Podemos

Bezeichnung Wert
Titel
Podemos
Untertitel
in the Name of the People
Verfasserangabe
Íñigo Errejón ; Chantal Mouffe
Medienart
Person
Verlag
Ort
London
Jahr
Umfang
160 S.
ISBN10
1-910448-80-X
ISBN13
978-1-910448-80-9
Schlagwort
Annotation
Einen ganz anderen Ansatz als den Fokus auf den Materialismus eher marxistischer Prägung, wie ihn De Lapuente propagiert, verfolgt ein prominenter Vertreter der spanischen Linksbewegung Podemos [dt.: Wir können], Íñigo Errejón. Dieser trifft sich zu einem Zwiegespräch mit einer der herausragendsten Linksintellektuellen, der Politikphilosophin Chantal Mouffe. Die beiden erörtern sowohl Fragen der politischen Theorie als auch der politischen Praxis, wobei Mouffes jahrzehntelange Theoriearbeit als Inspiration für die theoretische Verankerung von Podemos‘ politischer Agitation herangezogen wird – doch durchaus mit kritischem Blick von Seiten des Aktivisten Errejón. Sie setzen sich im Gespräch zunächst intensiv mit der Bedeutung von Hegemonie auseinander und diskutieren, welche Bedeutung diese für die Strukturierung politischer Realitäten hat – gerade in einer relativ jungen Demokratie wie Spanien, deren BürgerInnen von der Finanzkrise besonders hart getroffen wurden. Die Quintessenz dieser Krise – so ein zentraler Befund – ist das Zerbröseln von kollektiven Identitäten, Mythen und Visionen. Vor allem Errejón sieht jedoch auch Vorteile für gesellschaftliche Spaltungen: Erst diese ermöglichen die Freiheit zu wählen, denn ein gemeinsamer Volkswille bedeute kein Streben nach Homogenität. Betont wird auch die Rolle von Antagonismus: Auch wenn das Marx’sche Konzept der Klassen altbacken erscheint, gibt es in jeder Gesellschaft fundamentale Gegensätze und einander gegenüberstehende kollektive Identitäten – was vom Liberalismus ignoriert wird, der damit auch keine Alternativen zum herrschend Markt kennt: „The most important decisions are taken by unelected powers in a remote sphere that is far removed from any potential control by citizens. Meanwhile political representatives come to resemble each other more and more, and their constituents less and less. In the absence of any contestation over ideas and projects, democracy languishes and resignation spreads“ (Errejón, S. 65).