Jokob der letzte

Bezeichnung Wert
Titel
Jokob der letzte
Untertitel
eine Waldbauerngeschichte
Verfasserangabe
Peter Rosegger
Medienart
Sprache
Person
Verlag
Ort
Wien
Umfang
309 S.
Annotation
Auszug: Ein seltsames Pfingstfest Das war am heiligen Pfingstsonntag nach der Mahlzeit. Jakob, der Hausvater, saß in der wohldurchwärmten Stube und las in einem alten Buche. In weißen Hemdärmeln, wie er war - der durchnäßte Lodenrock trocknete am großen Kachelofen - stützte er seine Arme breit auf den Eschentisch, und die Finger über dem Buche ineinandergeschlungen, las er das "Besetzel" vom heiligen Geist. Er las vielleicht nicht mit voller Andacht, wie sie sich für einen so hohen Festtag wohl geziemte, denn bisweilen hob er sein Haupt und blickte hinaus in das Schneegestöber. Die Flocken wirbelten so dicht, daß die Linde, die dort an der Wegtorschranke stand, nur als dunkle verschwommene Masse durch das trübe Grau schaltete. Die hohen Fichtenbäume vor dem Hause, welche kaum über die Hälfte hinauf sichtbar waren, beugten ihre verknorrten Äste unter den Schneelasten, die jungen Lärchen auf dem Anger standen wie Zuckerhüte, und dort, wo gestern die maienhaft blühenden, duftenden Holundersträucher gestanden, waren eitel Schneeberge. Die Säulen der Torschranke hatten hohe Hauben auf, wie der Bischof, wenn er draußen zu Sandeben die Firmung hält. Die Zaunstecken hatten spitze und stumpfe Hütlein, Helme, Schnäbel, Kissen und Bänder von Schnee. Wenn das Pfingststaat sein soll! Jetzt kam der Wind und fegte den Schneestaub von den Bäumen, Sträuchern und Dächern des Hofes und ließ ihn tanzen und wehte ihn an die Fenster, wo er sich in die Ecken, Ritzen und an die Rahmen schmiegte. "Gott sei Dank, daß der Wind kommt!" sagte der Jakob, "sonst wollt's bald Fetzen geben in den Kirschbäumen und Linden.

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