Eine Erdbeere für Hitler
| Bezeichnung | Wert |
|---|---|
| Titel |
Eine Erdbeere für Hitler
|
| Untertitel |
Deutschland unterm Hakenkreuz
|
| Verfasserangabe |
Stern, Carola
|
| Medienart | |
| Sprache | |
| Person | |
| Verlag | |
| Ort |
Frankfurt a. M.
|
| Jahr | |
| Umfang |
249 S.
|
| ISBN10 |
3-10-009646-0
|
| ISBN13 |
978-3-10-009646-3
|
| Schlagwort | |
| Annotation |
Die NS-Zeit in kurzen Texten für junge Leser aufbereitet. (JG) 60 Jahre Kriegsende im Jahr 2005: Anlässlich dieses Jubiläums wurde dieses Buch, das schon durch seinen Titel auf den Inhalt neugierig macht, veröffentlicht. Die Geschichte des Nationalsozialismus wird kompakt veranschaulicht, die Herausgeber wenden sich dabei vor allem an junge Leser: Detailliert wird über den Alltag im Krieg, über die Verfolgung und Vernichtung von Menschen, vom doch vorhandenen Widerstand und vom Ende des 'Dritten Reichs' berichtet. In kurzen Texten, die im jeweiligen Kapitel durch rot markierte 'Karteikästen' herausgehoben werden und von renomierten AutorInnen wie Hans Mommsen, Mirjam Pressler, Ursula Wölfel etc. stammen, werden wichtige Informationen hervorgehoben. Dieses Buch ist absolut empfehlenswert - und das nicht nur für eine Bibliothek mit historischem Schwerpunkt. Übrigens: Der kuriose Titel ist auf einen Brief eines Gärtnereibesitzers zurückzuführen, der am 1. August 1933 folgendes von der Reichskanzlei forderte: 'Es ist mir geglückt, eine neue wertvolle Erdbeersorte zu züchten. In großer Verehrung für den Herrn Reichskanzler bitte ich sehr, diese Neuzüchtung 'Hitler-Erdbeere' nennen zu dürfen. Wir haben bereits eine 'Erdbeere Hindenburg'.' Ob dem Wunsch des fleißigen Gärtners entsprochen wurde, bleibt leider ungewiss... *bn* Susanne Emerich
http://www.rezensionen.atQuelle: 1000 und 1 Buch (http://www.1001buch.at/);
Autor: Christine Knödler;
In der von Carola Stern und Ingke Brodersen herausgegeben Anthologie "Eine Erdbeere für Hitler - Deutschland unterm Hakenkreuz" kommen prominente Wissenschaftler wie Hans Mommsen, Autorinnen wie Mirjam Pressler und Ursula Wölfel, Zeitzeugen wie Hartmut von Hentig zu Wort. Ein informatives, stimmig-vielstimmiges Gedenk-Buch zwischen Sachbuch und Belletristik. Auch als innovatives Konzept ein Lehrstück.
60 Jahre danach. Brauner Terror, Holocaust, Zweiter Weltkrieg sind beinahe überall. Zu hören, zu sehen, nachzulesen. Auch die aktuelle Kinder- und Jugendliteratur bietet eine Fülle an Veröffentlichungen in allen Sparten. Ein Band ragt heraus. Unter prominenter Herausgeberschaft: "Eine Erdbeere für Hitler".
Schon der Titel fällt aus dem Rahmen. Es ist ein Zitat aus dem Brief des Gärtnereibesitzers Bruno Koch vom 1.8.1933. Der beflissene "Führer"-Verehrer und vorauseilende Patriot möchte, so ist nachzulesen, sein Beeren-Paradestück "in großer Verehrung für den Herrn Reichskanzler" nach eben demselben benennen: "Hitler-Erdbeere". Eigentlich ein Witz. Eine historische Marginalie. Wären die Konsequenzen nicht so unabsehbar, die Aussage nicht so symptomatisch. Also fast schon Provokation? Zumindest Irritation. Ein anderer, ein, gerade in diesem nach wie vor so heiklen zeitgeschichtlichen Kontext, unüblicher Zugang. Der forciert durch Konfrontation Auseinandersetzung, bricht durch ungewöhnliche Zusammenhänge eingeschliffene Rezeptions- und Reflexionsgewohnheiten auf. Der macht, ganz schlicht, neugierig.
Denn was Carola Stern und Ingke Brodersen vorlegen, ist neu. Ihre Anthologie vereint wissenschaftliche Aufsätze (Der "Führerstaat" -" Von der Entstehung einer Diktatur" von Hans Mommsen) mit Geschichts-Geschichten in literarischer So-könnte-es-gewesen-sein-Form ("Himmel und Hölle - Von Leipzig nach Theresienstadt" von Mirjam Pressler), mit persönlichen Erinnerungen ("1945 - Das Jahr der Befreiung" von Hartmut von Hentig). Zu Wort kommen erwiesene Fachleute - und zwar jeweils in ihrem Metier. Da schreibt Ursula Wölfel exemplarisch Familiengeschichten unterm Dach eines Mietshauses am Rande einer deutschen Kleinstadt auf ("Von Kriegstagen und Bombennächten" - "Warum muss ein Soldat töten?"). Und Hermann Vinke berichtet von "Menschen, die Widerstand leisteten: 'Sag nicht, es ist fürs Vaterland'". In immer neuen Anläufen und Formen, von immer anderen Stimmen, wird mal informativ-essayistisch, mal emotional-fiktiv an Gefühl und Verstand gleichermaßen appelliert. Das Angebot: kein umfassendes Bild einer unfassbaren Zeit - aber wesentliche Mosaiksteine.
