektionistin“ war. Die Gleichgültigkeit ihrer Eltern, beide sind HNO-Ärzte und können sich nur für die Nasen anderer Leute begeistern, ließ Jane bereits als Jugendliche in die Unsichtbarkeit abgleiten. Zu allem Überfluss muss die perfekte Schattentaucherin auch noch mitansehen, wie sie ihr scheinbar vielbeschäftigter Ehemann mit einer anderen betrügt. Höchste Zeit also, endlich aufzubrechen zu einem selbstbestimmten Dasein, zu den eigenen Träumen und Wünschen. Nicht gewohnt, eine eigene Meinung zu haben und Entscheidungen zu treffen, macht sich Jane nur zaghaft mit der Hilfe des alten Kinobesitzers Fred auf den Weg zu sich selbst und entrümpelt ihr Leben und ihren Ehemann gleich mit dazu. Kompliment, wie leichtfüßig die in Österreich geborene Autorin Ivana Jeissing von dieser turbulenten weiblichen Selbstfindung berichtet und dabei völlig stilsicher ihre pointenreiche, komödiantische Tonart bis zur letzten Seite durchhält. Wunderbar ehrlich und immer mit einer Portion Situationskomik bringt Jeissing so manche zwischenmenschliche Turbulenz, gewürzt mit einer Prise köstlicher Selbstironie, auf den Punkt. Ein vielversprechendes, tragikomisches Debüt, das mit seiner treffsicheren Prosa in den Bann zieht. Allen Beständen uneingeschränkt empfohlen. *bn*Cornelia Gstöttinger #2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:#Durchaus Sichtbar, 13. Mai 2007#Von Swanni Uszkoreit (Berlin) - alle meine Rezensionen ansehen#Schon irre, dass uns Frauen dieses Schattendasein noch immer ein aktuelles Thema ist, aber es ist es. Umso tröstlicher und zugleich erbaulich ist Ivana Jeissings kleine und feine Geschichte darüber wie man aus dem Schatten eines anderen wieder ins eigene Licht gelangt. Mit köstlichen und trotz manchen kleinen Abrutschern ins name-dropping überaus witzigen Sprachspielen. Mit oft sehr naheliegenden, aber trotzdem fast nie flachen Einsichten wird uns Mut gemacht, uns gegen ein altes und doch immer wieder neues Schicksal zur Wehr zu setzen. Es ist fast wie ein langer Abend, ein Gespräch mit einer aelteren guten Freundin, lange nicht gesehen, über die eigene leidige Geschlechter-Geschichte mit gutem Ausgang. Nie langweilig und in der Heiterkeit subtil die Ernsthaftigkeit vermittelnd. Leicht, aber nie seicht. Ein schön geschriebenes Buch.