Zugegeben: Nicht jeder Beitrag funktioniert voraussetzungslos. Auch die in die Texte eingeschobenen Kästen, von den Herausgeberinnen verfasst, bieten zwar, Karteikarten (oder: Mosaiksteinen) gleich, zusätzliche Informationen, Namen, Erklärungen in Stichworten - aber sie (ver)stören genauso in der nicht immer nachvollziehbaren Auswahl und Kombination aus Kuriosem neben Unerträglichem neben Anekdotenhaftem neben Fakten. Und Doppelungen in der Bildauswahl, die verschiedenen Situationen zugeordnet werden, gehen, ganz unnötig, auf Kosten der Glaubwürdigkeit eines ansonsten so innovativen wie überzeugenden Konzepts.
Trotzdem. Was bleibt, ist ein stimmig-vielstimmiges Forum zum Nachdenken. Zum Gedenken. (Zeit-)Geschichte als Kaleidoskop. Zwischen Sachbuch und Belletristik. Das ist, auch als Buchform, ein Lehrstück.
----
Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Susanne Emerich;
Die NS-Zeit in kurzen Texten für junge Leser aufbereitet. (JG)
60 Jahre Kriegsende im Jahr 2005: Anlässlich dieses Jubiläums wurde dieses Buch, das schon durch seinen Titel auf den Inhalt neugierig macht, veröffentlicht. Die Geschichte des Nationalsozialismus wird kompakt veranschaulicht, die Herausgeber wenden sich dabei vor allem an junge Leser: Detailliert wird über den Alltag im Krieg, über die Verfolgung und Vernichtung von Menschen, vom doch vorhandenen Widerstand und vom Ende des "Dritten Reichs" berichtet. In kurzen Texten, die im jeweiligen Kapitel durch rot markierte "Karteikästen" herausgehoben werden und von renomierten AutorInnen wie Hans Mommsen, Mirjam Pressler, Ursula Wölfel etc. stammen, werden wichtige Informationen hervorgehoben.
Dieses Buch ist absolut empfehlenswert - und das nicht nur für eine Bibliothek mit historischem Schwerpunkt. Übrigens: Der kuriose Titel ist auf einen Brief eines Gärtnereibesitzers zurückzuführen, der am 1. August 1933 folgendes von der Reichskanzlei forderte: "Es ist mir geglückt, eine neue wertvolle Erdbeersorte zu züchten. In großer Verehrung für den Herrn Reichskanzler bitte ich sehr, diese Neuzüchtung 'Hitler-Erdbeere' nennen zu dürfen. Wir haben bereits eine 'Erdbeere Hindenburg'." Ob dem Wunsch des fleißigen Gärtners entsprochen wurde, bleibt leider ungewiss...
----
Quelle: Bücherschau (Büchereiservice des ÖGB) (http://www.buecherei.at/);
Autor: Liselotte Bujak;
Das Buch befasst sich mit dem Nationalsozialismus im Alltag, mit dem Krieg, mit der Verfolgung und Vernichtung von Menschen, vom gefährlichen Widerstand und schließlich mit der Befreiung von diesem fürchterlichen Regime. Es berichtet von Menschen, die den Mut hatten, verfolgten Mitbürgern überleben zu helfen, aber auch von denen, die in Konzentrationslager verschleppt wurden und von Widerstandskämpfern, die ihren Einsatz nur zu oft mit dem Leben bezahlten.
Hans Mommsen berichtet in seinem Beitrag "Der Führerstaat" von der Entstehung einer Diktatur, Hilde Lorenz darüber, wie die Nationalsozialisten den Alltag eroberten. Mirjam Pressler erzählt von der Verschleppung eines 14-jährigen Mädchens ins Lager Theresienstadt, Ursula Wölfel von Kriegstagen und Bombennächten und Hermann Vinke von Menschen, die Widerstand leisteten. Hartmut von Hentig schließlich befasst sich mit 1945, dem Jahr der Befreiung und ist der Meinung, dass der totale Zusammenbruch die Chance für einen kompletten Neubeginn darstellte. Sie wurde genutzt. Carola Stern warnt zum Schluss vor Verallgemeinerungen - sie begünstigen Feindbilder, durch die wiederum Hass wächst. Und Hass schürt die Gewalt.
Ein Buch gegen das Vergessen für die Älteren, ein Buch zum Verständnis für die Vergangenheit für die Jüngeren.
|
| BEMERKUNG |
Katalogisat abgeglichen mit: Rezensionen online open (inkl. Stadtbib. Salzburg)
|
| Übersetzung |
Deutsch
|
| Trägermedium |
Band
|
| Illustrationsangaben |
Ill.
|
Erhältlich in folgenden Bibliotheken
|
Öffentliche Bibliothek Satteins |
Anfahrt |
